Aktuell im November 2005

Montag, 28. November 2005
Schon wieder tödlicher Badeunfall in deutschem Schwimmbad
ImageDie Serie der tödlichen Badeunfälle in deutschen Schwimmbädern reisst nicht ab. Bei einem Badeunfall im schwäbischen Nesselwang ist ein sieben Jahre altes Mädchen ums Leben gekommen. Die Schülerin aus dem Raum Heilbronn war am Samstag in einem Schwimmbad nach dem Rutschen offenbar ohne Wissen ihres Vaters in ein Erlebnisbecken mit Strömungsringkanal gestiegen.

Als der Vater wenig später nach seine Tochter suchte, fand er sie im Becken bewegungslos unter Wasser treibend. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Trotz Durchsagen im Bad wurden den Angaben zufolge bisher keine Zeugen gefunden, die den genauen Unfallhergang beobachtet haben. Der Bademeister befand sich zur Unfallzeit an einem anderen Becken. Die Familienangehörigen des Mädchens wurden durch Mitglieder eines Kriseninterventionsteams betreut.


Montag, 21. November 2005
Die Stadt Delmenhorst hat gute Chancen auf Auszeichnung "Safe Community" bei der WHO
ImageDie Stadt Delmenhorst (bei Bremen) hat gute Chancen, bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als erste deutsche Stadt in den Kreis der weltweit zur Zeit 100 „Safe Communities“, der „Sicheren Gemeinden“, aufgenommen zu werden.  45 Tagungsteilnehmer aus den Bereichen Kindertagesstätten, Schule, Lebenshilfe, Jugendamt, Politik, Verwaltung, Seniorenbeirat, Kriminalpräventiver Rat und  Wohnungsbau informierten sich in der letzten Woche über die Bedeutung der Vorbeugung. „Die Operationen sind technisch spitze, der Notarztwagen kann nicht schneller, da wird die Prävention immer wichtiger“, sagte Dr. Johann Böhmann, Chefarzt der Kinderklinik. Skandinavien diene als Vorbild: In Schweden sei die Zahl der Ertrinkungsunfälle durch Informationen und mehr noch frühen Schwimmunterricht auf null gedrückt worden. Ertrinken, Verbrühen, Fenstersturz oder Hausbrand sind in Deutschland die häufigsten Unfallursachen bei Kindern. Fensterriegel oder Brandschutzmelder als Standardeinbau im Haus, allgemeine Bewegungsförderung von Kindern und viel Engagement von Menschen, die den Präventionsgedanken vor allem in die Hoch-Risikogruppen der Ein- bis Vierjährigen sowie der Kinder von Ausländern transportieren, sollen helfen, die Unfälle um 20 Prozent zu reduzieren. Das ist nun erklärtes Ziel der Fachtagungs-Teilnehmer. Auch deswegen ist man „zu 100 Prozent“ sicher, dass Delmenhorst nach der nächsten WHO-Jahrestagung der „Safe Communities“ im Juni in Kapstadt den Titel „Sichere Gemeinde“ tragen wird.

Dienstag, 15. November 2005
Balearen 2006: virtuelle Strandsicherheit über das Internet
ImageAb 2006 sollen die Rettungsschwimmer von Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera mit kleinen Handcomputern ausgestattet werden. Sinn der Sache: Die Daten der Strände werden auf die dann neue (bisher noch leere) Website www.platgesdebalears.com geschickt.

Der Hintergrund: Strandbesucher können aktuell feststellen, welche Warnflagge an welchem Strand weht, welche Wind- und Strömungsbedingungen herrschen und wieviel Besucher am jeweiligen Strand sind. Außerdem soll das System bei Notfällen und Unfällen für schnellere Alarmierung sorgen.

Freitag, 11. November 2005
Mecklenburg-Vorpommern:
Mehr Ertrinkungsopfer 2006 trotz verbesserter Sicherheit?
ImageIn Mecklenburg-Vorpommern ereigneten sich in diesem Jahr bei Sportbootunfällen bisher 7 Unfälle mit tödlichem Ausgang. Im letzten Jahr waren es noch 9.  Allerdings ist die Zahl der Opfer von Badeunfällen (trotz einer vergleichsweise verregneten Badesaison) gestiegen: 2005 gab es 8 tödliche Badeunfälle, im Vorjahr 7.

"Die meisten der Sportbootunfälle sind in erster Linie auf unterschätzte Witterungsverhältnisse, seemännische Unerfahrenheit, ungenügende Kenntnis des Wassersportreviers sowie Alkoholgenuss zurückzuführen. Leichtsinn und Selbstüberschätzung ist leider auch Ursache für die meisten der Unfälle" erklärte Innenminister Gottfried Timm. Trotzdem, so der Innenminister, sei Mecklenburg-Vorpommern  eines der sichersten Urlaubsländer Deutschlands. Dies verdankt er dem Einsatz motivierter Polizeibeamter im Rahmen des so genannten Bäderdienstes. Von Mai bis September 2005 waren 209 Polizistinnen und Polizisten zusätzlich in die Touristenzentren des Landes abgeordnet. Präventionsveranstaltungen hätten den Urlaubern, Tagesausflüglern und Badegästen Anregungen zum richtigen Verhalten an Urlaubsorten gegeben.

Dienstag, 8. November 2005
Betrunkener Wanderer hat keinen Anspruch auf Unfallversicherung
ImageEin Fussgänger mit 2,67 Promille verliert nach einem Urteil des Kölner Oberlandesgerichts seinen Anspruch auf Zahlung aus der Unfallversicherung. Wer so viel getrunken habe, leide unter einer Bewusstseinsstörung, die für einen eventuellen Unfall mitverantwortlich sei, teilte das Gericht gestern mit (AZ 5 W 111/05). Der 26 Jahre alte Kläger war bei einer Wanderung einen Hang hinabgestürzt und ist seitdem querschnittgelähmt. Er hatte für eine Klage gegen seine Unfallversicherung Prozesskostenhilfe beantragt. Dies wurde abgelehnt. Im Straßenverkehr gelte ein Fußgänger ab 2,0 Promille als absolut verkehrsuntauglich. Das sei auf eine Wanderung auf einem Gebirgsweg übertragbar, urteilten die Richter. Ob sich dieses Urteil auch auf alkoholisierte Schwimmer anwenden lässt, die sich und andere in vielen Fällen in Gefahr bringen, kann bisher nicht gesagt werden.

Sonnabend, 5. November 2005
DLRG: Acht Prozent weniger Badetote von Januar bis August 2005
Antworten auf drängende Fragen
ImageIn Badegewässern in Deutschland sind von Januar bis August 2005 insgesamt 324 Menschen ertrunken - wegen des verregneten Sommers acht Prozent weniger als in den ersten acht Monaten des Vorjahres. Fast drei Viertel der tödlichen Badeunfälle ereigneten sich an Binnenseen oder Flüssen, teilte die DLRG gestern in Weimar mit.

Diese Gewässer würden "häufig" nicht von Rettungsschwimmern überwacht, sagte DLRG-Präsident Klaus Wilkens. Alarmierend sei die hohe Zahl der Nichtschwimmer in Deutschland: Jeder Vierte kann laut DLRG nicht schwimmen, bei Jugendlichen sogar jeder Dritte.
 
Nur noch etwa 17 Prozent der Kinder und Jugendlichen erlernten das Schwimmen im Sportunterricht an den Schulen. Vor 15 Jahren seien es noch 50 Prozent gewesen. Gehe die Entwicklung so weiter, drohe die Zahl der tödlichen Badeunfälle wieder zuzunehmen.
 
Neben dem hohen Stundenausfall im Sportunterricht macht die DLRG für die Zunahme an Nichtschwimmern auch eine veränderte Bäderstruktur verantwortlich. Bundesweit würden kommunale Schwimmbäder entweder geschlossen oder in so genannte Spaßbäder umwandelt. Zudem erschwerten teils drastisch erhöhte Eintrittspreise insbesondere sozial schwachen Familien den Besuch im Bad.

Blausand.de vermisst vor allem die Antworten auf zwei drängende Fragen. Erstens: Wieviel Prozent der Seen und Flüsse waren zum Zeitpunkt der tödliche Unfälle bewacht? Zweitens: Wieviel Prozent der Ertrinkungsopfer konnten nicht schwimmen? Wir haben bei der DLRG anfragt, ob auch diese Informationen im Interesse einer verbesserten Risikobewertung erfasst werden. Inzwischen erklärte der DLRG-Pressesprecher, Martin Janssen, gegenüber Blausand.de: "Zu Ihren Fragen können wir Ihnen leider keine Daten zur Verfügung stellen". 
 

Donnerstag, 3. November 2005:
Blausand.de nimmt Geschwindigkeit auf
ImageSeit fast 6 Wochen steht das neue Blausand.de - Webportal im Netz und wir erhalten fast täglich positive Reaktionen zu Webdesign, Benutzerfreundlichkeit und den neuen Inhalten zu Strandsicherheit in Europa, Freizeit, Urlaub und Touristik. Seit gestern konnte mit Hilfe der Blausand.de-Webagentur dievision in Hannover ein technisches Problem gelöst werden: Die Geschwindigkeit des Aufbaus von inzwischen 140 Blausand.de-Seiten hat sich deutlich erhöht.  Dienstag, 1. November 2005:
"MARE TV" berichtet am Donnerstag über italienische Wasserrettungshunde
Mehr Urlaub, weniger Urlaubstage: "Brückentage" 2006
Günstiger Reisen  während der Fussball-WM 2006
ImageWasserretter gibt es auch auf vier Beinen - nicht unumstritten, trotzdem faszinierend. Darüber berichtet die Sendereihe mare tv am Donnerstag dieser Woche.

In Italien tragen Lebensretter Fell statt knapper Badehose: Wasserrettungshunde bewachen 8000 Kilometer Küste. Am Lago d`Iseo in Norditalien werden sie für ihren gefährlichen Einsatz trainiert. Mit dem Hubschrauber gelangen die "Retter auf vier Beinen" zur Unglücksstelle. Dann kommt der Sprung ins Meer. Vor Triest gibt es für zwei Tage ein großes Gebell. Dort treffen sich alle Rettungsstaffeln des Landes zu einem Manöver. Sendetermin: Donnerstag, 3. November, 20.15 bis 21 Uhr, NDR Fernsehen.

ImageDer Sinn der Brückentage liegt darin, mit möglichst wenig Urlaubstagen möglichst lange frei machen zu können. Dabei helfen alle Feiertage und Ferientermine, die auf einen Wochentag fallen. Durch die Nutzung der Wochenenden und das Auffüllen restlicher Arbeitstage mit Urlaub lässt sich zusätzliche Freizeit am Stück erreichen.

Hier ein paar (bundesweit gültige) Tipps: Ostern: 16 Tage Ferien bei 8 Urlaubstagen, Himmelfahrt:  9 Tage Ferien bei 4 Urlaubstagen, Pfingsten: 9 Tage Ferien bei 4 Urlaubstagen, Tag der Deutschen Einheit: 4 Ferientage bei einem Urlaubstag oder 9 Tage Ferien bei 4 Urlaubstagen, Weihnachten: 9 Ferientage bei nur 3 Urlaubstagen. Die Ferientermine 2006 für Ihr Bundesland finden Sie unter Blausand-Termine 2006.
Noch ein Tipp für die Urlaubsbuchung 2006: Reiseveranstalter bieten in ihren neuen Sommerkatalogen, die in diesen Tagen erscheinen, günstigere Reisepreise für die Zeit der Fussball-WM (9. Juni bis 9. Juli 2006). Hintergrund: Die Touristikbranche rechnet insbesondere für den Juni 2006 mit negativen Auswirkungen auf die Buchungslage. Warum also sollte man im Lande bleiben, wenn man weniger für Fussball am Mittelmeer bezahlt? Zumal die Chance, in Deutschland "life" dabei sein zu können, gleich null ist?


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