Aktuell im November 2006
Donnerstag, 23. November 2006
Tiefensee:  "...wenn es im Portemonnaie wirklich wehtut.."
ImageVerkehrssünder müssen sich in Deutschland auf härtere Strafen einstellen. "Wir werden die Bußgelder für Verstöße wie Alkohol- und Drogenfahrten deutlich erhöhen", erklärte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee gestern in Berlin. Er habe sich diesbezüglich mit seinen Länderkollegen verständigt. So soll die Obergrenze für allgemeine Verkehrsverstöße laut Tiefensee von 1000 auf 2000 Euro angehoben werden. Wer vorsätzlich rast oder drängelt, könnte künftig bis zu 2000 Euro zahlen. Wer mit Alkohol oder Drogen am Steuer erwischt wird, muss sich auf eine Strafe von bis zu 3000 Euro einstellen. "Nur wenn es im Portemonnaie wirklich wehtut, werden Verkehrsrowdys ihr Verhalten ändern", sagte Tiefensee.


Warum. so fragen wir uns, haben sich die Wasserrettungsorganisationen in Europa bisher nicht für Maßnahmen vergleichbarer Art stark gemacht ? Menschen, die Badeverbote missachten oder unter Alkohol oder Einfluß anderer Drogen schwimmen gehen, gefährden andere Menschen gleichermassen, wenn diese retten wollen und - nach Expertenmeinungen in mindestens zehn Prozent aller Fälle - selber ums Leben kommen. Es geht nicht nur um das eigene Risiko, wie der Präsident der DLRG, Klaus Wilkens,  im Blausand.de-Interview ausführt ("Eine Selbstgefährdung kann schwerlich bestraft werden und mit Verboten und erhobenem Zeigefinger, das zeigt die Erfahrung, erreicht man nichts"), sondern - siehe oben - um die Gefährdung anderer Menschen. Hinzu kommt die menschliche Eigenschaft, sich eher in riskante Situationen zu begeben, wenn Andere dies auch tun.

Was meinen Sie: Sollte das Baden bei Roter Flagge in Europa  -  wie im Straßenverkehr - mit Bußgeldern belegt werden, wie bereits in Frankreich und Portugal? Bewirken die Androhung von Geldstrafen Verhaltensänderungen ?Als für nicht angeschnallte Autofahrer seinerzeit Bußgelder verhängt wurden, stieg die Zahl der angeschnallten Autofahrer signifikant an. Was meinen Sie zum Thema Bußgelder an Europas Badestellen? Bitte schreiben Sie Ihre Meinung an , wir werden diese im Blausand.de-Gästebuch veröffentlichen.



Sonnabend, 18. November 2006
Karibik: Belgier überlebt 17 Stunden im Wasser
ImageDie französische Nachrichtenagentur AFP meldet eine schier unglaubliche Überlebensgeschichte. Ein Tourist aus Belgien war am Donnerstag dieser Woche mit einem Freund an der Küste von Sainte-Rose im Südosten des französischen Übersee-Departements La Réunion spazieren gegangen, als sie laut Feuerwehrangaben von einem plötzlich anschwellenden Fluss ins Meer getrieben werden.

Sein Begleiter kann sich aus eigenen Kräften wieder an Land retten, der 50-jährige Paul V. hingegen treibt weiter aufs Meer hinaus. Die Suche der nach ihm muss am Abend zunächst wegen der einbrechenden Dunkelheit abgebrochen werden. Im Morgengrauen - 17 Stunden später- wird der Mann statsächlich einige Kilometer vom Unglücksort entfernt im Meer treibend entdeckt. Er habe sich zunächst auf eine Luftmatratze gelegt, die er bei seinem Spaziergang dabei hatte und aufblasen konnte, sagte der Urlauber nach seiner Rettung. Weil es an der Luft aber kälter gewesen sei, sei er dann wieder geschwommen. Bei einer Kontrolle im Krankenhaus wurden keine körperlichen Schäden festgestellt.

Donnerstag, 16. November 2006
Tabuisierte Tragödien: Wachkoma nach Beinah-Ertrinken von Kindern
ImageBei Statistiken zur Zahl von Ertrinkungsopfern wird oft vergessen, dass auf einen Todesfall vermutlich noch einmal fünf bis zehn sogenannte "Beinahe-Ertrinkungsfälle" kommen. Diesen Menschen, meist sind es Kinder, kann zwar durch intensivmedizinische Maßnahmen immer häufiger das Leben gerettet werden, jedoch sind die Langzeitresultate ernüchternd, wie eine Untersuchung aus dem Behandlungszentrum Vogtareuth zeigt: Jedes vierte beinah ertrunkene Kind, das wiederbelebt wird, stirbt innerhalb des ersten Jahres nach dem Unfall. 18% liegen nach einem Jahr immer noch im Koma, bei 37% bleiben schwere und bei 13% mässige neurologische Schäden zurück. Nur in 7% der Fälle finden sich leichte bis gar keine neurologischen Defizite. Jedes zweite Kind trägt eine Epilepsie davon.

Oft machen betroffene Eltern - dem Internet sei Dank - auf diese Gefahren aufmerksam und stellen beeindruckende Webseiten ins Netz - etwa über das Schicksal von Mark-Philip aus Kelsterbach, dessen Vater Jochen Börner auf der Seite www.widesky.de mit kaum vorstellbarer Liebe und Hingabe immer und immer wieder über das Leben seines Sohnes berichtet. Vor mehr als zwölf Jahren wurde Mark-Philip nach ein paar unachtsamen Minuten leblos aus einem Teich geborgen. "Alles, was bleibt, ist einzig die Liebe und Hoffnung, die andere Dir entgegenbringen", steht auf der Webseite von Jochen Börner. Im Juni 2005 fällt Elias, ein besonders fröhlicher, ausgelassener und aufgeweckter Junge, gerade mal 1 1/2 Jahre alt, in ein nur 15 Zentimeter tiefes Regenwasserbecken. Nach 10 bis 15 Minuten zieht man ihn raus. Auch hier die Diagnose: Apallisches Syndrom, Wachkoma. Auch seine Eltern stellen die beeindruckende Webseite www.wachkomakind-elias.de ins Netz.

Schicksale, Texte, Bilder, Albträume, die einem fast das Herz zerreissen und trotzdem nicht verdrängt werden sollten. Informationen zu Ertrinkungsgefahren bei Kindern finden Sie hier, Tipps für Eltern gibt es hier.



Freitag, 10. November 2006
Björn Steiger Stiftung entwickelt Handy-Ortungssystem bei Unfällen
ImageDie Björn Steiger Stiftung wurde 1969 mit dem Ziel gegründet, die Notfallhilfe zu verbessern. Der Namensgeber Björn Steiger starb nach einem Verkehrsunfall. Obwohl sofort über mehrere Telefone Hilfe angefordert wurde, dauerte es mehr als eine Stunde, bis der Krankenwagen eintraf. Danach sorgte der Vater für die Schaffung der einheitlichen Notrufnummer 112 und für die Notrufsäulen an deutschen Autobahnen - überlebenswichtig, als es noch keine Handys gab. Die Stiftung setzt sich seit Jahren auch intensiv für die Ausstattung mit lebensrettenden Defibrillatoren zur Wiederbelebung ein.

Durchschnittlich vergehen etwa 17 Minuten, bis ein Unfallopfer von den Rettungskräften gefunden wird, wie die Stiftung in Berlin mitteilte. Jetzt will die Feuerwehr Menschen in Not über das Handy finden. Das Rettungssystem LifeService wurde von der Björn Steiger Stiftung Service GmbH entwickelt. Mit Hilfe des neuen Systems könne der Anrufer jedoch über sein Handy innerhalb weniger Sekunden lokalisiert werden. Als erste Rettungsstelle Deutschlands wird die Berliner Feuerwehr dieses System von sofort an nutzen. Bis Anfang 2007 sollen alle 306 deutschen 112-Notrufleitstellen mit dem Service ausgestattet werden. Durchschnittlich gehen in Deutschland pro Tag rund 60.000 Notrufe per Handy ein, hieß es. Viele der Anrufer könnten allerdings nur ungenau oder gar nicht sagen, wo sie sich befinden. Dadurch verzögert sich die Zeit, bis die Retter das Unfallopfer finden. Mit dem neuen System kann die Feuerwehr nun genau ermitteln, in welcher so genannten Mobilfunkzelle sich der Anrufende befindet.
 
Das System darf allerdings nur eingesetzt werden, wenn der Anrufer sein ausdrückliches Einverständnis gegeben hat. Dafür muss man sich vorher unter der kostenfreien Rufnummer 0800-1011599 registrieren lassen.



Mittwoch, 1. November 2006
Verfahren wegen Verletzung der Aufsichtspflicht in Waltrop und Hamburg
Nach einem Badeunfall in Waltrop stehen jetzt zwei Grundschullehrer wegen fahrlässiger Körperverletzung und Verletzung der Aufsichtspflicht vor Gericht. Während des Schulsports war im November des vergangenen Jahres ein neunjähriger Junge fast ertrunken. Er konnte nicht schwimmen und lag bewusstlos auf dem Beckenboden. Die Lehrer sollen währenddessen schon in der Umkleidekabine gewesen sein. Ein Zeuge hatte den Jungen entdeckt und geborgen. Durch seine sofort eingeleiteten Reanimationsversuche überlebte das Kind.

Image Nach dem beinahe tödlichen Badeunfall eines fünfjährigen Jungen hat ein Hamburger Amtsgericht einen Betreuer letzte Woche zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt. Der 27-Jährige war mit acht Kindern zum Schwimmen in die Hamburger Alsterschwimmhalle gegangen und hatte den kleinen Nichtschwimmer aus den Augen verloren. Der Fünfjährige rutschte auf dem Weg zur Rutsche aus und lag längere Zeit bewusstlos unter Wasser. Durch beherztes Eingreifen rettete eine 15 Jahre alten Schwimmerin sein Leben. Sie entdeckte den Jungen und zog ihn aus dem Wasser. Ein Bademeister konnte den Kleinen reanimieren.

''Sie haben ein unverschämtes Glück, dass der Junge nicht zu Schaden oder gar zu Tode gekommen ist'', sagte der Richter zum Angeklagten. Er warf dem Betreuer vor, mit einer zu großen Kindergruppe ins Schwimmbad gegangen zu sein und sich überfordert zu haben. Er habe die Gefahr erkennen müssen. ''Ich habe mir das selber zugetraut'', meinte der 27 Jahre alte Tagesvater. Er räumte aber ein, einen Fehler gemacht zu haben. Die Retterin des kleinen Jungen war nach dem Unfall im Juli 2005 von den Medien gefeiert worden. Der bewusstlos am Beckenboden liegende Junge war den Ermittlern zufolge aber auch einem älteren Schwimmbad-Besucher aufgefallen. ''Der liegt schon längere Zeit da'', hatte er der Polizei zufolge zu dem Mädchen gesagt. ''Das wäre wohl unterlassene Hilfeleistung'', meinte der Richter. Die Identität des Mannes habe aber nicht ermittelt werden können.
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