Aktuell im September 2006

Donnerstag, 28. September 2006
Norderney: Schwimmflügel "polizeilich verboten"


ImageJohannes Elischer aus Korbach bei Kassel versteht seit dem 13. August dieses Jahres die Welt nicht mehr. An diesem Tag ist er mit seiner Familie auf der ostfriesischen Nordseeinsel Norderney und legt seinen 4jährigen Zwillingen natürlich erst einmal Schwimmflügel an, bevor er mit Ihnen im Ostbad "Weiße Düne" baden geht.

Es vergeht nur kurze Zeit, bis die Badeaufsicht kommt und Johannes Elischer auffordert, den Zwillingen die Schwimmhilfen abzunehmen. Als er der Aufforderung nicht nachkommt, kommt der Bademeister und Imagedroht, die Polizei zu holen: "Wenn Sie Schwimmflügel benutzen, würden dies alle Eltern tun. Ihre Kinder einfach ins Wasser schicken, ihre Strandkörbe in die Sonne drehen und die Bademeister müßten die Kinder dann wieder herausfischen".

20 Minuten ist Familie Elischer wieder aus dem Wasser heraus, als der Bademeister tatsächlich mit 2 Inselpolizisten an den Oststrand kommt, um die Urlauber nochmals aufzufordern, in Zukunft ohne Schwimmhilfen (also ohne Sicherheitsvorkehrungen) baden zu gehen.

ImageHerr Elischer beschwert sich bei der Norderneyer Geschäftsführung. Am 7. September 2006 wird ihm mitgeteilt, daß - mit Hinweis auf die Strand- und Badeordnung vom 6.7.1976 - "Kinder mit Schwimmhilfen oftmals ein zu großes Sicherheitsgefühl im Wasser bekommen und dann ggfls. vom Gezeitenstrom,  insbesondere bei ablaufender Tiede und ablandigen Winden erfasst werden" und man "uneingeschränkt zu dem Handeln des Personals" stehe.

Johannes Elischer ist entsetzt darüber, von Polizeibeamten aufgefordert zu werden, seine Kinder in Lebensgefahr zu bringen. Im August hat er bei der Polizeiinspektion Aurich (Ostfriesland) Beschwerde eingereicht.

ImageTrotz ansonsten guter Sicherheitsmassnahmen und engagierter Rettungsschwimmer auf der Insel müssen wir feststellen, dass das Staatsbad Norderney seinen Gästen eine anachronistische dreissig Jahre alte Strand- und Badeordnung zumutet. Wenn man die grotesk anmutende Begründung auf das Autofahren übertragen würde, müßten etwa Kindersitze und Sicherheitsgurte verboten werden, weil sie zu riskanterem Fahren verleiten könnten. Das verantwortliche Verhalten von Eltern wird durch derartige Regelungen ad absurdum geführt. Ein geradezu unfassbarer Vorgang.

Heinrich Heine, der große deutsche Dichter, Schriftsteller, Journalist und Fan vom niedersächsischen Staatsbad Norderney, schreibt schon im Jahr 1826 in der "Harzreise": "Das ist schön bei den Deutschen: Keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren fände, der ihn versteht".


Sonnabend, 23. September 2006
Wangerooge, Libanon


Image Es gibt Inseln, die einmalig sind: autofrei, hundefreundlich, bezahlbar und - wenn man sich an die Regeln hält - auch im Wasser sicher. Wenn man im Altweibersommer 2006 für ein paar frühherbstlich-sonnige Tage nach Wangerooge fährt (Luft 22, Wasser 17), bekommt man eine gute Vorstellung davon, warum hier - wie auch an anderen Badestellen der deutschen Nord- und Ostsee - nur wenige Menschen ertrinken. Im krassen Gegensatz zu den fast immer unbewachten Seen und Flüssen in Deutschland.

Wer hier am Hauptstrand im Norden der ostfriesischen Insel im deutlich abgegrenzten und absolut übersichtlichen Bereich badet, erhält erst einmal eine unmißverständliche Warnung vor den Gefahren ("wegen größter Lebensgefahr ist das Baden außerhalb der Imagefestgesetzten Badezeiten und der beaufsichtigten Plätze nicht gestattet"), bevor er von insgesamt drei DLRG - Rettern verantwortungsvoll bewacht wird. Sobald Bade - und Bewachungszeit - wegen Ebbe und Flut heute um die Mittagszeit - beendet sind, verlassen die Urlauber konsequent das Wasser.

Es ist der 21. September 2006. Uns scheint das, was wir weiter draussen auf See beobachten, gefährlicher zu sein. Denn das wirklich beunruhigende sind die am Horizont deutlich erkennbaren militätischen Einheiten - von Wilhelmshaven kommend und auf dem langen Weg Richtung Libanon. "Ein historischer Tag", sagt ein Politiker. Eher ein denkwürdiger Tag.


Dienstag, 19. September 2006,
Blausand.de in der WDR-Sendung "markt" am Montag, 25.9., ab 21 Uhr

ImageDer testmarkt im Rahmen der wöchentlichen WDR-Sendung "markt" erfreut sich bundesweit großer Beliebtheit. In der Sendung am Montag, 25. September 2006 ab 21 Uhr (Wiederholung 27.09., 9.15 Uhr) wird das Baderisiko an ausgewählten Strandabschnitten auf Mallorca bewertet und die Arbeit von Blausand.de beschrieben. Die zum Teil überraschenden Testergebnisse sind hier auf www.blausand.de nachzulesen. Die spannende WDR-Reportage von Wolfgang Rathgeber kann übrigens auch über das Internet per Video-Podcast abgerufen werden.


Sonnabend, 16. September 2006
DLRG: Zahl der Ertrinkungsopfer steigt bis Ende August um ein Drittel


Image Nach jetzt veröffentlichten Zahlen der DLRG sind In den ersten acht Monaten dieses Jahres in Deutschland mindestens 458 Menschen ertrunken. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2005 stieg die Zahl der tödlichen Wasserunfälle um 32,4 Prozent. Allein in den beiden heißen Sommermonaten Juni und Juli ertranken 217 Menschen, das sind 47,4% der Todesfälle dieses Jahres. Der verregnete August - so die DLRG - habe verhindert, daß die Zahlen nicht noch schlimmer geworden seien. Inzwischen haben die unbewachten Gewässer einen noch höheren Anteil an den Unfallorten: Knapp 80 Prozent, 359 Menschen seien hier bisher ertrunken. Wie der Anstieg der tödlichen Unfälle in (bewachten!) Schwimmbädern von 18 auf 26 bis August 2006 zu erklären ist, kann bisher nicht beantwortet werden. Und wie immer gibt es wesentlich mehr männliche Opfer, 77 Prozent Männer, 23 Prozent Frauen. Die DLRG rechnet bis zum Jahresende mit einer Zahl von weit mehr als 500 Ertrinkungsopfern in Deutschland.


Freitag, 15. September 2006
Blausand.de -Bericht heute im ZDF, "Hallo Deutschland", ab 17.15 Uhr

ImageRolf Lüke, Gründer von Blausand.de, war vor einigen Tagen zusammen mit einem Redaktionsteam des ZDF auf Formentera. Vor fast 7 Jahren ertrank hier am Strand von Arenals Beate Bernhardt, die Schwester von Rolf Lüke, als Beate Corinna aus Hannover retten wollte, die ebenfalls ertrank. Das tragische Unglück war der Beginn von Blausand.de. Was hat sich auf Formentera in den letzten 7 Jahren verändert? Ist der "gefährlichste Strand der Balearen" sicherer geworden? Den Bericht, der am "Es Arenals" gedreht wurde,  bringt das ZDF am 15. September im Boulevardmagazin "Hallo Deutschland" in der Zeit zwischen 17.15 und 17.45 Uhr.  Der Beitrag (Rettungsschwimmer auf Formentera) kann hier auch heruntergeladen werden.

Image Einige Tage, nachdem der Bericht gedreht wurde, warnt der Rote-Kreuz-Verantwortliche für die Gefahrenvermeidung an den Balearenstränden von Ibiza und Formentera, Lucas Delbó, in einem ungewöhnlich offenen Interview vor "völlig unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen an den Stränden Ibizas und Formenteras". Kein einziger der Inselstrände entspräche dem kürzlich erlassenen Gesetz zur Strandsicherheit. Für Formentera warnte Delbón speziell vor den Strömungen am Migjorn. Bei Südwind sei es durchaus möglich, dass hier an einem Tag mehrere Leute ertrinken. Da die Schwimmer keinerlei Vorsichtsmaßnahmen treffen würden. Wenn sie dann von der Strömung erfasst würden und aufs Meer hinaus gezogen werden, ermüden sie schnell, geraten in Panik und ertrinken.

Informationen zu weiteren TV-Terminen  (am übernächsten Montag, 25.9.2006 im WDR) erhalten Sie auf dieser Seite (bitte klicken).


Sonnabend, 9. September 2006
9/11 + 5
ImageVor 5 Jahren, wenige Tage nach dem Tag, den wir nie vergessen werden (9/11) und wenige Tage vor dem Tag, an dem zwei Jahre vorher Beate Bernhardt auf Formentera ertrank (18/11), fuhr der Gründer von Blausand.de, Rolf Lüke, auf die kleine Baleareninsel. Auch deshalb, um eine kleine Gedenkfeier für seine Schwester Beate auszurichten. Nicht nur deshalb wurde es ein denkwürdiger und stiller Inselaufenthalt, aus dem ein Tagebuch entstand, das später im Szene-Reiseführer "Formentera" (Unterwegs Verlag) erschienen Imageist und hier nachgelesen werden kann. Zitat aus dem Buch: "Das Salz auf der Haut in unseren Gesichtern und den salzigen Geschmack nehmen wir mit. Jedesmal, wenn ich von der Insel wegfahre, gibt es einen Gedanken, dass ich bald wiederkommen will. Diesmal weiss ich aber nicht, wann. Es gibt so viele Unsicherheiten in der Welt und Veränderungen scheinen noch endgültiger zu sein als vorher, als die Zeiten ruhiger schienen. Die Kontrollen am Flughafen sind so wie immer, jetzt, seitdem ich drauf achte, so nachlässig wie immer. Ein Messer in unseren Schuhen hätten weder Mensch noch Maschine erkannt. Nein, Angst habe ich deshalb nicht. Es gibt Dinge im Leben, die ich nicht verändern kann. Vielleicht kann man im Kleinen mehr erreichen".

Freitag, 8. September 2006
"Waterboarding": US-Folter mit Ertrinkungsdrohungen in Guantanamo Bay
ImageMenschenrechtler bezweifeln Bushs Aussagen über den Umgang mit den Häftlingen in den Geheimgefängnissen: Dass die USA nicht gefoltert hätten, ist für die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch nicht glaubwürdig. "Für die Vergangenheit trifft dies sicherlich nicht zu", sagt Human Rights Watch. Bush rechtfertige Verhörmethoden wie das "Waterboarding", bei dem Gefangenen das Gefühl gegeben wird, dass sie ertrinken. "Das entspricht Folter." Human Rights Watch fordert, dass Bush endlich das Gefangenenlager Guantanamo Bay schließen lässt. Die EU soll dafür Druck machen: "Europa muss mehr Unterstützung geben", verlangt die Organisation, "momentan ist das zu billig." Man könne nicht immer nur die USA zum Umdenken auffordern - sondern müsse auch Alternativen anbieten, beispielsweise Möglichkeiten, die jetzigen Gefangenen aufzunehmen.


Dienstag, 5. September 2006
Auf dem Weg zur Normalität:
Rettungsschwimmerausbildung im indonesischen Tsunamigebiet
Image Im indonesischen Aceh starben am 26. Dezember 2004 eine unvorstellbare Zahl von 168.000 Menschen. Wie die Nachrichtenagentur Agence France-Press meldet, gibt es in diesem indonesischen Tsunami-Gebiet ein weitereres Zeichen auf dem langen und schweren Weg zur Normalität.

Am "Aceh Beach" sind jetzt die ersten Rettungsschwimmer ausgebildet worden. Wie wichtig dies ist, sagt eine Statistik der lokalen Polizei. Nach dem Tsunami sind allein am Strand von Lhok Nga acht Menschen ertrunken - durch Strömungen. Die zukünftigen Retter wissen, dass sie Helikopter und Jet Skies für die Wasserrettung nicht erwarten können. Das australische Rote Kreuz hat aber mit dafür gesorgt, daß ein gut ausgerüsteter Rettungswagen vom Krankenhaus in Banda Aceh jedes Wochenende an den gefährlichen Strand kommt.



Sonnabend, 2. September 2006
DLRG: "Allgemeine Verunsicherung" mit rot/gelben Flaggen
Image„Papa, was bedeuten denn die rot-gelben Flaggen“, fragt in einem Beitrag auf der Website der DLRG ein Junge seinen Vater.  "So wie Björn",  schreibt die größte Wasserrettungsorganisation der Welt weiter, "geht es vielen Kindern und Erwachsenen, wenn sie die Flaggen in den unterschiedlichen Farben am Meer sehen."


Wie wahr. Die Frage des Jungen nach der zukünftigen Bedeutung der Flaggenfarben ist mehr als berechtigt, denn die so genannte "Badestellenkennzeichnung" in Rot-Gelb soll ganz unterschiedliche Informationen vermitteln und sorgt schon allein deshalb zunehmend für Irritationen unter Wasserrettern, Urlauben und Freizeitsuchenden - vor allen im europäischen Urlaubsländern, die die neuen Regelungen kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen und deshalb in einigen Fällen vorerst auch lieber bei der "alten" Regelung (Grün, Gelb und Rot) bleiben wollen.

Solange einzelne "Farben" gehisst werden, ist die Sache eindeutig: eine gelbe Flagge signalisiert Gefahr, Rot bedeutet Badeverbot. Schwierig und unklar wird es bei einer rot/gelben Flagge. Einerseits dient diese als Begrenzung für den Schwimmbereich und als Zeichen dafür, daß hier Wassersportgeräte verboten sind,  andererseits soll Rot/gelb signalisieren, daß der Strand bewacht ist.

Nichts gegen die Reduzierung von Schildern und Flaggen, aber: wieso man nun exakt die selben Farben für Gefahr und Verbot auch als Hinweiszeichen für Begrenzung und Bewachung verwendet, bleibt rätselhaft und trägt eher zur allgemeinen Verunsicherung bei. Signale und Flaggenfarben müßten in ihrer Bedeutung klar zuzuordnen und vor allem unmißverständlich sein. Wir empfehlen dringend eine kritische Überprüfung der DLRG-Kennzeichnungen, bevor diese europaweit und endgültig zum Einsatz kommen.


Freitag, 1. September 2006
Schon wieder ein Kind im Hotelpool auf Mallorca verunglückt
ImageEin 13-Jähriger und eine 51-jährige Frau schweben auf Mallorca in Lebensgefahr, nachdem sie fast ertrunken sind. Der Junge wurde leblos im Pool des Hotels Son Caliu in Palmanova gefunden. Personal und Gäste konnten ihn wiederbeleben.

Der zweite Badeunfall ereignete sich an Palmas Strand Ciudad Jardin, wo Rettungsschwimmer eine Frau aus dem Wasser holten. Die beiden Verunglückten liegen auf der Intensivstation von Son Dureta. 

Erst Anfang Juli 2006 forderten die Ärzte des Krankenhauses Son Dureta auf einer Pressekonferenz den Gesetzgeber auf, für mehr Sicherheit und bessere Erste-Hilfe-Massnahmen an den Pools zu sorgen - getan hat sich bisher nichts. Laut einer Statistik des Krankenhauses in Palma de Mallorca stellen Kinder rund 70 Prozent der Todesopfer durch Ertrinken. Dabei seien vor allem die Kinder von Urlaubern gefährdet. Die meisten Badeunfälle ereignen sich in den Swimmingpools von Hotels und Wohnanlagen.

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