Aktuell im Juni 2007

Sonnabend, 30. Juni 2007
"Blaue Flagge" auch für gefährliche Strände ohne Badeaufsicht 
ImageIn diesen Tagen werden die begehrten "Blauen Flaggen 2007" für Strände, Sportboothäfen und Badestellen an Binnenseen verliehen. Weltweit wehen nunmehr weit über 3000 Blaue Flaggen, besonders viele in Spanien, Griechenland und in der Türkei.

Allein im Bezirk Antalya, die bis zum Touristenort Alanya reicht, zählen wir fast 130 "Blue flag-beaches". Die Zahl der Strandhotels in dieser Region ist wahrscheinlich unwesentlich geringer. Eine ziemlich einmalige Verleihungsdichte, bei der es sich um eine konzertierte Aktion der türkischen Tourismusindustrie zu handeln scheint.

Die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung, die die Auszeichnungen  für Deutschland vergibt, bringt die Sache auf den Punkt. Die Blaue Flagge sei ein "Marketinginstrument zur Tourismusförderung".

ImageUnd weiter: "Die Blaue Flagge gibt den Gästen die Sicherheit, ihren Urlaub an einer sauberen, sicheren und attraktiven Badestelle zu verbringen".

Einspruch! Abgesehen davon, dass es keine sicheren Strände geben kann,  ist in den Verleihungskriterien Strandbewachung aber nicht mal zwingend notwendig:. "An adequate number of lifeguards and /or (!) lifesaving equipment must be available at the beach". Rettungsmittel reichen also nach wie vor für die werbewirksame Flaggenverleihung aus, selbst dann, wenn keine Aufsicht vorhanden ist.

Die "Blaue Flagge" mag für umweltgerechtes Verhalten stehen. Strandsicherheitstechnisch ist die Auszeichnung - zumindest ausserhalb unserer Landesgrenzen - eine reine Farce.  Blausand.de wird die Entwicklung, vor allem die Bereitstellung von Rettungsschwimmern an Blue Flag - Stränden weiterhin aufmerksam verfolgen. Bitte helfen Sie uns dabei - Ihre Beobachtungen sind für uns wichtig! War Ihr Urlaubsstrand mit einer Blauen Flagge versehen und war er bewacht? Bitte schreiben Sie uns unter



Montag, 25. Juni 2007
arte: Auf dem Hippietrail nach Formentera (dort, wo alles begann...)
Rolf L?ke, Niklaus SchmidHigh sein, frei sein, überall dabei sein: Gespannt sein darf man auf den ersten von fünf Teilen der in einer Woche (kommenden Montag, 2. Juli, 20.15 Uhr) beginnenden Fernsehreihe des TV-Senders arte, die auf dem Hippietrail nach Ibiza und Formentera führt.

Dort, wo das Engagement von Blausand.de für mehr Badesicherheit in Europa begann. Die Zeitung "Die Welt" merkte schon mal an: “arte wird zum Hippiesender.”

Die erste Folge skizziert den französischen Stardesigner Philippe Starck auf Formentera und den Journalisten und Buchautor Niklaus Schmid. Dieser folgte vier Jahre lang dem Hippie-Trail und reiste mit dem VW-Bus nach Afghanistan, Indien, Afrika und auf die Seychellen, um am Ende seiner Reise festzustellen, das der Ort seiner Träume gleich vor der Haustür liegt: Formentera. Hier lebt er mit seiner Frau Brigitte seit einigen Jahrzehnten als Reiseschriftsteller und Krimiautor. In seinem Buch "Der etwas andere Reiseführer - Formentera" (Reise know-how-Verlag, 312 Seiten, 14,90 €, ISBN 3-89662-208-0, aktualisierte und neu gestaltete Auflage in Kürze) erzählt er die Geschichten von damals für Reisewillige, die sich auf die Spuren der Hippies begeben wollen. Auch die Geschichte von Blausand.de für mehr Badesicherheit in Europa, die 1999 auf Formentera begann.



Sonntag, 24. Juni 2007
Brandenburg: "Dramatischer Mangel" an Rettungsschwimmern
ImageEinen "dramatischen Mangel" an Rettungsschwimmern im wasserreichen Brandenburg hat die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) beklagt. Benötigt würden rund 10.000 Rettungsschwimmer, sagte Jens Serbser von der DLRG in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Landesweit hätten alle drei damit befassten Organisationen zusammen aber nur etwa 1700.

2006 ertranken 38 Menschen in märkischen Gewässern. "Ein Drittel könnte vielleicht noch leben - gäbe es überall genug Rettungsschwimmer", sagte Serbser. Ein Grund für die Misere sei die Schließung von Schwimmbädern. Dadurch gebe es schlechtere Ausbildungsmöglichkeiten.

Sonnabend, 23. Juni 2007
Zwei Geschwister im Wechselsee (Südhessen) ertrunken
ImageWenige Tage nach ihrem jüngeren Bruder ist auch ein zwölf Jahre altes Mädchen an den Folgen eines Badeunglücks im Wechselsee (Biebesheim, Südhessen) gestorben.

Aus Rücksicht auf die Eltern habe die Polizei dies bislang nicht mitgeteilt.
Die Geschwister waren am 10. Juni mit ihrem Vater und einer befreundeten Familie am Wechselsee, um gemeinsam zu baden. Nach Zeugenaussagen soll es am Wechselsee ein Badeverbotsschild geben und nach den Ermittlungen der Polizei sollen das Mädchen und ihr zehn Jahre alter Bruder Nichtschwimmer gewesen sein. Als die Gruppe zum Ufer zurück ging, waren die beiden Kinder plötzlich verschwunden. Die Geschwister wurden unweit des Ufers in zwei Metern Tiefe gefunden und reanimiert. Rettungshubschrauber brachten die Kinder in die Uniklinik Mainz, wo der Junge bereits einen Tag später starb.


Freitag, 22. Juni 2007
"abenteuer und reisen" mit Badehinweisen zu Mallorca und Formentera
ImageSo stellen wir uns ein gut gemachtes Reisemagazin vor: In der neuesten Ausgabe Juli/August der Zeitschrift abenteuer und reisen  gibt es nicht nur ausführliche und gut recherchierte Berichte über Mallorca und Formentera, sondern auch detaillierte Hinweise zu Badegefahren auf Formentera (Es Arenals) und Mallorca (Sa Coma, Picafort und Es Trenc).

Die empfehlenswerte Ausgabe erhalten Sie ab dem kommenden Dienstag (26. Juni) im Zeitschriftenhandel.



Mittwoch, 20. Juni 2007
Österreich: 80 bis 90 Badetote, 4000 Verletzte bei Wasserunfällen im Jahr
ImageIm Jahr 2005 haben sich rund 4.000 Personen in Österreich beim Schwimmen, Springen und Tauchen so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus gelandet sind. Rund 80 bis 90 Menschen ertrinken durchschnittlich pro Jahr in Österreich. Kleinkinder sind besonders gefährdet, wie das Kuratorium für Verkehrssicherheit heute mitteilt. Österreich fällt uns nicht zum ersten Mal durch Transparenz wegen offensiver Information über Unfalldaten positiv auf.

Bei Kleinkindern ist Ertrinken auch in Österreich nach Verkehrsunfällen die zweithäufigste Todesursache. Schon bei einer Wassertiefe von einigen Zentimetern sind fatale Unfälle möglich. Kinder unter fünf Jahren können nämlich ihren im Verhältnis zum restlichen Körper schweren Kopf nicht eigenständig aus dem Wasser ziehen. "Sie verfallen in eine Starre mit Atemsperre, wodurch das Ertrinken letztlich lautlos geschieht", erklärt Rupert Kisser, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im KfV. Auch wenn Badeunfälle nicht tödlich enden, ist die Gefahr eines bleibenden Gehirnschadens bei langer Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr nicht zu unterschätzen.


Montag, 18. Juni 2007
Europaabgeordneter zum "Beach Safety Day" von Blausand.de
ImageSepp Kusstatscher ist Abgeordneter im Europäischen Parlament  und Mitglied im Ausschuss für Transport und Tourismus. Der grüne Europapolitiker hat zum vierten europäischen Beach Safety Day 2007, von Blausand.de ins Leben gerufen, ein Grußwort geschrieben, das Sie hier nachlesen können. Auszug:

"... leistet die Initiative Blausand.de einen wichtigen Beitrag zur Erstellung EU-weiter Kriterien zur Badesicherheit. Das öffentliche Bewusstsein und die Sensibilisierung des Einzelnen können nur durch Aktivitäten wie den Beach Safety Day gefördert werden. Deshalb möchte ich Ihnen zu dieser Initiative gratulieren. Als Europaabgeordneter kenne ich die Bedeutung engagierter Aktivitäten, die von Vereinigungen wie Blausand.de ausgehen. Umso mehr ist zu hoffen, dass dieses Engagement auf ganz Europa übergreift und wir auf diese Weise dem ehrgeizigen Ziel zur Senkung der Opferzahlen aufgrund der bestehenden Risiken näher kommen."


Sonnabend, 16. Juni 2007
Mallorca: Sicherheit der Badestrände zu Saisonbeginn 2007
ImageWenige Tage vor Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen am kommenden Donnerstag (21. Juni) berichtet das deutschsprachige Mallorca Magazin über die Badesicherheit auf Mallorca und den anderen Baleareninseln.

Strände mit einer Größe von 20.000 Quadratmetern, die von mehr als 2000 Menschen frequentiert werden, gelten in der Sicherheitsplanung für die Balearen als hochgradig gefährlich. Ebenso Playas, an denen es bereits einmal einen tödlichen Unfall gegeben hat, die permanent mehr als 50 Zentimenter hohe Wellen oder gefährliche Strömungen haben, an denen Badende und Wassersportler gleichzeitig im Meer sind, die zu Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern gehören oder jene, die für die Retter nur per Luft oder von See aus zugänglich sind.

Einen oder mehrere dieser Punkte der aus dem Jahr 2005 stammenden Gefährdungs-Studie erfüllen auf den Balearen insgesamt 37 Playas, 32 davon auf Mallorca. Mit einem mittleren Risiko werden 97, mit geringem Risiko 237 Strände eingestuft. Blausand.de hatte mehrfach über die Gefährdungslage an Mallorcastränden berichtet ("Das Risiko schwimmt mit"), zuletzt bei einem Strand-Check im Sommer 2006.

Unter www. platgesdebaleares.com seien hunderte der Strände auf Mallorca, Ibiza, Formentera und Menorca abrufbar, schreibt die Zeitung. Nach dem Bericht werden von den dort stationierten Rettungsschwimmern mit ihren PDA-Handcomputern die relevanten Stranddaten täglich aktualisiert - allerdings nur in englischer Sprache.


Freitag, 15. Juni 2007
Heute: BEACH SAFETY DAY 2007
Über Unfall- und Ertrinkungsgefahren wissen Urlauber, Freizeitsportler am und im Wasser, Kinder, Familien und Senioren einfach zu wenig. Der jährliche Beach Safety Day, immer am 15. Juni (also am Freitag, 15. Juni 2007) will aufrütteln und ist eine europaweite Demonstration für mehr Information über die Gefahren am und im Wasser und gegen Unwissenheit, Ignoranz, Tabuisierung und Verantwortungslosigkeit von Menschen und Organisationen.

Der Aktionstag zielt in zwei Richtungen. Bei immer weiter steigender Ertrinkungszahlen in Europa will dieser Tag das Sicherheitsbewusstsein erhöhen, das Thema Badesicherheit zum Thema machen - allerdings ohne dabei Menschen zu verschrecken und ihnen die Freude am Badespaß nehmen zu wollen.

Ebenso wollen wir die beteiligten Organisationen und Institutionen (Politik, Fremdenverkehrsverbände, Reiseveranstalter, Kommunen, Wasserrettungsdienste bis hin zur Europäischen Union) auf die Situation hinweisen und fordern, so schnell wie möglich Verantwortung zu übernehmen, ein wirksames Netzwerk aufzubauen, um dem Ertrinkungstod unter immer kritischeren Bedingungen wie heisse Sommer, übervolle Strände offensiv zu begegnen. Hier erfahren Sie mehr zum Thema.


Dienstag, 12. Juni 2007
Bremen: Gefährliche Infotafeln an Badeseen
DLRG-Notrufnummern meist nicht erreichbar
ImageDie Bewachungssituation am Bremer Stadtwaldsee, wegen der Nähe zur Universität als Unisee bekannt, wurde schon vor vier Jahren von Blausand.de in einem TV-Beitrag der Bremer Regionalsendung "buten un binnen" als riskant eingestuft, weil sich die DLRG-Wachstation nicht am beliebten FKK-Strand befindet, sondern - man kann es kaum glauben - gegenüber an der anderen Seeseite. Da, wo kaum jemand badet.

Ein Aussichtsturm, der direkt am FKK-Strand steht (siehe Bild) und der geradezu ideal als Hochsitz für Alarmmelder und Ersthelfer genutzt werden könnte, ist seit Jahren verwaist. Auch während der heissen Tage. Dann, wenn dieser Strandabschnitt aus allen Nähten platzt. Auch während der Woche, Montags bis Freitags. Ertrinkungsrisiken orientieren sich nicht an Bewachungszeiten.

Ausgerechnet an diesem See mussten die Bremer vor wenigen Tagen ein rettungstechnisches Fiasko erleben, wie "Bild Bremen" in der gestrigen Ausgabe berichtete. Am FKK-Strand erleidet ein 45-jähriger Mann einen Herzinfarkt. Ein extrem zeitkritischer Zustand. Andere Besucher versuchen, die auf den neuen Infotafeln angegebene Rufnummer der DLRG-Station zu erreichen. Vergebens. Die Station ist nicht besetzt. Wertvolle Zeit vergeht. Als endlich auch die 112 (ohne Vorwahl) gewählt wird, endlich Rettungsdienst und Hubschrauber kommen, ist es schon zu spät. Der Mann ist tot.
Die Rettungskette hat versagt.ImageBlausand.de hat die neuen Infotafeln an allen Bremer Badeseen unter die Lupe genommen. So ist nicht verzeichnet, wo man sich genau befindet. Ein Risikofaktor, denn bei einer Alarmmeldung könnte die Standortbeschreibung wertvolle Zeit kosten.

Was noch viel schlimmer wiegt: Bei den angegebenen Festnetznummern der jeweiligen DLRG-Stationen fehlt die für Alarmmeldungen per Handy (womit sonst am Badestrand ???) unverzichtbare Bremer Vorwahl 0421. Aber selbst wenn jemand in einer Notsituation an die Vorwahl denkt und diese während der Woche und außerhalb der Schulferien anruft, landet er im Nirvana: Die Stationen sind dann normalerweise nicht besetzt - wie am gestrigen heissen Montag mit idealem Badewetter (aber auch besonderen Gefahren durch aufkommende Gewitter). Unser Test  am Unisee ergab, dass es weder eine ImageAnrufweiterschaltung noch eine Bandansage gibt. Ein gefährlicher Irrweg mit zeitverzögernder Wirkung. Die Tafeln können in der bisherigen Version mehr Schaden anrichten als Hilfe bieten.

Der DLRG-Präsident im Landesverband Bremen und frühere Innensenator Bernt Schulte erklärte zum Unfall am Unisee gegenüber Bild Bremen, dass "unsere Kräfte ehrenamtlich" arbeiten und die Wache nur an zwei Tagen pro Woche (gemeint ist wohl das Wochenende) besetzt sei. "Bei diesem Notfall", so Schulte, "war leider niemand da."

Die Bremer Badeseen waren schon letztes Jahr in die Kritik von Blausand.de und von Bremer Eltern geraten, nachdem zu Beginn der Badesaison 2006 zwei junge Menschen, beide Ausländer, bei nicht bewachten DLRG-Stationen ertranken. Insgesamt starben 2006 in Bremer Badeseen sieben Menschen. Eine im bundesrepublikanischen Vergleich bezogen auf die Bevölkerung hohe Zahl.

Wie lange die DLRG-Verantwortlichen die heissen Sommermonate an Badeseen, die - wenn überhaupt - nur an Wochenenden und in den Schulferien bewacht sind - ausschließlich mit oft leidgeprüften Ehrenamtlichen schultern wollen und wie lange die finanzierenden und verantwortlichen Kommunen dieses Dilemma an ihren Badeseen, den gefährlichsten Ertrinkungsorten in Deutschland, noch akzeptieren, bleibt vorerst unbeantwortet.

Eine Blausand.de-Bewertung zur Badesicherheit an elf Bremer Badeseen lesen Sie hier.

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Sonntag, 10. Juni 2007
Sommergewitter, Unfälle in Badeseen und Schwimmbädern
ImageDieses Juniwochenende ist hierzulande geprägt von Schwüle, übervollen Badeseen und urplötzlichen Sommergewittern. Am Werdersee in Bremen wird am Samstagnachmittag innerhalb von 3 Minuten strahlende Sonne von schwarzem Himmel mit tausenden von flüchtenden Menschen abgelöst.

Weil die blitzgeschützten "faradayschen Käfige" (PKWs) meist weiter weg geparkt sind, stellen sich viele zusammen unter die Bäume (siehe Bild) und gehen damit gefährliche Risiken ein. Andere sind vorher von den Brücken am Werdersee ins Wasser gesprungen. Zwischen jedem Sprung gibt es Alkoholversorgung bei "Familie Mögebier" auf den Sitzbänken.


In Bremen ist es dieses Mal wieder gutgegangen. An anderen Badeplätzen in Deutschland gab es Katastrophen.

Ein 18-jähriger Mann ist nach einem Badeunfall in einem Kölner Krankenhaus gestorben. Am Donnerstagnachmittag letzter Woche hatte er versucht, den Fühlinger See (im Norden von Köln an der A1) von Süden nach Norden zu durchschwimmen. Dabei war er in der Mitte des Gewässers aus bisher noch Imageungeklärter Ursache plötzlich in Not geraten. Er rief laut um Hilfe, schaffte es dann jedoch nicht mehr, sich über Wasser zu halten. Angehörige des jungen Mannes hatten die Hilfeschreie vom Ufer aus gehört und die Polizei verständigt. Kurz nachdem die Helfer am See eingetroffen waren, sprangen eine Beamtin und ein Beamter ins Wasser und versuchten, dem 18-Jährigen zu helfen. Wegen der schlechten Sichtverhältnisse im Fühlinger See waren die Retter nicht erfolgreich. Erst die Taucher der Feuerwehr fanden den leblosen Körper des jungen Mannes am Grund des Sees und brachten ihn an Land. Der 18-Jährige war länger als 20 Minuten unter Wasser gewesen. Seine Körpertemperatur war bereits auf 27 Grad gesunken. Trotzdem gelang es den Ärzten in einer Kölner Klinik zunächst, den jungen Mann wiederzubeleben. Er starb jedoch in der Nacht an den Folgen des Badeunfalls. Die Feuerwehr weist darauf hin, dass die Gefahr solcher Badeunfälle vor allem im Frühsommer besteht. „Die ImageTemperaturunterschiede zwischen Wasseroberfläche und den übrigen Wasserschichten können noch sehr groß sein. Muss ein Schwimmer vor Erschöpfung plötzlich die Beine sinken lassen, kann es wegen extremer Temperaturunterschiede zu einem Kreislaufzusammenbruch kommen“, so Einsatzleiter Georg Spangardt.

Ein Jugendlicher aus Karlsruhe im Alter von 16 Jahren ist am selben Abend im Epplesee ertrunken. Der Junge befand sich mit Freunden am östlichen Ufer des Baggersees und wurde zuletzt gegen 18 Uhr im knietiefen Wasser stehend gesehen. Nachdem er über zwei Stunden später nicht zum in Unfernähe befindlichen Lagerplatz zurückgekehrt war, machten sich die Freunde Sorgen und verständigten die Polizei.

Eine 65-Jährige aus Bad Wildungen ist nach einem Badeunfall im Edersee (Nordhessen) gestorben. Laut Polizei hatte sie sich am Freitag zusammen mit ihrem Ehemann an dem Stausee zum Schwimmen aufgehalten. Ein Badegast entdeckte die Frau plötzlich leblos im Wasser treibend. Helfer der DLRG holten die 65-Jährige aus dem See und begannen mit Wiederbelebungsversuchen. Am Abend starb sie jedoch im Krankenhaus von Bad Wildungen. Die genaue Unglücksursache wird von der Polizei noch untersucht.

Im Freizeitbad badkap in Albstadt (Schwäbische Alb) kommt es innerhalb von wenigen Tagen gleich zu zwei  Badeunfällen - am Pfingstsamstag und am Donnerstag letzter Woche. Nachdem ein 6-jähriger Junge,Image der erst kurz zuvor mit seinen Eltern, ihren Bekannten und drei seiner Geschwister im Außenbereich des badkaps angekommen war, über eine Rutschbahn ins 1,25 Meter tiefe Nichtschwimmerbecken gerutscht war, geriet er unter Wasser. Mit hoher Wahrscheinlichkeit schluckte der 6-Jährige, der Nichtschwimmer ist, beim Eintauchen Wasser, geriet vermutlich in Panik und ging unter. Laut vorliegender Videoaufzeichnung wurde er erst Minuten später von einer Frau leblos am Beckengrund entdeckt. Diese verbrachte ihn an den Beckenrand, wo er sofort durch eine Badeaufsicht, von einem als Gast anwesenden Arzt sowie weiteren Ersthelfern reanimiert wurde. Die Reanimation war schnell erfolgreich, das Kind spuckte eine größere Menge Wasser aus und begann wieder selbstständig zu atmen. Mit dem angeforderten Rettungshubschrauber wurde das Kind ins Universitätsklinikum Tübingen eingeliefert. Für den Jungen besteht keine Lebensgefahr und nach ersten Untersuchungen sind auch keine bleibenden Schäden zu erwarten. Bereits am Pfingstsamstag war es im badkap zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Der damals verunglückte 4-jährige Junge befindet sich weiterhin in einem kritischen Gesundheitszustand.

Die Aufmerksamkeit eines Mädchens hat einen vierjährigen Jungen vor dem Ertrinken in einem Würzburger Schwimmbad gerettet. Das etwa 8 Jahre alte Mädchen entdeckte das Kleinkind am Donnerstag unter Wasser im Nichtschwimmerbecken und zog es zum Beckenrand. Dort kümmerten sich dann weitere Badegäste und die Schwimmaufsicht um den Buben. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Würzburger Krankenhaus gebracht. Inzwischen sei er aber nicht mehr in Lebensgefahr und müsse auch keine gesundheitlichen Folgeschäden erwarten, teilte die Polizei am Freitag mit. Die Retterin blieb unbekannt.


Dienstag, 5. Juni 2007
Baywatch: Wiederbelebung einer "water-soap"
Image"Baywatch" kommt zurück. Um die Reichweite der in die Jahre gekommenen Filmchen etwas nach oben zu hieven, suchen das Fensehprogramm  Das Vierte ("Wir sind Hollywood") und die Fernsehzeitschrift  rtv das "Baywatch"-Paar Deutschlands. Paare können sich mit einem Foto im Beach-Look bewerben und ein sexy Fotoshooting am Strand von Malibu (Kalifornien) gewinnen.

Vielleicht gibt es tatsächlich noch jemanden, der die alten Schinken mit den Rettungsschwimmern von Malibu noch nicht gesehen hat oder wiedersehen will. Baywatch wurde immerhin zur erfolgreichsten US-Fernsehserie des 20. Jahrhunderts, die in 144 Ländern ausgestrahlt wurde. Der Erfolg der Water-Soap beruhte größtenteils auf dem Ideal einer vor Gesundheit und Tatendrang strotzenden Jugendlichkeit, die das Team verkörperte, und auf der Mitwirkung damamals wirksamer Sexsymbole wie David Haselhoff, Pamela Anderson oder Carmen Electra, die für amerikanisch eingegefärbte Erotik in den Serien sorgten. Gelegentlich wird auch jemand wiederbelebt.
ImageSchön wär es schon, wenn die gelegentlich als Badehosenfraktion verspotteten ehrenamtlichen deutschen Wasserretter, die oft so gar nichts "baywatchmässiges" haben, wenigstens etwas von diesem damaligen Leitbild hätten. Dann würden sie vielleicht nicht nur dann beachtet werden, wenn sie gebraucht werden. Und das Interesse, sich ausbilden und einsetzen zu lassen, wäre wohl auch grösser.
Sonntag, 3. Juni 2007
"Die einen suchen Entspannung, die anderen kämpfen um ihr Leben."
ImageDas nicht endende Grauen der ertrinkenden Flüchtlinge ist für uns inzwischen kaum noch nachvollziehbar, gleichzeitig aber fast schon alltäglich geworden.

Immerhin hat die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann am Donnerstag letzter Woche an das Schicksal der zahllosen Bootsflüchtlinge erinnert, die auf dem Weg nach Europa im Meer ertrunken sind. Die Dramen und menschlichen Tragödien, die sich auf Inseln abspielten, auf denen Deutsche gerne Urlaub machten, führten die "ganze Ungerechtigkeit dieser Welt vor Augen", sagte sie in einem Gottesdienst in der Berliner Passionskirche: "Die einen suchen Entspannung, die anderen kämpfen um ihr Leben."

Die Menschen in den reichen Industrienationen müssten endlich ihre innere Haltung gegenüber denen ändern, die nach Europa drängten, mahnte die Bischöfin. Dabei gehe es nicht um eine "Einwanderung in unsere Sozialsysteme" und nicht um Almosen, sondern um Gerechtigkeit und um Lebenschancen für Menschen: "Wenn Globalisierung so gepriesen wird, dann muss es um eine Globalisierung der sozialen Gerechtigkeit und der Zukunftsfähigkeit gehen." Deshalb gebe es auch ein kirchliches Engagement zum G-8-Gipfel in Heiligendamm, betonte Käßmann. Bei dem Versuch, mit kleinen Booten die EU-Staaten zu erreichen, seien Schätzungen zufolge allein im vergangenen Jahr mehrere Tausend Afrikaner ertrunken, hieß es in dem Gottesdienst. Eingeladen hatte die Bundesarbeitsgemeinschaft "Asyl in der Kirche".

ImageWie aktuell das Thema ist, berichtete spiegel.de in der letzten Woche: Eine Fregatte der französischen Marine hat bei einer Patrouillenfahrt vor der Küste von Malta 18 Leichen aus dem Meer geborgen. Wie Marinesprecher Emmanuel Dinh mitteilte, befand sich kein Boot oder Schiff in der Nähe. Die Toten hätten bereits zwei oder drei Tage im Wasser gelegen. Ein Boot mit 53 Flüchtlingen, das sogar vorher von oben fotografiert wurde, verschwand spurlos. Was aus den Menschen wurde, ist nicht geklärt. Die Leichen wurden am Freitag geborgen. Die Besatzung der Fregatte "La Motte Picquet" entdeckte sie rund 200 Seemeilen (360 Kilometer) südlich von Malta zwischen der Insel und der libyschen Küste im Mittelmeer. Die Identifizierung werde wegen der fortgeschrittenen Verwesung der Leichen schwierig, erklärte der Sprecher.

Der Einsatz sei mittlerweile abgeschlossen. Über die Zahl der geborgenen Toten hatte es widersprüchliche Angaben gegeben. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa hatte gemeldet, eine französische Fregatte habe 21 Leichen geborgen. Flüchtlingsdramen sind in diesem Bereich des Mittelmeeres eine traurige Routine. In dem Gebiet waren unlängst mehrere Flüchtlingsboote gesunken. Ende Mai ging vor Malta ein Boot unter, das von ImageNordafrika aus in See gestochen war. Der einzige Überlebende, ein 23-jähriger Mann, berichtete, dass 28 weitere Menschen an Bord gewesen seien. Am 21. Mai verschwand ein Boot mit 53 Flüchtlingen: Ein maltesisches Aufklärungsflugzeug sichtete das Boot; die maltesischen Rettungsboote, die daraufhin losgeschickt wurden, fanden jedoch keine Spur mehr davon. Am 28. Mai bargen Retter vor Malta 26 Flüchtlinge, deren Boot gesunken war: Sie hatten sich an die Schwimmer eines Fischernetzes klammern können. Nachdem die Regierung Maltas eine Aufnahme der Geretteten abgelehnt hatte, erklärte sich Spanien bereit, die Flüchtlinge von der Elfenbeinküste aufzunehmen. Wenige Tage davor hatte ein italienisches Kriegsschiff 27 Flüchtlinge gerettet, die sich auf offener See im Mittelmeer drei Tage lang an Thunfischkäfige geklammert hatten. Auch diese Gruppe wurde zunächst nicht aufgenommen, weil sich Malta und die libyschen Rettungsbehörden über die Zuständigkeiten stritten.

P.S. In fünf Tagen, am  kommenden Freitag, steht in Heiligendamm das Thema Afrika auf der Agenda.


Samstag, 2. Juni 2007
China: 100.000 Kinder sterben jährlich bei Unfällen
Wie die staatliche Webseite der Volksrepublik China china.org.cn mitteilt, sind Unfälle die Haupttodesursache für chinesische Kinder im Alter unter 14 Jahren. 100.000 chinesische Kinder sterben jedes Jahr bei Unfällen, heißt es in einem Bericht des chinesischen Zentrums für Krankheitsbekämpfung und -Prävention.

ImageVerkehrsunfälle und Ertrinken sind die Haupttodesursachen und Ausrutscher und Angriffe von Tieren die Hauptverletzungsursachen bei Kindern, geht aus dem Bericht hervor. Es wird geschätzt, dass sich jedes Jahr 10,1 Millionen chinesische Kinder verletzen, aber nur 8 Millionen einen Arzt besuchen. Unfälle sind die Todesursache von rund 101.000 Kindern und Ursprung von körperlichen Behinderungen von 404.000 Kindern, geht aus dem Bericht weiter hervor. Die Rate von Todesfällen unter Kindern sei in den vergangenen 50 Jahren aber von 1,82 Prozent im Jahr 1957 auf 0,2 Prozent im Jahr 2000 deutlich zurückgegangen. Die Säuglingssterblichkeit ist von 20 Prozent in den 1950er Jahren auf 3,2 Prozent im Jahr 2000 gefallen. In dem Zeitraum zwischen 1991 und 2000 hat es allerdings keinen weiteren Rückgang gegeben.

China habe bisher noch kein landesweites System zur Verhinderung von Unfällen bei Kindern etabliert, stellt der Bericht fest. Aus Statistiken des nationalen Arbeitskomitees zu Frauen und Kindern beim Staatsrat geht hervor, dass sich jährlich 42,5 Millionen Grund- und Mittelschüler verletzen und dabei wirtschaftliche Verluste in Höhe von 3,26 Milliarden Yuan (326 Millionen Euro) verursachen.

Das Komitee zitiert eine Studie, nach der 26,1 Prozent der Kinder durch Unfallverletzungen sterben. "Die Zahl steigt immer noch mit 7 Prozent pro Jahr", mahnt das Komitee. "Zufällige Verletzungen von Kindern führten zu gewaltigen wirtschaftlichen Verlusten für die Familien und bleibenden physischen und psychologischen Schäden." Das Komitee macht die schnelle Verstädterung und Industrialisierung sowie die Veränderungen der Straßen, des Verkehrs und der städtischen Einrichtungen für die steigenden Todeszahlen verantwortlich, da sie die alltäglichen Risiken für die Kinder erhöhen.

Der Bericht wurde einige Tage nach dem Ertrinken von fünf Kindern in einem Fluss in der südwestchinesischen Stadt Chongqing am 19. Mai vorgelegt. Das chinesische Bildungsministerium hat die lokalen Abteilungen für Bildung aufgerufen, die Sicherheitsmaßnahmen zu verbessern und für Schüler und Eltern Sicherheitstraining durchzuführen, um Tragödien möglichst zu verhindern.

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