Weltweites Ertrinken
Ertrinken: Eine weltweite Statistik des Schreckens
ImageFür das Jahr 2000 hat die World Health Organisationen (WHO) Zahlen und Informationen zum weltweiten Ertrinken veröffentlicht.

Die Statistik hat global eine unvorstellbare Zahl von 409.272 Menschen erfasst, die im Wasser ums Leben gekommen sind. Dabei ist die eigentliche Zahl viel höher, weil Flutopfer, Transportunfälle, Angriffe und Suizide in diesen Daten nicht enthalten sind.

Ertrinken ist damit weltweit die zweithäufigste Todesursache nach Verkehrsunfällen im Strassenverkehr. Diese Zahlen repräsentieren einen Anteil von 9 Prozent aller nicht natürlichen Todesursachen. 97 Prozent davon geschehen in Ländern mit kleinem und mittlerem Einkommensniveau.

Ertrinken orientiert sich dabei an der Definition, die beim "word congress on drowning" im Jahr 2002 in Amsterdam festgelegt wurde: Als ertrunken gilt danach ein Mensch, der einen Herzstillstand durch einen sogenannten Immersionsschock erfährt und dessen Atmung im Wasser versagt.

Männer ertrinken wesentlich häufiger als Frauen, die Gründe dafür sieht die Weltgesundheitsorganisation in der grösseren Risikobereitschaft bei Männern, der (beruflichen) Nähe zum Element Wasser sowie dem Einflussfaktor Alkohol vor dem Schwimmen sowie beim Alleinschwimmen.

Bei Männern in afrikanischen Ländern und in der Region westlicher Pazifik ist Ertrinken die Todesursache Nummer Eins.

Kinder unter fünf Jahren haben weltweit die höchste Ertrinkungsrate (nur in Kanada und Neuseeland sind es Erwachsene). In China ist Ertrinken die Todesursache Nummer Eins bei Kindern bis 14 Jahren. In Bangladesh ist jedes fünfte ertrunkene Kind bis 4 Jahre alt. In der Altersgruppe bis 14 Jahre stellt das Ertrinken in den USA die zweithäufigste Todesursache dar. In Australien ist Ertrinken die Todesursache Nummer Eins bei Kindern zwischen 1 und 3 Jahren.

Hauptursache beim Ertrinkungstod von Kindern ist weltweit, dass sie nicht ausreichend überwacht werden.

Die Sterblichkeitsrate durch Ertrinken während der Arbeit ist in den Ländern sehr unterschiedlich. In Alaska etwa sterben neun von zehn Fischer durch Ertrinken. In Ländern mit niedrigem Einkommen entstehen die meisten Ertrinkungsfälle bei Fischern in kleinen Booten, die ihrem Erwerb nachgehen.

Flutkatastrophen sind der Grund für den Tod tausender von Menschen, besonders in China. Eine statistisch nicht erfasste Zahl sterben - auch wegen schlechter Wetterbedingungen - in unsicheren, überfüllten Flüchtlingsbooten. 90 Prozent aller kanadischen Ertrinkungsopfer in Booten tragen keine Schwimmwesten.

Alkohol ist weltweit ein wesentlicher Risikofaktor beim Ertrinken von Jugendlichen und Erwachsenen. In Australien spielt Alkohol für die Todesursache bei Ertrinkungsopfern, die älter als 14 Jahre sind, in jedem sechsten Todesfall eine entscheidende Rolle. Vier von fünf dieser Opfer sind männlich. Auch Epilepsie ist ein Grund für den Ertrinkungstod. In Schweden ist  Krankheit der Grund bei jedem zehnten Ertrinkungsfall.

Länder mit ethnischer Bevölkerung, die in der Minderheit ist, haben generell höhere Ertrinkungsraten, hierbei spielt die fehlende Schwimmausbildung eine wesentliche Rolle. In Bangladesh etwa ertrinken Kinder von Müttern mit geringem Bildungsniveau viel häufiger als Kinder von Müttern mit höherer Bildung.

Für Kinder bedeutet der leichte Zugang zum Wasser weltweit ein hohes Risiko, besonders bei Teichen, Gräben und Pfützen. Die meisten Opfer in Bangladesh, die hier ums Leben kommen, sind zwischen 12 und 23 Monate alt.

Grösster Risikofaktor für Kinder in den USA sind Swimmingpools, besonders dann, wenn diese nicht ausreichend gesichert sind. Für Kinder in Mexiko sind Wasserbrunnen am Haus die grösste Gefahr.

In Entwicklungsländern stellen ländliche und landwirtschaftlich genutzte Regionen gegenüber den Städten wegen der Nähe zu Gewässern ein wesentlich höheres Ertrinkungsrisiko dar. Ungesicherte Grundstücke mit Wasserflächen (Brunnen, Pools, Teiche) erhöhen das Ertrinkungsrisiko deutlich .

Zu den gefährdeten Gruppen gehören auch Touristen, die sich den Gefahren in fremden Ländern oft nicht bewusst sind, oft keine detaillierten Warnhinweise erhalten und in Urlaubsstimmung ihr Leben häufig durch Leichtsinn riskieren.

© Blausand.de 2003


 
   September 2009

   August 2009

   Juli 2009

   Juni 2009

   Mai 2009

   April 2009

   März 2009

   Februar 2009

   Januar 2009

   Dezember 2008

   November 2008

   Oktober 2008

   September 2008

   August 2008

   Juli 2008

   Juni 2008

   Gästebuch 2010

   Gästebuch 2009

   Gästebuch 2008

   Kampagne 2009

   Kampagne für mehr Sicherheit in Flüssen und Seen

   test2

   Gästebuch 2010

   Übersichten

   Kampagne 2009

   Strandgeschichten

   Reports

   Interviews

   Unfälle

   Flaggen

   Zehn Irrtümer

   Impressum

   Blausandteam

   Presse

   Pressespiegel

   Links

   Werbung

   Webstatistik

   International

   Deutschland

   Dänemark

   Holland

   England

   Frankreich

   Spanien

   Portugal

   Italien

   Türkei

   Griechenland

   Schwarzmeerküste

   Weltweit

   Meer

   Badeseen

   Flüsse

   Schwimmbäder

   Eisflächen

   Tsunamis

   Strömungen

   Allgemeine Gefahren

   Badetipps

   Erste Hilfe

   Urlauber

   Kinder

   Eltern

   Senioren

   Retter

   Beach Safety Day

   Spenden

   Strandtester

   Forderungen

   Prominente

   Blausand Scouts

   Urlaubsquiz 2010

   Protest gegen Todesfallen

   Rip-Strömungen

   Ursachenforschung

   Kids for safety

   Risk Assessment

   "stilles Ertrinken"

   Urlaubsservice 2010

   Blausand Shop

   Workshops, Vorträge

   Qualitätssiegel

   TV-Sendungen

   Strandbewertung

   Newsletter-Abo