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Der Gemeinsame Bundesausschuss hat bestätigt, dass das Bundesministerium für Gesundheit den Beschluss zur Einschränkung der Verordnungsfähigkeit von Blutzuckerteststreifen nicht beanstandet hat. Damit sind Teststreifen für Typ 2 Diabetiker mit oraler Therapie ab dem 01.10.2011 nur noch in Ausnahmefällen verordnungsfähig.

Weder die Argumente von Patientenverbänden noch Ärzten sind berücksichtigt worden. Es ist davon auszugehen, dass in Zukunft vermutlich gar keine Teststreifen mehr für Typ 2 Diabetiker mit oraler Therapie verordnet werden. Schon aktuell kursieren Listen für Ärzte mit angeblichen Höchstmengen zur Verordnung von Teststreifen.

Ob dadurch tatsächlich Kosten gespart werden können, ist fraglich. Betroffene müssen jetzt für Blutzuckerkontrollen wieder die Arztpraxis aufsuchen, wodurch ebenfalls weitere Kosten entstehen werden. Nicht ausgeschlossen ist, dass Ärzte Betroffenen zusätzlich Insulin verordnen, um problemlos Teststreifen verordnen zu können.

Für Autofahrer stellt sich ebenfalls die Frage, wer ihnen in Zukunft die Teststreifen finanziert. Denn auch Diabetiker mit oraler Therapie sind dazu verpflichtet, vor einer Autofahrt den Blutzucker zu messen, andernfalls kann Führerscheinentzug drohen. Welcher Sozialträger ab dem 01.10.2011 die Teststreifen z.B. für Berufskraftfahrer übernehmen soll, ist unklar. Der G-BA verweist in seinem Beschluss auf die sogenannte Kraftfahrzeughilfe Verordnung, womöglich sei die Bundesagentur für Arbeit zuständig. Ob die Bundesagentur für Arbeit unkompliziert Blutzuckerteststreifen erstatten wird oder wiederum den Antragssteller auf weitere Sozialträger wie z.B. die Rentenversicherung oder die Unfallversicherung verweisen wird, ist abzuwarten. Sicher ist allerdings bereits jetzt, dass der Kampf der Betroffenen durch den „Zuständigkeitsdschungel“ nicht einfach werden wird. Der Beschluss des G-BA stellt damit eine weitere Teilhabebeeinträchtigung von Diabetikern dar.