Unfallserie in deutschen Schwimmb?dern
ImageWas ist in deutschen Schwimmbädern los, in denen es trotz vorgeschriebener Bewachung seit Wochen eine signifikante Unfallhäufigeit gibt? Es sind vor allem Kinder, die gerade noch entdeckt werden - oder ertrinken. Immer häufiger werden Notsituationen trotz anwesender Bademeister nicht sofort erkannt.
Der vorerst letzte Unfall ereignete sich am Dienstag, 4. März, im Kempener Badezentrum aqua sol (Nordrhein-Westfalen). Gegen 12.30 Uhr ertrank dort ein 85-jähriger Badegast. Einer Lehrerin fiel der am Beckenboden liegende Mann auf. Sie reagierte sofort, holte ihn an die Oberfläche, und ein Mitarbeiter des Bades begann sofort mit der Wiederbelebung. Gleichzeitig wurde das Bad geräumt. Die Wiederbelebungsmaßnahmen blieben erfolglos.

Zwei Tage davor, am Sonntag, 2. März 2008 im Freiburger Eugen-Keidel-Bad: Ein 4-jähriger Junge spielte der Junge zusammen mit seinem 8-jährigen Cousin am Außenbecken, während seine Eltern in der Sauna waren. Ein Badegast fand das Kind später auf dem Grund des Beckens und alarmierte den Notarzt. Der Junge musste schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden und überlebte.

Wenige Tage vorher wurde ein 14 Jahre alter Junge leblos aus dem Schwimmbecken eines Freizeitbads in Goch (Nordrhein-Westfalen) geborgen Er war im Wasser liegend entdeckt worden und starb wenig später im Krankenhaus. Ein achtjähriger Junge ist im Februar im Hallenbad "Aquarella" in Buxtehude (Niedersachsen) ertrunken. Ein Badegast hatte den leblosen Achtjährigen am Grund des Beckens entdeckt.

Im Hallenbad "Finto" in Finnentrop (Nordrhein-Westfalen) wären Ende Februar zwei Brüder fast ertrunken. Ein Badegast sah sie leblos am Beckenboden im Schwimmerbereich des Hauptbeckens. Beide Kinder wurden von den Ersthelfern reanimiert und in Kliniken eingeliefert.

ImageDer 7-Jährige sagte, er sei vom Ein-Meter-Brett gesprungen und dann nicht wieder aufgetaucht. In Panik habe er sich am Bein seines älteren Bruders festgehalten, der sich unterhalb des Sprungbretts im Wasser aufhielt. Auch der 10-Jährige konnte nur unzureichend schwimmen und so sanken beide Kinder auf den Beckenboden. Beobachtet hatte dies niemand.

Besonders häufig passieren Ertrinkungsunfälle im beliebten Kölner Freizeitbad "Aqualand", im Februar erneut Schauplatz eines Unfalls, bereits der vierte in den letzten Monaten, von denen einer tödlich ausging. Der leblose Körper des 15-Jährigen trieb auf der Wasseroberfläche. Sein Vater und andere Badegäste zogen den Schüler aus dem Wasser. Zufällig war unter den Gästen auch eine Gruppe von Sanitätern, die sofort mit einer professionellen Reanimation begannen und vermutlich so dem Kind das Leben retteten. Der Junge hatte möglicherweise die Rutsche benutzt und eine nachfolgende Person war auf den Kopf des Jungen geprallt, so dass der 15-Jährige das Bewusstsein verlor.

Es sind vor allem die Kinder, die ertrinken, und immer wieder werden Zeugen gesucht, weil Ertrinkungsunfälle trotz der anwesenden Bademeister nicht sofort erkannt werden. Wie auch? Ohne technische Unterstützung ist Aufsicht bei unübersichtlichen Badelandschaften - oft mit ausgedünntem und in Stoßzeiten wie etwa am Wochenende überfordertem Bewachungspersonal - kaum mehr zu leisten.

Eine Vernachlässigung der elterlichen Aufsichtspflichten und fehlende Schwimmfähigkeiten, die Imagedurch fehlenden Schwimmunterricht in der Schule weiter begünstigt werden, lassen für die Zukunft noch Schlimmeres befürchten.

Umso wichtiger ist, dass Notsituationen ohne zeitliche Verzögerung erkannt werden und das Aufsichtspersonal durch technische Möglichkeiten (Sensoren, Kameras unter Wasser) unterstützt und sofort alarmiert wird.

Seit Jahren gibt es technisch ausgereifte Anlagen mit Unterwasserkameras für Schwimmbäder, die Alarm mit Lokalisierung auslösen, wenn ein Körper bewegungslos im Wasser treibt. Diese lebensrettende Technik wird trotz millionenschwerer Investitionen für die Freizeiteinrichtungen bisher nur in wenigen Fällen eingesetzt. Auch dann nicht, wenn in einem Schwimmbad bereits tödliche Unfälle passiert sind.

Solange diese dringend notwendige Sicherheit nicht vorgeschrieben wird und kein öffentlicher Druck erfolgt, werden Kommunen und Investoren die Finanzierung scheuen. Sicherheitstechnisch ist heutzutage jeder neue PKW besser ausgerüstet als ein öffentliches Schwimmbad ohne elektronische Beobachtung. Ein Anachronismus und häufiger Grund für die zu späte Alarmierung. Und für das Ertrinken.

Haben Sie oder Ihre Kinder Erfahrungen mit Badeunfällen Imagein deutschen Schwimmbädern gemacht, sind Sie Zeuge von Unfällen geworden? Welchen Eindruck haben Sie von der Bewachung und von der Sicherheit? Bitte berichten Sie uns über Ihre Erfahrungen und schreiben Sie an
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