Aktuell im April 2007
Sonntag, 29. April 2007
Aprilhitze, Alkohol und Schwimmen ohne Begleitung: Die riskante Mischung
ImageDie ungewöhnliche Aprilhitze der letzten Tage und das Schwimmen in kälteren Seen ohne Begleitung, mit Alkohol: eine riskante Mischung. Wenn dann kaltes Wasser hinzu kommt, kann tödliche Abkühlung die Folge sein. Auch am Freitag dieser Woche ging die Suche nach dem im Rubbenbruchsee (Osnabrück, Niedersachsen) vermissten 34-Jährigen weiter. Der junge Mann hatte sich am Donnerstag mit Freunden an dem See getroffen, um das schöne Wetter zu genießen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit trank der Vermisste dabei auch Alkohol. Am späteren Nachmittag war er dann ins Wasser gesprungen, um an das andere Ufer zu schwimmen. Dort kam er nach Angaben seiner Freunde aber nicht an. Sie riefen die Polizei, und mithilfe von Tauchern und einem Leichenspürhund wurde der See abgesucht. Bei einbrechender Dunkelheit wurde die Suche allerdings abgebrochen.

Freitag Vormittag setzten die Beamten die Suchaktion fort. Dabei wurden sie von der Feuerwehr und Tauchern der Oldenburger Bereitschaftspolizei unterstützt. Außerdem halfen drei spezielle Leichenspürhunde, die für die Suche von Leichen in Gewässern ausgebildet sind. Von der Stelle, an der der Vermisste ins Wasser gesprungen ist, sind es etwa 235 Meter bis zum nächsten Ufer. Die Wassertemperatur betrug 13 Grad. Dass der See zum Baden überhaupt nicht freigegeben ist, wissen die Schwimmer nicht.



Freitag, 27. April 2007
2-jähriger Junge und seine 82-jährige Retterin ertranken in Teich
ImageDer zweijährige Junge, der am Mittwoch von einer 82-jährigen Frau in Nielebock (Sachsen-Anhalt) vor dem Ertrinken gerettet wurde, ist am Donnerstag im Krankenhaus gestorben.

Wie die Polizei am Freitag mitteilte, konnte das Kind zwar am Unglücksort wiederbelebt werden. Der Kleine erholte sich aber nicht mehr von seinen Verletzungen. Die Rentnerin war bei ihrem Rettungsversuch in den Teich gestürzt und ertrunken.


Mittwoch, 25. April 2007
Herzstillstand: Mund-zu-Mund-Beatmung kein Muss?
ImageOft fällt es Ersthelfern schwer, in Notfällen die Herz-Lungen-Wiederbelebung durchzuführen. Jetzt belegt eine japanische Studie, dass die als unangenehm empfundene Mund-zu-Mund-Beatmung gar nicht immer notwendig ist. Vor allem bei Herzstillstand profitiert der Muskel von einer vernünftigen Druckmassage. Sind durch Unfälle oder akute Erkrankungen wichtige Lebensfunktionen bedroht, sollten umgehend lebensrettende Sofortmaßnahmen eingeleitet werden. Häufig jedoch schrecken Passanten oder Zuschauer vor den derzeit gelehrten komplexen Techniken zur Wiederbelebung zurück und zögern mit der Reanimation. Unter anderem besteht die Angst, sich durch die Mund-zu-Mund-Beatmung mit ansteckenden Krankheiten zu infizieren.

Wissenschaftler des Universitätskrankenhaus in Tokio fanden heraus, dass im Falle eines Herzstillstands bereits eine alleinige Druckmassage zur Wiederbelebung ausreichen kann. Sie verglichen in einer Beobachtungsstudie die Folgen der Reanimation bei mehr als 4000 Patienten, die von Passanten entweder nur durch eine Herzdruckmassage oder eine konventionelle Wiederbelebung versorgt wurden. Besonders bei zugrunde liegendem Atemstillstand, Herzrhythmusstörungen oder kurzen Perioden von unbehandeltem Herzstillstand erwies sich eine ausschließliche Herzdruckmassage als deutlich vorteilhafter gegenüber der Herz-Lungen-Reanimation.

Die Wissenschaftler hoffen mit diesen Ergebnissen auf mögliche Änderungen allgemeiner Erste-Hilfe-Richtlinien. Helfer könnten somit ermutigt werden, mit alleiniger Herzdruckmassage die Wiederbelebungsversuche rechtzeitig zu starten und dem Betroffenen somit höhere Überlebenschancen zu gewährleisten. Dennoch sollte eine konventionelle Reanimation weiterhin Bestandteil der Erste-Hilfe-Ausbildung bleiben, betonen die Forscher, da deren Anwendung in Fällen von Ertrinken oder besonderen Arten des Atemstillstands überlebensnotwendig ist.

Dienstag, 25. April 2007
"Baywatch-Helikopter" für Mallorcas Badestrände
ImageHelikopter für die Wasserrettung wurden auf der Ferieninsel Mallorca bisher nur in Ausnahmefällen eingesetzt. Besonders für die so genannten "Naturstrände" dauerte es viel zu lange, bis professionelle Hilfe zu den Verunglückten vordrang. Trauriges Beispiel ist der Strand von Es Trenc im Süden der Insel. Hier waren immer wieder Ertrinkungsopfer zu beklagen, weil der Rettungswagen viel zu lange brauchte. Die Ankündigung des Balearenministeriums macht nun Hoffnung: Ab Sommer 2007 soll ein neuer „Baywatch“-Helikopter eingesetzt werden, um die Strände auf Mallorca zu überwachen. Mit diesem können Verletzte aus dem Wasser gezogen und schnellstmöglich versorgt werden. An den Stränden der Balearischen Inseln sind knapp 70 Strandwachen und 17 Erste Hilfe-Posten aufgestellt. Die Balearenregierung will an den Stränden der Inseln einen neuen Helikopter einsetzen, der in Notfällen Rettungseinsätze fliegen soll. Neben den Einsätzen an den Stränden soll der neue Helikopter allerdings auch verwendet werden, um den Verkehr zu kontrollieren oder Waldbrände zu löschen. Den Blausand.de - Report über Mallorca und seine Strandsicherheit lesen Sie hier.

Sonnabend, 21. April 2007
Rolf Lüke, Gründer von Blausand.de, wurde im April 60 Jahre alt
Ein persönlicher Dank für Spenden zugunsten Blausand.de
ImageMein Wunsch, zu meinem Geburtstag Geld für Blausand.de zu spenden (Konto 13554100, Postbank Berlin, BLZ 100100010), hat bis heute über 500 Euro eingebracht, die ausschliesslich dem Blausand.de Risk Assessment-Projekt in Europa zugute kommen werden.

Ihr tragt also dazu bei, dass wieder weitere Strandabschnitte in Europa hinsichtlich Baderisiko bewertet werden. Das ist eine grosse Hilfe in Zeiten knapper Budgets bei Unternehmen. Der wunderbare im letzten Jahr verstorbene Robert Gernhardt hat diese Zeilen hinterlassen - nicht nur für die Älteren unter uns:

Ich bin nicht mehr,
der ich mal war.
Das wird mir täglich
schmerzhaft klar.
Doch dass ich weiß,
wer ich mal war,
verdank ich dem,
der ich heut bin:
Die Zeit macht dich
nicht nur zur Sau,
sie macht auch schlau,
macht sogar Sinn.

Etwas sehr Lebendiges zum Thema finden Sie hier.



Donnerstag, 19. April 2007
Arzt hält Kind für ertrunken - später wiederbelebt


ImageDie Webseite www.versicherungs-nachrichten.de  berichtet über ein diskussionswürdiges Urteil des OLG München (Az: 1 U 4142/05). Ein zweijähriges Kind drohte auf einer überschwemmten Wiese zu ertrinken, weil es schon längere Zeit unter Wasser gewesen war. Zur Hilfe eilte ein Gynäkologe, der gerade zufällig in der Nähe war. Das Kind atmete nicht mehr und hatte auch keinen fühlbaren Puls. Der Arzt nahm an, das Kind sei tot und unterließ weitere Wiederbelebungsmaßmahmen. Dem inzwischen eingetroffenen Notarzt gelang es jedoch, das Kind zu reanimieren, das jedoch einen schweren Hirnschaden davon trug.

Die Mutter forderte daraufhin von dem Gynäkologen Schmerzensgeld für das Kind und verlor vor dem OLG München. Begründung: Der Gynäkologe sei deshalb nicht zur Zahlung verpflichtet wurde, weil er spontan in seiner Freizeit versucht hatte, Hilfe zu leisten. In derartigen Situationen besteht nicht automatisch ein Behandlungsvertrag, auf den sich der Patient berufen kann, wie das z.B. der Fall ist, wenn der Patient den Arzt in der Praxis aufsucht. Bei spontaner Hilfeleistung kann der Arzt nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit belangt werden. Beides war dem Gynäkologen nach Auffassung des Gerichts in diesem Fall nicht anzulasten.


Montag, 16. April 2007
ARD: Aktionswoche "Kinder sind Zukunft" ohne Ertrinkungsgefahren
ImageAm vergangenen Wochenende startete die ARD eine vielversprechende Aktionswoche mit dem Thema Kinder sind Zukunft. Das Programm ist vielfältig und den Programmmachern gebührt Lob. Trotzdem sind wir irritiert. Da müsste doch jemand in der sicher kompetent besetzten ARD-Programmkonferenz für die Planung der Inhalte den Finger in die Luft gehalten und gesagt haben: Die zweithäufigste Unfallart bei Kindern ist das Ertrinken und die Ertrinkungsrate bei Kindern ist hoch. Auf einen Todesfall kommen vermutlich noch einmal fünf bis zehn Beinahe-Ertrinkungsfälle. Diese Tatsache muss innerhalb der Aktionswoche thematisiert werden !!!Schade, schade, aber das scheint nicht passiert zu sein. Wir finden im Programm nichts, was mit Kindern und Wassergefahren zu tun hat. Eine verpasste Chance.


Donnerstag, 12. April 2007
Hannover: Landrettung wird finanziert, Wasserrettung nicht
ImageWelchen geringen Stellenwert besonders an Badeseen die Wasserrettung in Deutschland zur Zeit hat, zeigt sich exemplarisch in der Region Hannover und am Zwischenahner Meer im Landkreis Ammerland.

Hintergrund: Die Landrettung ist durch die Krankenkassen abgesichert, die Wasserrettung nicht, sagt das Landesgesetz für den Rettungsdienst. Die Konsequenzen sind grotesk: Aus Kostengründen fährt das Rettungsboot der DLRG auf dem Zwischenahner Meer nur noch auf Anforderung durch die Rettungsleitstelle in See - Beobachtungsfahrten und andere präventive Massnahmen entfallen. Jetzt haben die Kostenträger - Krankenkassen, Berufsgenossenschaften, Unfallversicherer - einen Rechtsstreit begonnen, um die Wasserrettung der Landrettung gleichstellen zu lassen und damit die Kostenübernahme zu klären. Dazu wird Mitte Mai ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg erwartet.


Ostersamstag, 7. April 2007
Australien: Warnung vor langem Osterwochenende an den Küsten
ImageIn Deutschland sind Ertrinkungsgefahren wegen der noch kühlen Wassertemperaturen nicht sehr hoch, an Europas Badeküsten schon viel eher und am anderen Ende der Welt noch viel mehr.

Denn wer in Australien am langen Osterwochenende an die Küste fährt, geht ein weitaus grösseres Risiko ein, zu ertrinken. Deshalb wird in Australien kurz vor Ostern von der Royal Life Saving Australia vor diesen Gefahren gewarnt.  Ein Sprecher der Forschungsgruppe zum Thema: "Wochenende und Feiertage sind oft gesellschaftliche Anlässe, bei denen Freunde, Alkohol und das Element Wasser eine gefährliche Kombination bilden", und "oft werden Freizeitaktivitäten am und im Wasser geplant und die Wetter- und Sicherheitsbedingungen nicht ausreichend beachtet."  Sogar um das Vierfache - so sagt eine Studie - steigt in Australien das Risiko bei Männern, an einem Wochenende oder an einem Feiertag gegenüber einem Wochentag zu ertrinken. 2006 gab es in australischen Gewässern 265 Ertrinkungsopfer - die meisten von ihnen Männer.

ImageDie Verbindung zwischen Sport und Wasserrettung ist im vergleichsweise wenig bevölkerten Australien weltweit einmalig populär und bringt unglaublich viel Menschen auf die Beine: Am vergangenen Wochenende ging die die Surf Life Saving Championship, die weltweit größte Life-Saving-Meisterschaft zu Ende. Austragungsort war Scarborough Beach in Perth. Rund 8000 Teilnehmer aus 200 Rettungsclubs und über 100.000 (!) Zuschauer nahmen am typisch australischen Event teil. In diesem Jahr feierte die Veranstaltung ein besonderes Jubiläum, denn vor genau hundert Jahren wurde die erste Surf Life Saving Association gegründet.

Donnerstag, 5. April 2007
Unsinn des Tages: Besser ohne Handy an den Strand?
ImageDas Onlineportal Xonio aus München informiert seine Leser über die Gefahren für das Handy, wenn "sich Sandkörner zwischen den Tasten und in anderen Gehäuseteilen festsetzen".  "Kontakt mit Salzwasser", so die Empfehlung, "kann für die Elektronik das Todesurteil bedeuten". Aus dem Plädoyer für den sorgfältigen Umgang mit dem Handy formulierte die Nachrichtenagentur dpa die Überschrift "Besser ohne Handy an den Strand", die danach von Tageszeitungen unkritisch abgedruckt wurde. Dass ein Badeunfall an unbewachten Stränden ohne schnelle Alarmierungsmöglichkeit über das Handy (inzwischen sogar mit der  Möglichkeit einer automatischen Ortung, die nach  Registrierung bei der Björn-Steiger-Stiftung kostenlos genutzt werden kann) allzuoft das Ende für den Ertrinkenen bedeutet, wird nicht erwähnt. Montag, 2. April 2007
Unfallserie in deutschen Schwimmbädern setzt sich fort
ImageSchwimmbäder sind im Gegensatz zu Outdoor-Badestellen immer bewacht. Auch deshalb ist es völlig unverständlich, dass im vergangenen Jahr nach DLRG-Angaben 29 Menschen in Schwimmbädern ums Leben kamen - mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr.

In den letzten Tagen setzte sich die Unfallserie durch gleich zwei Unfälle weiter fort. Nachdem in Wernigerode ein kleiner Junge in einem Schwimmbecken eines Freizeitparks ertrunken ist, sucht die Polizei weitere Zeugen. Der 5-Jährige trieb am Freitag plötzlich leblos im Nichtschwimmerbecken und konnte nicht mehr wiederbelebt werden. Offenbar haben auch die Eltern nichts davon mitbekommen. Der Junge stammt aus Nordfriesland und war mit seiner Familie in der Harz-Region im Urlaub.

Ein vier Jahre alter Junge kämpft nach einem Badeunfall in Fichtelberg im Landkreis Bayreuth um sein Leben. Besucher hatten das Kleinkind am Beckenrand eines Hallenbades regungslos liegen sehen, teilte die Polizei mit. Der Junge sei zwar sofort reanimiert worden, liege aber weiterhin im künstlichen Koma. Unmittelbar vor dem Unfall hatte der Vierjährige mit zwei Mädchen an der Treppe zum Nichtschwimmerbecken gespielt. Der Unfallhergang ist noch unklar.


Montag, 2. April 2007
Blausand.de sucht Kontakt zu Betroffenen von Badeunfällen
ImageFür eine Fernseh-Dokumentation zu Badeunfällen in Deutschland und in den europäischen Badeländern sucht der Gründer von Blausand.de, Rolf Lüke, Kontakte zu Betroffenen (Angehörige, Freunde, auch Zeugen) von Badeunfällen. 

Wir bitten Sie auch, mit uns Kontakt aufzunehmen, wenn Sie von einem Badeunfall gehört haben. Bitte machen Sie auch  Betroffene auf unsere Bitte aufmerksam und schreiben Sie eine Nachricht an oder rufen Sie Rolf Lüke unter der Telefonnummer 0421 / 79 49 947 an. Persönliche Daten werden von unserer Organisation ohne vorherige Absprache nicht weitergegeben. Vielen Dank für Ihre Mühe.
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