Aktuell im Mai 2006

Mittwoch, 31. Mai  2006
Balearen 2006: Viel Versprechungen, wenig Sichtbares
ImageDie Balearenregierung meldete Ende des letzten Jahres, dass ab 2006 die Rettungsschwimmer von Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera mit kleinen Handcomputern ausgestattet werden sollten. Sinn der Sache: Die Daten der Strände werden auf die  Website www.platgesdebalears.com geschickt. Der Hintergrund: Strandbesucher sollen aktuell feststellen, welche Warnflagge an welchem Strand weht, welche Wind- und Strömungsbedingungen herrschen und wieviel Besucher am jeweiligen Strand sind. Außerdem sollte das System bei Notfällen und Unfällen für schnellere Alarmierung sorgen.

Bis heute ist aber die vollmundig angekündigte Innovation für sichere Strände auf den Balearen eine "tote" Seite. Man darf gespannt sein, ob sich  die Seite in den nächsten  Wochen mit Leben füllt.


Freitag, 26. Mai 2006
"Tod im Meer": Reiseredaktion vom Michael Müller Verlag informiert
ImageDer Michael  Müller Verlag, Spezialist für Individualreisende, ist nach Einschätzung von Blausand.de inzwischen die Nr. 1 in Deutschland, wenn es um Qualität und Aktualität von Reiseführern geht. Aber auch das Thema Strandsicherheit wird in den Reiseführern seit langer Zeit ernst genommen. Auf der Website findet sich seit einigen Tagen eine Recherche zum Thema Strandsicherheit in Europa, Titel: Tod im Meer - ein Artikel über ein ungeliebtes Urlaubsthema. Der Verlagsautor Matthias Kröner hat einen bemerkenswerten Aufsatz über Ertrinkungsgefahren und Blausand.de geschrieben, den Sie hier nachlesen können.



Montag, 22. Mai 2006
Australien: Drei von vier Ertrinkungsopfern sind männlich
Risiko an Feiertagen und an Wochenenden deutlich höher
ImageIm letzten Jahr gab es  in australischen Gewässern 259 Ertrinkungsopfer. 192  von ihnen waren Männer. Ertrunken sind insbesondere australische Männer - meist an Wochenenden oder an Feiertagen. Jetzt versucht die  australische Wasserrettungsorganisation Royal Life Saving Australia in einer Studie einen  Zusammenhang zwischen dem Geschlecht der Ertrinkungsopfer und den Ursachen herzustellen. Ein Sprecher der Forschungsgruppe zum Thema: "Wochenende und Feiertage sind oft gesellschaftliche Anlässe, bei denen Freunde, Alkohol und das Element Wasser eine gefährliche Kombination bilden", und "oft werden Freizeitaktivitäten am und im Wasser geplant und die Wetter- und Sicherheitsbedingungen nicht ausreichend beachtet."  Sogar um das Vierfache - so sagt die Studie - steigt in Australien das Risiko bei Männern, an einem Wochenende oder an einem Feiertag gegenüber einem Wochentag zu ertrinken.

Auch in Deutschland ist nach Angaben der DLRG das Risiko des Ertrinkens bei Männern um ein Mehrfaches höher. Im letzten Jahr ertranken hierzulande 372 Männer und 105 Frauen.


Montag, 15. Mai 2006
Warum ertrank ein 15-jähriger Koreaner im Bremer Achterdieksee?
ImageEs passierte am Mittwochnachmittag vergangener Woche bei traumhaftem Wetter am Bremer Achterdieksee, einem Badesee, der besonders von Jugendlichen vieler Nationalitäten zum Schwimmen genutzt wird. Eine Besuchergruppe aus Korea nutzte das schöne Wetter, unter ihnen ein 15-jähriger, der die wenigen Meter vom Ufer zu einer Badeinsel schwimmen will und plötzlich untergeht. Die ebenfalls nur wenige Meter entfernte DLRG-Station ist unbesetzt. Irgendwann trifft die Polizei ein, die Rettungstaucher der Feuerwehr und ein Hubschrauber zum Absuchen der Badestelle. Die Leiche des vermisste Junge wird erst nach weit über einer Stunde entdeckt - zu lange für rettende Maßnahmen. Obwohl die Chancen gerade bei kälterem Wasser steigen, einen Geretteten erfolgreich zu reanimieren.

Gehört dieser tödliche Unfall zu den (80 Prozent) aller Ertrinkungsunfälle, die hätten verhindert werden können? Vielleicht. Blausand.de hat den Unfallort am vergangenen Wochenende besucht und Zeugen befragt. Demnach hat die Aktivierung der Rettungskette auch deshalb so lange gedauert, weil die koreanischen Freunde des Ertrunkenen kein Deutsch sprachen und deshalb nicht sofort auf die Gefahr hinweisen und Alarm auslösen konnten.

Image Wasserrettung ist ein extrem zeitkritischer Prozess. Gibt es eine SOS-Säule? Das wäre die Lösung für eine schnelle Alarmierung auch bei Verständigungsproblemen und nicht besetzter DLRG-Station? Fehlanzeige.

Wir entdecken zu Beginn der Badesaison noch weitere kritische Bedingungen: Auf der Skizze des Badesees am Eingang ist zwar der Nichtschwimmerbereich, aber nicht der durch rote Bojen abgeteilte Schwimmerbereich vermerkt. Eine dürftige Information zur Badesicherheit ("Das Baden ist nur an dem durch Schilder begrenzten Badestrand gestattet")  gibt es trotz des hohen Ausländeranteils der Besucher nur in deutscher Sprache. Und an der DLRG-Station sind die Bewachungszeiten - wichtiger Anhaltspunkt für Eltern in der Badesaison - nicht angegeben.

Zwei Tage später, am letzten Freitag,  kann eine 16-jährige, die im Achterdieksee zu ertrinken droht, durch die DLRG gerettet werden.


Freitag, 12. Mai 2006
Portugal ist Vorreiter:
55 Euro Strafe bei Missachtung von Badeverboten
ImageAls erstes Land in Europa droht Portugal mit Sanktionen bei Missachtung von Badeverboten. In der Badesaison 2006 müssen Schwimmer, die sich trotz einer Warnung der Küstenwache ins Wasser wagen, mit einer Strafe rechnen. Wer eine entsprechende Warnung etwa durch eine rote oder gelbe Fahne am Ufer ignoriere, werde ab Juni 2006 mit einem Bußgeld von bis zu 55 Euro zur Kasse gebeten, sagte der Staatssekretär im portugiesischen Ministerium für maritime Angelegenheiten, Manual Lobo Antunes. Auch die Benutzung von Wassersportgeräten außerhalb ausgewiesener Zonen soll künftig bestraft werden.

Etwa 20 Regelverstöße an Stränden am Meer und an Flüssen würden künftig geahndet, darunter fällt laut Antunes etwa auch die Missachtung von Anweisungen des Aufsichtspersonals. Eine rote Fahne bedeutet, dass Baden generell verboten ist. Eine gelbe Fahne weist darauf hin, dass der Aufenthalt im Wasser zwar erlaubt ist, weites Hinausschwimmen aber nicht.



Dienstag, 9. Mai 2006
2 Jungen sterben im See bei Essen
ImageAm letzten Wochenende passierte am Ziegelteich in Karnap ein Badeunfall, dem 2 Jungen zum Opfer fielen. Am Samstag Mittag hatten die drei Jungen im Alter von 6 und 7 Jahren am Ziegelteich in Karnap gespielt und die Gefahren des Gewässers nicht erkannt. Alle drei waren in tiefes Wasser geraten. Ein 12-jähriger Junge hatte dies gesehen und war zu einer nahegelegenen Gaststätte gelaufen, um Hilfe zu holen. Der 42-jährige Koch des Restaurants konnte zwei Jungen aus dem Teich bergen. Den 6-jährigen konnte er noch zu Fuß erreichen. Der 7-jährige trieb bereits leblos im tiefen Wasser. Der 6-jährige war offensichtlich unterkühlt aber ansprechbar. Der Mann reanimierte den 7-jährigen durch Mund-zu-Mund-Beatmung. Die lebensrettenden Maßnahmen wurden durch eine Polizeibeamtin bis zum Eintreffen der Feuerwehr weitergeführt. Durch Angaben des 6-jährigen wurde bekannt, dass sich noch ein dritter Junge im Wasser befinden musste. Daraufhin wurde der Teich durch Taucher der Feuerwehr bis zum Auffinden des Kindes (ebenfalls sieben Jahre), abgesucht. Dieser Junge war - trotz aller Reanimationsbemühungen - noch in der Nacht zum Sonntag im Krankenhaus gestorben. Der zweite 7-jährige Junge hat es ebenfalls nicht geschafft. Er starb gestern Mittag an den Folgen des Unfalls. Dem 6-jährigen geht es - so der Polizeibericht - den Umständen entsprechend.

Montag, 8. Mai 2006
Teneriffa, Kanarische Inseln: Surfer häufig Lebensretter von Schwimmern
ImageJürgen Baaden, Mitglied im Blausand.de-Team in Puerto de La Cruz (Teneriffa, Kanarische Inseln), berichtet, dass Wellensurfer nach Dienstende des Wasserretters häufig und "mehr oder weniger freiwillig" die Verantwortung für Schwimmer im Lebensgefahr übernehmen. Der nachfolgende Leserbrief eines Urlauberpaares aus Erlangen / Deutschland in der kanarischen Urlauberzeitung Wochenblatt sei  "ganz typisch für den Socorro-Strand westlich von Los Realejos".

"Am Samstag, den 25. März 2006, badeten mein Partner und ich am späten Nachmittag (ca. 17.15) am Strand El Socorro, westlich von Puerto de la Cruz. Wir sahen keine warnende rote Fahne. Die Strandwache war, wie wir im Nachhinein erfahren haben, nicht mehr besetzt. In der Brandung vergnügten sich viele Erwachsene und Kinder, weiter draußen übten mehrere Wellenreiter ihren Sport aus. Als wir, nach dem Durchschwimmen der Brandung, schon einige Zeit die Wellen genossen hatten, kam einer der spanischen Wellenreiter auf uns zu, warnte uns vor der Strömung und forderte uns auf, sofort zurück zu schwimmen.Erst da bemerkten wir mit Entsetzen, wie weit wir schon von der Küste entfernt waren. Unter Aufbietung all unserer Kräfte versuchten wir, zurück zu schwimmen. Es war uns beiden aber völlig unmöglich, gegen die Strömung anzukommen, obwohl wir beide gute Schwimmer sind. Der junge Mann, der uns gewarnt hatte, kam zurück, als er uns vergeblich kämpfen sah und rief noch einen Freund herbei. Beide versuchten, uns zu helfen und setzten dabei alle Kräfte ein. Mein Retter holte noch 2 weitere Sportler zu Hilfe, nachdem klar war, daß er mir allein auch nicht hätte helfen können. Mit vereinten Kräften halfen mir die 3 jungen Männer, an Land zu kommen. Mein Partner hatte sich bereits mit Hilfe des 4. Spaniers in Sicherheit bringen können. Wie betäubt, geschockt und voller Schürfwunden und Prellungen saßen wir lange auf den Felsen, während uns unsere Retter schon wieder verlassen hatten. Als wir wieder klarer denken konnten, wollten wir unseren Rettern danken. Uns fiel in dem Moment nur ein, ihnen unser gesamtes Bargeld zu geben, was wir auch taten. Am nächsten Tag fuhren wir abends nochmal an den Strand, um die 4 zu finden und ihnen nochmals mit einem größeren Geldbetrag zu danken. Außerdem wollten wir ihre Namen erfahren, um sie öffentlich, z.B. durch einen Artikel in ihrer Zeitung, für ihr selbstloses Handeln bekannt zu machen und ihnen dadurch Anerkennung zu verschaffen. Leider trafen wir sie an diesem und am darauffolgenden Tag nicht mehr an und mußten dann zurückfliegen. So blieb uns nur übrig, auf diesem Weg von den 4 jungen spanischen Helden zu berichten, ihnen nochmals zu danken und zu hoffen, daß dieser Dank sie in irgendeiner Weise vielleicht doch noch erreichen kann."


Donnerstag, 4. Mai 2006
Donald Duck ist jetzt Rettungsschwimmer in Holland
ImageManfred Buttke, Blausand.de - Beobachter aus Hannover, verbrachte den Maifeiertag im niederländischen Bergen aan Zee und brachte uns Bilder von Warntafeln mit, auf denen sich der weltbekannte Donald Duck bei der Strandsicherheit für Kids engagiert ("Zoiets gebeurt alleen in Donald Duck - Das kann nur Donald Duck passieren"). 

Blausand.de meint: eine gelungene und wirkungsvolle "Cross-Promotion" aus unserem Nachbarland, besonders nachahmenswert für unsere Strände - etwa anstelle der sachlich korrekten, aber allzu oft unbeachteten Warn- und Verbotssignale an der deutschen Nord- und Ostseeküste.



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