Frankreich
Vorsicht vor starken Atlantikwellen und Strömungen in den Prielen ImageIn Frankreich gibt es vor allem Gefahren durch starke Atlantikwellen und besonders durch Strömungen. Besonders riskant sind die Strömungsgefahren in den Prielen. Hier kommen die meisten Menschen ums Leben.

Der rauhe Atlantik vermittelt vielen Urlaubern mehr Respekt vor den Gefahren als das Mittelmeer.

In Frankreich besteht ein gutes Ausbildungsniveau der staatlichen Rettungsschwimmer. Es werden professionelle Rettungsmittel eingesetzt. Die Rettung aus der Luft ist an der Atlantikküste gut ausgebaut.

Die Warnhinweise an der Atlantikküste sind ebenfalls als gut zu bezeichnen. Frankreich hat sich auf die Wassergefahren durch Wind und Wellen eingestellt.
Vom Gefahrenpotential lassen sich die Mittelmeerküste sowie die Seen und Flüsse in etwa mit dem in Deutschland bekannten vergleichen. Regionen mit deutlich erhöhtem Gefahrenpotential stellen Atlantik- und der Kanalküste dar. Großer Tidenhub, starke Strömungen und große Wellen stehen hier im Vordergrund.Der Wasserrettungsdienst in Frankreich wird in der Regel von Rettungsschwimmern (Maître nageur-sauveteur) der Polizei (CRS), der Feuerwehr (Sapeurs-pompiers) oder der französischen Wasserrettungsorganisation S.N.S.M. (Société Nationale de Sauvetage en Mer) durchgeführt. Die Haupteinsatzzeit liegt zwischen Mitte Juni und Mitte September.Die Ausbildung der Rettungsschwimmer ist im Vergleich zu Deutschland stärker staatlich reglementiert. Es werden staatliche Diplome vergeben.

Gerade Wachdienst in diesem Bereich stellt für die Rettungsschwimmer eine hohe Herausforderung dar. Daher ist auch die Ausbildung der Rettungsschwimmer in Frankreich stärker professionalisiert als in Deutschland.
Aufgrund der hohen Wellen an der Atlantikküste werden die Rettungseinsätze meistens mit Rettungsschwimmern oder per Hubschrauber durchgeführt. Flossen und Rettungsweste gehören hier zur Standardausrüstung der Wachposten. Motorrettungsboote sind wegen der Brandung nicht für den Einsatz in Strandnähe geeignet. In einigen Gebieten werden spezielle Jet-Skis mit angehängtem Rettungsschlitten eingesetzt. Diese Technik wurde vom Wasserrettungsdienst in Hawaii (USA) übernommen. Daneben verfügen die Retter über geländegängige Fahrzeuge, um am Strand schnell größere Entfernungen zurücklegen zu können.

Signalflaggen-SystemFolgende Signalflaggen können von den Rettungsschwimmern in Frankreich zur Information der Badegäste gesetzt werden: Roter Wimpel: Badeverbot · Gelber Wimpel: Baden gefährlich, aber überwacht · Grüner Wimpel: Baden überwacht, keine besonderen Gefahren.

Ist kein Wimpel gehisst, so ist der Strand nicht bewacht.

Des weiteren wird der Strand häufig in Abschnitte eingeteilt, die für unterschiedliche Nutzungszwecke vorgesehen sind (Beispiel: Baden, Surfen / Wellenreiten). Diese werden durch Stangen mit Flaggen und Schilder direkt am Wasser gekennzeichnet. Die Zonen verändern sich am Atlantik im Laufe des Tages. Grund hierfür sind die Gezeiten.

Die Rettungsschwimmer achten strikt auf die korrekte Nutzung der Bereiche durch die verschiedenen Wassersportler.

Die WellenDie Höhe der Wellen an der Atlantikküste ist nicht mit denen der Nordsee zu vergleichen. An der Atlantikküste sind sie bedeutend grösser und stärker.

Für den ungeübten Schwimmer resultieren hieraus erhebliche Gefahren, wie z. B. das Aufschlagen auf dem Meeresboden durch eine auf den Schwimmer einbrechende Welle (Folgen: Prellungen, Knochen- und Wirbelbrüche) und Schwierigkeiten bei der Rückkehr an der Strand (bei sehr grossen Wellen). Sich brechende Wellen sollten rechtzeitig untertaucht werden, um Verletzungsgefahren zu verringern.

Die Priele (baïnes oder auch courant de baïne)

In diesen Abflusskanälen (zwischen vorgelagerter Sandbank und Strand) treten sehr starke Strömungen (courants) auf. Die Wellen überspülen die Sandbank und das Wasser fliesst in dem dahinterliegenden Priel zurück auf das offene Meer hinaus. Die Strömung ist meist zu stark, um dagegen anzuschwimmen.

Bis zu 95% (!) der Ertrinkungsunfälle an der französischen Atlantikküste sind auf diese Priele zurückzuführen !

Falls man in eine Strömung gerät, sollte man sich daher treiben lassen und mit der Strömung versuchen, an einer anderen (weiter entfernten) Stelle wieder zurück an den Strand zu gelangen, bzw. die Rettungsschwimmer alarmieren. Insbesondere in den ersten Stunden der Flut ist die Gefahr besonders gross.

Senken in den Sandbänken: Es handelt sich hierbei um Becken, die bis zu 2 m Tiefe erreichen können. Ihre Lage verschiebt sich ständig. Es treten hier starke Wirbel und Strömungen auf.Grundsätzlich sollte, wie in Deutschland auch, nur an bewachten Stränden gebadet werden, dies gilt insbesondere für die Atlantikküste und den Kanal. Am Strand gibt in der Regel eine Hinweistafel am Wachposten (poste de secours) mit Auskünften über die möglichen Gefahren und die Badezone (zone de baignade).

Des weiteren können die Rettungsschwimmer befragt werden, falls Unsicherheiten bestehen. Beim Baden an der Atlantikküste sollte man immer vorsichtig sein, denn die Brandung kann sehr gefährlich sein. Die großen Strände sind in den Sommermonaten normalerweise überwacht (plage surveillée) und entsprechend gekennzeichnet. Den Anweisungen der Rettungsschwimmer (maître nageur-sauveteur) sollte im eigenen Interesse - wie überall an den Badestränden - auch an der französischen Atlantikküste unbedingt Folge geleistet werden. Baignade interdite bedeutet: Baden verboten! Redaktionelle Mitarbeit: Marc Hasenjäger, DLRG-Ortsgruppe Burscheid e.V
Links zum Thema Badesicherheit in Frankreich:Report: Villeneuve-lès-Maguelone, Plage Maguelone, Montpellier

Report: Carcans-Océan, Atlantikküste, Südwestfrankreich

 
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