Aktuell im Juli 2005
 

Montag, 25. Juli 2005
Deutschland: Dank an Lebensretter im Krankenhaus
Griechenland: Ertrinkungszahlen, zu wenig Rettungsschwimmer
Neu auf Blausand.de: Seminare für Ihren sicheren Badeurlaub

ImageViele Menschen, die dem Ertrinkungstod gerade noch entronnen sind, vergessen ihre Lebensretter, wenn der zeitliche Abstand wieder da ist. Verdrängen und Vergessen liegen in der Natur menschlichen Verhaltens. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in Bremen (DGzRS), zuständig für Rettung auf hoher See, kennt einen weiteren Grund: "Wenn ich mich", sagen Gerettete öfter, "fahrlässig verhalten habe, muss ich das nicht auch noch zum Thema machen".

Vor wenigen Tagen passierte in Deutschland eine Ausnahme: Als , der ihn vor dem Ertrinken bewahrt habe, sagte er nachdenklich: "Was soll ich sagen? Ich schäme mich, Jörg Keding am Montag letzter Woche im Horstmarer See (Lünen, Nordrhein-Westfalen) einen leblosen Körper aus dem Wasser zog, hatte er gehandelt, ohne groß darüber nachzudenken. Erst später wurde ihm richtig bewusst, dass er etwas Außergewöhnliches getan hatte: "Das ist Ihr Lebensretter aus dem Horstmarer See!" stellte Pflegedienstleiter Klaus Heubel seinem Patienten Wilhelm Jeske (44) den Besucher im Krankenhaus vor. Und der Kranke griff sogleich zu dem großen Blumenstrauß, der neben seinem Bett bereitlag: "Ich habe durch Sie mein zweites Leben bekommen - deshalb bekommen sie die!" sagte er, während er die bunten Blumen überreichte. "Ich bedanke mich sehr - ich war schon tot." Doch seinem Retter schien diese Situation wohl eher peinlich. Der Gerettete machte keinen Hehl daraus, dass er selbst großen Anteil an dem Badeunfall hatte: "Nochmal mache ich so etwas nicht", versprach er im Beisein der Reporter und Krankenhaus-Mitarbeiter, "soviel saufen und dann ins Wasser!" Und: "Wenn er nicht da gewesen wäre, wäre ich nicht hier. Dann würde ich schon zwei Meter unter der Erde liegen."

Auf die Frage, wie er sich nun fühle, jenem Mann gegenüber zu stehen, dass dieser Mann mich herausgezogen hat. Und mein Kumpel lag am Strand und hat sich nicht bewegt." Erst, als seine Frau Vera noch einen anderen Badegast angesprochen und um Unterstützung gebeten habe, hätte dieser geholfen, den bewusstlosen Mann aus dem Wasser zu ziehen. "Dann haben wir Herzmassage gemacht, und dann fing er auch schon an zu röcheln und wieder zu atmen." Nach Auskunft des Krankenhauses befindet sich der Patient nun in einem "stabilen Zustand". Auf die Frage, ob der Lebensretter sich als Held fühle, schüttelte Jörg Keding den Kopf: "Das nicht", sagte er - und fügte lächelnd hinzu: "Aber gut." 

Selten genug veröffentlichen europäische Urlaubsländer ihre Ertrinkungszahlen. In der letzten Woche allerdings wurden in Athen Unfallzahlen aus Griechenland bekannt: Im letzten Jahr sind in Griechenland mindestens 241 Menschen(!)ertrunken. Und: An den griechischen Stränden fehlen Rettungsschwimmer. 186 der 496 organisierten Badestrände können deshalb nicht überwacht werden.Image Die Regierung hat nun die Küstenwache aufgefordert, diese Strände zu kontrollieren und die Verantwortlichen für die Strandabschnitte zur Einstellung des Personals zu "zwingen". Wir haben grosse Zweifel, ob diese Massnahme die Situation verbessert. Denn weltweit geht das Interesse, Ausbildung und ehrenamtlichen Dienst als Rettungsschwwimmer zu absolvieren, Imagevon Jahr zu Jahr zurück. Für deutsche Rettungsschwimmer ist das kein Wunder: Bei der DLRG gibt es ein Mini-"Taschengeld" von 5,00 Euro (!) pro Tag. Alles andere (Einsatzkleidung, Badehose oder –anzug) müssen Ehrenamtlichen selbst bezahlen. Wann endlich erkennen die Rettungsorganisationen, dass Freiwilligkeit für die Wasserrettung in Deutschland ohne bezahlte Rettungsschwimmer nicht mehr ausreicht? 
Ab sofort gibt es hier auf Blausand.de ein neues Angebot: Das Blausand.de Seminar- und Schulungsprogramm für sicheren Badeurlaub. Wir veranstalten in ganz Deutschland Seminare und Schulungen für den sicheren Badeurlaub von Kids über Jugendgruppen bis zu Seniorinnen und Senioren - nach Absprache mit Ihnen. Das Angebot ist geeignet für Kindergärten, Jugendreisen, Reiseveranstalter, Reisebüros und Organisationen, die touristische Programme anbieten. Wenn Sie - auch bereits für die Badesaison 2006 - interessiert sind: Alles Weitere zum Schulungsangebot von Blausand.de finden Sie  unter dem Thema "Schulungen und Seminare" unter dem Menuepunkt  "Service".


Montag, 18. Juli 2005
Urlaub 2005: "Geiz ist geil"
Ansauganlagen und Ertrinken
Blausand.de in den Medien

ImageBei der Auswahl der Urlaubsziele 2005 zählt für die Deutschen immer mehr das gute Preis-Leistungsverhältnis. Das geht aus einer Umfrage des B.A.T. Freizeit-Forschungsinstituts hervor. Das Thema spielte vor 6 Jahren nur für 57 Prozent die Hauptrolle, in diesem Jahr für 68 Prozent. "Das Produkt Urlaub wird fast nur noch über den Preis verkauft", sagt Horst W. Opaschowsky, der Leiter des Instituts. "Das Preisbewusstsein droht das Qualitätsbewusstsein zu verdrängen". Der Studie zufolge legen Bundesbürger immer weniger Wert auf Sauberkeit (1999: 58 Prozent, 2005: 48 Prozent) und Ruhe am Ort (1999: 49 Prozent, 2005: 42 Prozent). Auch die Verpflegung muss nicht mehr ganz so gut sein wie früher (1999: 61 Prozent, 2005: 54 Prozent). "In wirtschaftlich schwierigen Zeiten nähert sich der Urlaub dem Alltag", meint Opaschowsly. Deutlich mehr Ostdeutsche (44 Prozent) als Westdeutsche (37 Prozent) achten heute auf eine preiswerte Unterkunft. Einkaufsmöglichkeiten haben aber für Frauen im Urlaub nach wie vor eine doppelt so grosse Bedeutung (37 Prozent) wie für Männer (16 Prozent). Männer wollen im Urlaub dagegen lieber das Geld zusammenhalten. ImageEinig sind sich Frauen und Männer (je 53 Prozent) allerdings darin, dass zum Urlaub die "gemütliche Atmosphäre" gehört.

Ansauganlagen in deutschen Schwimmbädern sind verantwortlich für zwei Badeunfälle, einer davon mit tödlichem Ausgang. In letzter Sekunde ist ein Mädchen im niederrheinischen Issum dem Tod durch Ertrinken entronnen. Die Zwölfjährige war in der letzten Woche mit ihren Haaren unter Wasser gezogen worden. Badegäste bemerkten die verzweifelte Situation des Kindes und schnitten ihm die Haare ab. In Gummersbach war Ende Mai 2005 ein Mädchen bei einem ähnlichen Unfall ertrunken. Auch dort hatten sich die Haare des Kindes in der Sauganlage des Schwimmbades verfangen.


Image In den letzten Wochen gab es zahlreiche Presseinformationen über Blausand.de in deutschen und auch europäischen Medien: www.bild.de berichtet über Blausand.de und verwendet unsere Dokumentation über die Gefahren in europäischen Urlaubsländern, die "Costa Blanca Nachrichten" und die "Mallorcazeitung" berichteten in 4-seitigen Sonderteilen (unter Verwendung von Blausand.de-Dokumentationen) über Ertrinkungsgefahren in Spanien. im Reiseteil der aktuellen Wochenzeitung "DIE ZEIT" steht ein Interview mit Blausand.de zu Gefahren, Unfallzahlen und Ertrinkungsgründen. Am morgigen Dienstagmorgen (19. Juni) gibt es im Radio auf "Bayern 1" ab 8 Uhr ein Blausand.de-Interview zu Ertrinkungsgefahren in Europa.


Dienstag, 5. Juli 2005
Notfallnummern für Ihren Urlaub 2005

ImageBei Unfällen und anderen Notlagen im In- und Ausland kann es auf jede Sekunde ankommen, am Strand, auf der Straße, beim Wandern. Bundesweit ist die 110 die Polizei, bei Rettungsdienst und Feuerwehr - der 112 - gibt es Ausnahmen: Für Baden-Württemberg, Bayern (ohne München), Rheinland-Pfalz und Saarland ist es die 19222. In Deutschland kann per Handy die 112 ohne Vorwahl gewählt werden - auch bei schlechtem Netz und ohne SIM-Karte - nur der Akku muss funktionieren. Ein Trick: An abgelegenen Stellen (Gebirge, einsame Badeseen) Handy ausschalten, wieder einschalten und 112 wählen - das Handy sucht sich dann das stärkste Netz. Das Servicecenter in Deutschland hat eine mobile und kostenlose Notrufnummer: 0800/6683663. Hierbei wird der Standort über das Handy lokalisiert: Helfer finden schneller zum Einsatzort. Die Situation in Europa: in den meisten Ländern kommt Hilfe unter 112 - aber nicht in allen. In der Schweiz ist die Polizei via Festnetz unter 117 zu erreichen, Unfälle unter 144. In Österreich kommt Hilfe unter 133 oder 144. Beim Handy erreicht man den Rettungsdienst in fast allen europäischen Ländern unter 112 - ohne Vorwahl. Tipp: Sich vor dem Urlaub beim Automobilclub zu den jeweils gültigen Telefonnummern schlau machen und gleich auf dem Handy speichen.





 

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