Aktuell im Juni 2006
Montag, 26. Juni 2006
Hohe Zahl von Ertrinkungstoten am letzten Wochenende
ImageIn Deutschland sind am vergangenen Wochenende mindestens 8 Menschen ertrunken. Vermutlich spielten die Hitze und auch der Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen eine Rolle. Allein in Baden-Württemberg am Sonnabend zwei junge Männer in Baggerseen. In Laupheim (Kreis Biberach) war nach Polizeiberichten ein 20-Jähriger zusammen mit Bekannten in den Baggersee hinaus geschwommen. Etwa 40 Meter vom Ufer entfernt sei er dann plötzlich untergegangen. Seine Begleiter hätten den 20-Jährigen nicht festhalten können. Erst Taucher fanden den Mann schließlich tot am Grund des Sees. Bei dem Toten soll es sich um einen Slowenen handeln, der zu Besuch in Deutschland war. In Friesenheim (Ortenaukreis) hatte ein 21-Jähriger den Abend mit Freunden am Ufer eines Sees verbracht. Anschließend war er im See schwimmen gegangen und nicht mehr zurückgekehrt. Wie die Polizei weiter mitteilte, wurde er tot im Wasser gefunden. Weitere Einzelheiten zu den Unfällen waren zunächst nicht bekannt. Die Polizei nahm in beiden Fällen die Ermittlungen auf.


Sonnabend, 24. Juni 2006
Costa Blanca Rundschau: Viele Badetote in diesem Jahr
ImageDie Costa Blanca Rundschau (für die spanische Küste zwischen Valencia und Alicante) berichtet in ihrer Internet-Ausgabe von Donnerstag dieser Woche ("Mörderisches Meer") über eine große Zahl an Badetoten.  Am Strand Arenales del Sol bei Elche ist letzte Woche ein 71-jähriger Deutscher ertrunken.  Die rote Flagge hatte er ignoriert. Vier Tage zuvor war an gleicher Stelle ein 40-jähriger Ekuatorianer ertrunken. Zuvor wurde in El Campello ein 20-jähriger Guineaner aufs Meer hinausgezogen. Er konnte erst mehrere Tage später tot geborgen werden. Tödliche Badeunfälle gab es in diesem Jahr außerdem in Torrevieja, Elche, El Campello und Benidorm. In Dénia fand ein Surfer am vergangenen Wochenende die Leiche eines 34-jährigen Mannes; und auch im nahe gelegenen Oliva wurde ein 65-Jähriger tot aus dem Wasser geborgen.

Mehr als 60 Menschen in der Provinz Alicante wurden in den vergangenen vier Jahren Opfer der Fluten, schreibt die Zeitung. Am häufigsten traf es die Gemeinden El Campello, Alicante, Elche, Santa Pola, Guardamar, Torrevieja und Orihuela - sprich: den gesamten südlichen Teil der Costa Blanca. „Die neuralgischen Punkte in Elche sind die Strände von La Marina und El Rebollo", warnt Rettungs-Koordinator Rubén García. In El Rebollo ereignete sich im vergangenen Jahr ein besonders schlimmer Unfall, bei dem eine 44-jährige Deutsche und ihr 15-jähriger Sohn starben.

Nach Recherchen von Blausand.de ertrinken in Spanien jährlich zwischen 1000 und 1500  Menschen - offizielle und glaubwürdige Zahlen gibt es nicht.  Auf der Webseite www.socorrismo.com lassen sich die Presseberichte über derzeit zwischen 3 und 10 tödlichen Ertrinkungsunfälle pro Tag (!) anklicken - allerdings nur in Spanisch.


Donnerstag, 22. Juni 2006
FIFA-Sicherheit treibt seltsame Blüten:
Badeverbot an Spieltagen
ImageDie Freibäder in der Nähe von WM-Stadien müssen an Spieltagen geschlossen bleiben - sagt die FIFA. In Dortmund und Gelsenkirchen sorgt das für Ärger, berichtet ard.de.  In Dortmund seien durch das FIFA-Badeverbot an vier Tagen rund 12.000 Gäste weniger gekommen und 24.000 Euro Verlust verzeichnet worden, schätzt Claudia Heckmann, Geschäftsführerin der Sportwelt Dortmund. "Wir mussten bisher auch jeweils den Tag vor dem Spieltag geschlossen bleiben. Da hat die FIFA jetzt eingelenkt: Aus Sicherheitsgründen bleibt der Badebetrieb nur noch an den eigentlichen Spieltagen eingestellt." Bislang hätten zahlreiche Fußballfans und Kinder wieder weggeschickt werden müssen. "Manchmal sind bis zu ein Drittel der Badebesucher Fußballfans, vor allem Schweden und Polen waren bisher im Freibad Volkspark - inklusive Fahnen und Flaggen", so Heckmann.

In Gelsenkirchen ist Baden im "Sportparadies" an der Emscher-Lippe-Halle an Spieltagen ebenfalls nicht möglich. Nur wenige Meter vom WM-Stadion entfernt musste der Badbetreiber die Pforten an bisher drei Tagen schließen.

Köln hatte sich dagegen zur Wehr gesetzt und mit Regressansprüchen gedroht. "Man kann doch die Nicht-Fußball-Fans unter der Kölner Bevölkerung dafür bestrafen, dass wenige Meter entfernt sich alles ums runde Leder dreht", sagte Berthold Schmitt, Geschäftsführer der Köln-Bäder GmbH. Das Bad sei an allen Tagen geöffnet. Deshalb sei auch die bisherige WM-Bilanz im "Stadion Freibad" zufrieden stellend. "Nur die Parkplatzsituation an Spieltagen ist schwierig. Und die Gäste müssen sich daran gewöhnen, eine Straßenbahn-Haltestelle früher auszusteigen", so Schmitt. Die Anzahl der Fußballfans unter den Freibadgästen halte sich zudem in Grenzen.


Donnerstag, 15. Juni 2006
Discounter Lidl verkauft Rettungsringe und Schwimmwesten
ImageDer Discounter Lidl verkauft ab dem kommenden Montag, 19. Juni Schlauchboote, Kajaks und  - wir mussten zwei Mal hinschauen - Rettungsmittel für Kinder und Erwachsene. Angeboten werden mit der Aktion "Spaß am Wassersport" zertifizierte Rettungsringe inclusive einer 30 Meter langen Wurfleine (39,99 Euro),  automatisch aufblasbare Rettungswesten (69,99 Euro) sowie Schwimmwesten für Kinder (22,99 Euro) und Erwachsene (29,99 Euro). Erfreulich: Die Produkte für mehr Sicherheit werden separat angeboten, auch wenn man kein Paddel- oder Schlauchboot kauft.


Dienstag, 13. Juni 2006
Bremen: Schon wieder tödlicher Badeunfall bei unbesetzter DLRG-Station
ImageBei einem Badeunfall im Sportparksee von Burg Grambke bei Bremen verunglückten gestern zwei türkische Kinder. Ein 6-jähriger Junge verstarb trotz Reanimationsbemühungen der Rettungskräfte, seine 8-jährige Schwester konnte zunächst wiederbelebt werden.

Eine Frau entdeckte gegen 17.10 Uhr (die DLRG-Station war nicht besetzt) ein auf dem Wasser treibendes lebloses Mädchen. Jetzt meldete sich die 7-jährige Schwester der Verunglückten und teilte mit, dass ihr 6-jähriger Bruder, der ebenfalls dort gebadet hätte, auch verschwunden sei. Badegäste machten sich sofort auf die Suche, Taucher der Feuerwehr wurden angefordert. Das Mädchen zeigte nach intensiven Bemühungen von Rettungskräften und Notärzten erste Lebenszeichen. Der Zustand ist jedoch nach wie vor kritisch und das Mädchen wird derzeit im Krankenhaus intensivmedizinisch versorgt.

25 Minuten nach dem Auffinden des Mädchens wurde der leblose Körper ihres Bruders auf dem Grund in Ufernähe entdeckt und geborgen. Auch bei ihm wurden sofort Reanimationsmaßnahmen eingeleitet. Trotz Bemühungen der Ärzte, die im Krankenhaus fortgesetzt wurden,  konnte der Junge nicht mehr wiederbelebt werden.

Zum eigentlichen Unfallhergang können noch keine genauen Angaben gemacht werden. Fest steht lediglich, dass eine türkische Großfamilie mit diversen Kindern am See zum Baden war. Die Kinder, die vermutlich beide nicht schwimmen konnten, begaben sich etwas weiter entfernt vom Standort der Familie ins Wasser. Dort wurden sie später auch aus dem Wasser geborgen. Die Kriminalpolizei ermittelt weiter die genaue Umstände. Am Unglücksort spielten sich ergreifende Szenen ab, als Angehörige von den Kindern teilweise zusammenbrachen und von einem Großaufgebot von Rettungskräften sowie dem Kriseninterventionsdienst versorgt werden.


Sonnabend, 10. Juni 2006
Europas Badewassser ist sauber und gefährlich
ImageDeutsche Urlauber können sich an fast allen Küsten der EU nicht auf sicheres, aber zumindest auf sauberes Wasser freuen. Beim Baden in Seen und Flüssen ist dagegen teilweise (hygienisch) Vorsicht geboten. Dies geht aus dem jüngsten Jahresbericht der EU-Kommission über die Badegewässer hervor, der am gestrigen Freitag in Brüssel veröffentlicht wurde. Das Meerwasser an 96 Prozent der europäischen Strände sei weiterhin von guter Qualität, erläuterte Umweltkommissar Stavros Dimas. Besorgniserregend sei hingegen, daß die Sauberkeit von Seen und Flüssen weiter abgenommen habe. Jüngsten Messungen zufolge erfüllten nur noch knapp 86 Prozent der Binnengewässer die Mindeststandards der EU - gegenüber 92 Prozent im Jahr 2003.

99 Prozent der Strände an Ost- und Nordsee erfüllen die Mindestanforderungen; bei Seen und Flüssen gilt dies für 94 Prozent der Badestrände. Der Anteil der Badegewässer, die auch die freiwilligen, aber schärferen EU-Grenzwerte für die mikrobiologische und chemische Verschmutzung erfüllen, blieb in etwa gleich: Bei den deutschen Küstenbädern waren dies 91,5 Prozent, bei den Binnengewässern etwa 82 Prozent.

Von sicheren Stränden kann allerdings keine Rede sein, selbst wenn die Presse gelegentlich etwas zu undifferenziert über die guten Bedingungen berichtet (spiegel.de: "An den Küsten, in Flüssen und Seen erwartet die Deutschen auch in diesem Jahr ungetrübter Badespass"). Die Zahl der Ertrinkungstoten ist in den meisten europäischen Ländern im vergangenen Jahr weiter gestiegen, trotz eher schlechter Wetterbedingungen auch in Deutschland. Drei von vier der Opfer sterben in Seen und in Flüssen.



Sonnabend, 3. Juni 2006
"Mogelpackung" Blaue Flagge 2006:
Verleihung auch für unbewachte Strände
ImageIn diesen Tagen werden die über 3100 Strände und Häfen  auf der Website www.blueflag.org  veröffentlicht, denen die  "Blaue Flagge" für 2006 verliehen wurde.  Und wieder  werben die mit der blauen Flagge ausgezeichneten Strände damit, daß diese nicht nur sauber, sondern auch sicher sein sollen. Auch in den Medien wird  dieser Eindruck vermittelt.

Die Verleihungskriterien sprechen eine andere Sprache. Denn auch dann, wenn  keine "adäquate Zahl" von Rettungsschwimmern vorhanden ist, der Strand also unbewacht ist, reicht auch das Vorhandensein von Rettungsmitteln und Erste-Hilfe-Material aus, um in den Genuß der werbewirksamen Verleihung zu kommen.

Eine Mogelpackung, weil (wenn überhaupt) nur bewachte Strände als sicher bezeichnet werden können. Frühestens 2012 will die Dachorganisation in Kopenhagen die Kommunen verpflichten, Wasserrettungsdienste als Kriterium für die Verleihung zu stellen.


Freitag, 2. Juni 2006
Bonner OB Bärbel Dieckmann verbietet Japanern Sprünge von Brücken
ImageZur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland hat der Asienmeister Japan sein WM-Quartier in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn aufgeschlagen.

Die Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann hat den Fans von WM-Teilnehmer Japan verboten, Erfolge ihres Teams mit dem traditionellen Sprung von einer Brücke zu feiern. "Springt nicht in den Rhein, ihr könntet ertrinken. Wir müssen allen Anhängern das Schwimmen im Rhein strikt verbieten", sagte Dieckmann japanischen Medien. Die Warnung kommt nicht von ungefähr: Beim Achtelfinaleinzug der "Blue Samurai" bei der WM 2002 waren Hunderte von Fans in einen Kanal gesprungen. Von früheren Siegesfeiern sind sogar Todesfälle überliefert.


Donnerstag, 1. Juni 2006
Blausand.de veröffentlicht Dokumentation zur "Woche der Rip-Strömung"
Erste umfassende Dokumentation zur größten Ertrinkungsgefahr im Meer in deutscher Sprache
ImageSeit heute gibt es auf Blausand.de eine umfassende Dokumentation zur Ertrinkungsgefahr Nummer 1 im Meer. Jeder zweite ertrinkt wegen gefährlicher unsichtbarer Bewegungen unter Wasser. Ihr Name: Rip-Strömungen. Sie sind die größte Gefahr beim Badeurlaub an europäischen Urlaubsstränden und der Grund für achzig Prozent aller Wasserrettungseinsätze und aller tödlichen Badeunfälle im Meer.

In der Dokumentation zur Woche der Rip-Strömungen ("Rip Current Awareness Week") vom 4. bis 10. Juni 2006 beschreibt Blausand.de die Gefahren, dokumentiert eindrucksvolle Erfahrungsberichte und gibt wichtige Tipps für Ihren Strandurlaub 2006. Für die Dokumentation geht ein herzlicher Dank an die Marine and Coastal Weather Services NOAA, Silver Spring, USA und zwei Mitglieder im Blausand-Team: Claudia Popp (Bremen) und Kerstin Petersson (Wakefield, Canada).
Die Dokumentation über Rip-Strömungen in Europa finden Sie hier
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