Aktuell im Mai 2005
Montag, 30. Mai 2005
Formentera/Spanien im Mai 2005:
Viel guter Wille,aber kritische Voraussetzungen

ImageDie Rettungsschwimmer von Formentera - 6 socorristas vom 1.Mai bis 31. Oktober, verstärkt durch 2 weitere ab 15. Juni - müssen sich 2005 trotz widriger Rettungsbedingungen einer besonderen Herausforderung stellen. Denn im letzten Jahr kam auf der kleinsten Baleareninsel erstmalig kein Mensch durch Ertrinken ums Leben.

Einige Veränderungen sind positiv. So steht an der Platja Migjorn und am Levante Strand ("Levante riskante"), den beiden gefährlichsten Strandabschnitten, jeweils ein Beobachtungsturm mit gut sichtbarer Rotkreuzflaggen und jeweils einem schnellen Jetski. Als am Montag letzter Woche an der gesamten Nordküste der Insel gefährliches Badewetter durch auflandigen Nordwind herrscht, ist durchgehend rot geflaggt (am Levantestrand, am Tanga-Restaurant und am Restaurante "Es Ministre") und die socorristas passen gut auf.

Aber es gibt auch Kritisches zu vermerken: Ende Mai - fast einen Monat nach Beginn der Badesaison - gibt es weder Bojen zur Begrenzung der gefährlichsten Strandabschnitte noch die Orientierungsnummern an den Abfallkörben, die im Notfall den Standort kennzeichnen sollen. Von der Balearenregierung für dieses Jahr angekündigte Warnhinweise, die die oft ahnungslosen Formenteraurlauber vor den gefährlichen Unterströmungen warnen sollen - bis Ende Mai 2005 Fehlanzeige. Grüne Flaggen, die ab diesem Jahr verschwunden sein sollten, werden immer noch gehisst.

Und die Kommunikation ist alles andere als optimal: Im Einsatzfall rufen die socorristas per Handy die Notfallzentrale 112 in Palma de Mallorca an, die den Einsatz koordinieren soll - und das kann kostbare Zeit dauern. Eine direkte und schnelle Verständigung zwischen Rettungsschwimmern und medizinischem Personal auf Formentera ist im Alarmplan nicht vorgesehen.

ImageAuch ist die Ausstattung der socorristas mangelhaft und würde bei professionellen Wasserrettern nur Kopfschütteln auslösen. Es gibt nicht einmal Sauerstoff am Strand, für eine schnelle Erstversorgung von Halbertrunkenen unbedingt notwendig. Hierbei stellt sich allerdings die Frage, ob die Retter überhaupt dafür ausgebildet werden. Denn auch aufFormentera werden - wie auf den anderen Baleareninseln Mallorca, Ibiza und Menorca - dringend Rettungsschwimmer gesucht, die vom "Cruz Roja" in einer Schnellausbildung von gerade mal 20 Stunden fit gemacht werden sollen.

Isidor Torres, der alte und nach einem Misstrauensvotum der Parteien COP und PREF seit dem letzten Wochenende neue Bürgermeister Formenteras, hatte während seiner ersten Amtszeit ein anderes brennendes Problem erkannt: die mangelhafte medizinische Versorgung auf Formentera und die Tatsache, dass ein eigenes Krankenhaus mehr als überfällig ist. Bereits vor acht Jahren beschwerte er sich in Madrid über die unhaltbaren Zustände und kaufte seinerzeit sogar ein Grundstück für den Bau des Krankenhauses. Bis heute ist - abgesehen von einem Hubschrauber, der Verletzte seit 1997 ins Krankenhaus nach Ibiza bringt - nichts geschehen.

Urlauber an Formenteras Badestränden richteten sich in der letzten Woche bei kritischem Wetter fast immer nach der roten Flagge und verzichteten auf das gefährliche Badevergnügen. Oder war ihnen das Wasser (19 Grad) vielleicht einfach noch zu kalt?




Donnerstag, 19. Mai 2005
"Digitale Pressemappe" und alle Informationen
zum "BEACH SAFETY DAY" (Mittwoch,15. Juni 2005)
ab heute auf Blausand.de !

Image"Ertrinken ist Schicksal, Ertrinken kann man nicht verhindern, die Opfer sind selber schuld, die Gefahren sind doch jedem Menschen bekannt". Die Fakten sprechen gegen diese weit verbreiteten Einstellungen, weil nach Meinung von Experten vier von fünf Ertrinkungsunfälle im Freizeitbereich verhindert werden könnten. Der BEACH SAFETY DAY 2005 ist eine europaweite Demonstration für mehr Information über die Gefahren am und im Wasser und gegen Unwissenheit, Ignoranz, Tabuisierung und Verantwortungslosigkeit von Menschen und Organisationen.

Der "BEACH SAFETY DAY" - Der Tag für mehr Badesicherheit in Europa am Mittwoch, 15. Juni 2005 will europaweit auf die Wassergefahren an Stränden, in Schwimmbädern, an Seen und Flüssen, Gartenteichen und Pools hinweisen und die Verantwortlichen in den europäischen Ländern auffordern, sich aktiver für mehr Prävention bei der Wassersicherheit einzusetzen. Gleichzeitig will der Aktionstag rechtzeitig zu Beginn der Sommerferien und der Badesaison 2005 Menschen in Europa durch Aufklärung für ein vernünftigeres Verhalten am und im Wasser sensibilisieren. Ein wesentlicher Grund für die seit Jahren dramatisch steigenden Ertrinkungszahlen in den europäischen Urlaubsländern ist die unzureichende Thematisierung und fehlende Aufklärung über Ertrinkungsgefahren bei Urlaubern, Freizeitsportlern, Eltern, Jugendlichen, Senioren und Kindern, obwohl das Ertrinken bei Kindern die zweithäufigste Unfallursache nach Verkehrsunfällen ist.


Donnerstag, 12. Mai 2005
Strandsicherheit auf Baleareninseln 2005, Hitzewelle,
Ausbildungsrichtlinien "Ertrinkungsnotfall"  

Image Nachtrag zur Strandsicherheit 2005 auf den Balearen: Das balearische Rote Kreuz möchte für diese Sommersaison die Zahl der Rettungsschwimmer um 30 Prozent erhöhen. Am letzten Wochenende starteten die ersten Trainingskurse für die Lebensretter, parallel dazu werden jetzt neue Mitarbeiter gesucht. Insgesamt will das "Cruz Roja" in diesem Jahr 200 Strandwächter einstellen, knapp ein Sechstel mehr als im vergangenen Jahr. Das Rote Kreuz auf den Balearen ist für 50 Strände zuständig, zwei mehr als im letzten Sommer. Nach neuen Sicherheitsvorschriften seien alle Gemeinden verpflichtet, diese bis Juli 2005 umzusetzen, so Victoria Avellá vom Roten Kreuz. An einigen Stränden auf der Insel sind bereits Rettungsschwimmer im Einsatz, ab dem 1. Juni sollen die restlichen Strände besetzt werden. Übrigens rechnet nicht nur das Nationale Meteorologische Institut in Spanien im kommenden Sommer mit einer extremen Hitzewelle und Trockenheit. 

Mit Marc Hasenjäger von der DLRG-Ortsgruppe Burscheid im Bergischen Land arbeitet Blausand.de seit langer Zeit konstruktiv zusammen. Von ihm stammen mehrere Berichte über die Situation an der französischen Atlantikküste. Jetzt hat Mark Hasenjäger die Richtlinien zur Ausbildung für Wasserrettung neu überarbeitet und verwendet dabei die wichtigen Erkenntnisse des US-Rettungsexperten Frank Pia zum oft unterschätzten Phänomen des so genannten "stillen Ertrinkens". Die PDF-Datei kann hier heruntergeladen werden.


ImageTUI, Deutschlands führender Reiseveranstalter, will Urlaubsreisen noch sicherer machen. Das Unternehmen hat sein touristisches Krisenmanagement durch unabhängige Experten auf Herz und Nieren prüfen und zertifizieren lassen. „Unser Ziel war es, Schwachstellen aufzuzeigen und Verbesserungen herbeizuführen“, sagte TUI Deutschland-Chef Dr. Volker Böttcher. TUI ist damit der erste Reiseveranstalter, der sein Krisenmanagement einer derart umfassenden und unabhängigen Kontrolle unterzogen hat. Die Ergebnisse weisen aber auch auf Verbesserungspotenzial hin. So müssten beispielsweise die Mitarbeiter in den Zielgebieten noch stärker sensibilisiert und auch geschult werden. Naturkatastrophen und Terroranschläge in Urlaubsgebieten haben das Thema „Sicherheit im Urlaub“ in den letzten Jahren deutlich stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Deutsche Urlauber hätten deshalb in punkto Sicherheit ein nachhaltiges Informationsbedürfnis, so der TUI-Chef. Anbieter von Pauschalreisen würden in aller Regel über ein gutes Sicherheits- und Krisenmanagement verfügen und ihren Kunden damit einen klaren Mehrwert bieten. „Und das sollte man in Zeiten, wo alle Welt über die Vorzüge von Billigreisen und selbst zusammengestellten Reisebausteinen redet, in aller Deutlichkeit herausstellen“, führte Böttcher aus.
Während TUI Reiseleiter in aller Welt systematisch Sicherheitschecks in Hotels durchführten, habe so mancher Billiganbieter noch nicht einmal Reiseleiter, hieß es weiter.



Montag, 2. Mai 2005
Mehr Strandsicherheit 2005 auf den Balearen:
Erklärte Absicht oder Realität?

ImageAlle Strände der Baleareninseln von Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera müssen laut balearischem Innenminister Rodriguez bis Juli 2005 die Voraussetzungen für ein neues Strandsicherheitsgesetz erfüllen.Insgesamt 400.000 Euro wollen die Küsten-Gemeinden der Balearen in Warnschilder und medizinisches Gerät investieren. Geplant sei, so eine Meldung bei www.calamillor.org, unter anderem die Anschaffung weiterer Defibrillator-Geräte, um bei Herzstillstand am Strand schneller helfen zu können. Darüber hinaus sollen mehr Schilder vor gefährlichen Strömungen warnen. 

Blausand.de wird die erklärten Absichten im Juli 2005 zunächst auf Mallorca für das Projekt "Risk Assessment 2005" (Europa-Studie für die Risikobewertung von Badestränden) unter die Lupe nehmen und kritisch überprüfen, ob die Ankündigungen auch umgesetzt wurden und die gefährlichen grünen Flaggen, die oft nur trügerische Sicherheit suggerieren, endlich verschwunden sind. 2003 war die Situation auf Mallorca Besorgnis erregend. Im Jahr 2004 ertranken auf den Balearen nach spanischen Medienberichten mindestens 43 Menschen, Blausand.de vermutet aber eine wesentlich höhere Zahl.









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