Beach Safety Day
Erklärung zum Beach Safety Day  2007

Von Rolf Lüke, Gründer von Blausand.de,
der Aktion für mehr Strandsicherheit und gegen das Ertrinken

ImageErtrinken ist Schicksal,
Ertrinken kann man nicht verhindern,
die Opfer sind selber schuld,
die Gefahren sind doch jedem Menschen bekannt..


Die Fakten sprechen gegen diese weit verbreiteten Einstellungen, weil nach Meinung von Experten vier von fünf Ertrinkungsunfällen im Freizeitbereich verhindert werden könnten.

Über Unfall- und Ertrinkungsgefahren wissen Urlauber, Freizeitsportler am und im Wasser, Kinder, Familien und Senioren einfach zu wenig.

Der jährliche Beach Safety Day, immer am 15. Juni (also am Freitag, 15. Juni 2007) will aufrütteln und ist eine europaweite Demonstration für mehr Information über die Gefahren am und im Wasser und gegen Unwissenheit, Ignoranz, Tabuisierung und Verantwortungslosigkeit von Menschen und Organisationen.

Der Aktionstag zielt in zwei Richtungen:

Bei immer weiter steigender Ertrinkungszahlen in Europa will dieser Tag das Sicherheitsbewusstsein erhöhen, das Thema Badesicherheit zum Thema machen - allerdings ohne dabei Menschen zu verschrecken und ihnen die Freude im Urlaub und am Badespass nehmen zu wollen.

Ebenso wollen wir die beteiligten Organisationen und Institutionen (Politik, Fremdenverkehrsverbände, Reiseveranstalter, Kommunen, Wasserrettungsdienste bis hin zur Europäischen Union) auf die Situation hinweisen und fordern, so schnell wie möglich Verantwortung zu übernehmen, ein wirksames Netzwerk aufzubauen, um dem Ertrinkungstod unter immer kritischeren Bedingungen wie heisse Sommer, übervolle Strände offensiv zu begegnen.


Image Ohne eine bessere "Sicherheitskultur" werden sich die Ertrinkungszahlen in Europa von mindestens 30.000 Ertrinkungsopfern im Freizeitbereich kaum reduzieren lassen.

Die Verantwortlichkeiten in den Ländern der Europäischen Union sind bisher weitestgehend unklar. Es gibt bis heute in nur wenigen Urlaubsländern eindeutige und wirksame Warnhinweise und Rettungssysteme.

Allein im Urlaubsland Spanien kommen in jedem Jahr mindestens 1500 Menschen durch Ertrinken ums Leben. Viele am ersten Urlaubstag, viele, ohne die Gefahren zu kennen. Informationen vor und während der Reise, Warnflaggensysteme und Rettungsdienste an vielen Stränden sind nach wie vor Mangelware.

Zum fehlenden Bewusstsein trägt auch bei, dass Ertrinkungsunfälle, Beinahunfälle und kritische Bedingungen (wie Unterströmungen) gelegentlich über Medien, aber nicht offiziell von verantwortlichen Kommunen und Regierungen veröffentlicht werden.

Der ehemalige Bremer Bürgermeister Henning Scherf schrieb in seinem Grusswort zum ersten Beach Safety Day 2004: "Hinter den erschreckenden Zahlen stehen Schicksale, die immer auch das Leben der Zurückbleibenden dramatisch erschüttern".

Aber wer ehrlich ist, gibt zu, dass er von Gefahren am und im Wasser möglichst so wenig wie möglich wissen will - im Urlaub und in den Ferien erst recht nicht.

Wie oft im Leben, musst der Mensch meist erst vom Unglück betroffen sein, bevor sich dies ändert. Dies Phänomen hat sich bei der Tsunami-Katastrophe wieder einmal auf eine erschreckende und tragische Weise bestätigt.

Eines war und ist uns in den Jahren des Engagements für Blausand.de immer klarer geworden: Es gibt bisher kaum eine Lobby für die Sicherheit am und im Wasser und gegen das Ertrinken, und durch die Horrorstatistiken ertrunkener und fast ertrunkener Menschen bewegt man zu wenig.

Image Urlauber, Familien, Kinder, Jugendliche und Senioren müssen "schlauer gemacht" werden. Kommunen, Veranstalter, Servicebetriebe, Hotels und Fremdenverkehrsbetriebe gaukeln uns durch Tabuisierung der Gefahren zu oft einen Sicherheitsstandard vor, den es nicht gibt. Die weit verbreitete Erwartung von Rundumversorgung in den Ferien verstärkt die Gefahren zusätzlich.

Menschen müssen einfach erkennen, dass sie die Natur, das Wasser, die Brandung, den Wind und die Wellen nicht uneingeschränkt für ihre Freizeitbedürfnisse beherrschen und vor allem nicht verantwortlich machen können, denn im Gegensatz etwa zu den Gefahren im Strassenverkehr gibt es im Wasser so gut wie keine technischen Möglichkeiten, die Gefahren zu minimieren.

Die präventiven Massnahmen als Schutz gegen den Ertrinkungstod müssen sich deshalb auf ein besser funktionierendes Informationsnetzwerk in Europa konzentrieren. Dieser Aufgabe kann und darf sich keiner entziehen. Dafür kämpft Blausand.de.

Wir können mit unserem Engagement Menschen nicht verändern, aber dazu beitragen, dass es irgendwann zu einer "Informationskette" kommt, die im Kindergarten, in der Schule, in der Familie, im Reisebüro, im Hotel beginnt und erst am Badesee und am Strand endet.

Der Beach Safety Day 2007 am 15. Juni ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg. Wassergefahren dürfen nicht länger ein Tabuthema bleiben.


 
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