Aktuell im Dezember 2007
Montag, 31. Dezember 2007, Silvester
2 polnische Männer bezahlen Hunderettung mit ihrem Leben
ImageZwei Männer haben die Rettung eines Hundes auf einem See in Nordpolen mit ihrem Leben bezahlt. Die beiden Männer im Alter von 33 und 34 Jahren eilten dem Tier zu Hilfe, das am Samstag auf den Kortowskie-See bei Olsztyn geraten war. Unter ihrem Gewicht brach das dünne Eis auf dem in Masuren gelegenen See ein, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Der Hund überlebte.


Freitag, 28. Dezember 2007
Kein Schnorcheln und Schwimmen: 25 Prozent Minderung
ImageDas Kölner Amtsgericht sprach in einem jetzt veröffentlichen Urteil (AZ 134 C 313/07) einem Ehepaar ein Viertel des Reisepreises zu. Die Eheleute hatten Anfang 2007 einen 14-tägigen Badeurlaub in einem 5-Sterne-Strandhotel im mexikanischen Playa Kantenah gebucht. Im Reisebüro hatten sie nachgefragt, inwieweit am hoteleigenen Strand die Möglichkeit zum Schnorcheln bestehe. Dies wurde ausdrücklich bejaht.

Allerdings waren am Urlaubsort durch den Wirbelsturm Katharina im Herbst 2005 Teile des Strands komplett weggespült worden. Der Strandabschnitt des Hotels war zum großen Teil nicht begehbar, aufgrund von Felsen und der nur kniehohen Wassertiefe war Schwimmen nicht möglich. Das Ehepaar verlangte daraufhin den kompletten Reisepreis von 3859 Euro zurück. Dies sei nur bei einer "erheblichen Beeinträchtigung der Reise" möglich, urteilte das Amtsgericht. Dies treffe im vorliegenden Fall jedoch nicht zu. Ein Strandurlaub sei schon noch möglich gewesen und deshalb eine Minderung von 25 Prozent gerechtfertigt.


Mittwoch, 26. Dezember 2007, 2.  Weihnachtstag
Tsunami, Phi Phi Island, Speed Boats, Frühwarnsysteme
ImageHeute genau vor 3 Jahren, am 26. Dezember 2004, tötete der Tsunami über 230.000 Menschen, machte über eine Million obdachlos und hinterließ Zerstörungen von unverstellbaren Ausmaßen.

Die thailändische  Insel Phi Phi, auf der wir mehrere Tauchurlaube verbrachten, wurde neben Kao Lak nördlich von Phuket (Südthailand) auf besonders harte Weise getroffen, über 1000 Menschen kamen allein hier ums Leben. Unsere persönlichen Eindrücke kurz nach der Katastrophe vor 3 Jahren kann man hier nachlesen.

ImageUnser Besuch in dieser geschundenen Region vor wenigen Tagen war bestimmt von gemischten Gefühlen und einer neuen Katastrophe, die sich hier anbahnt und nicht mehr aufzuhalten ist. Hunderte von umweltzerstörenden Speed Boats karren Tausende von Tagesurlaubern in die Maya Bay auf Phi Phi Ley, nach Raya Island und in die Tonsai Bay auf Phi Phi Don. Alles, was nach dem 26.12.2004 auf Phi Phi gebaut wurde, ist besser, moderner, organisierter, viel teurer. Ob das ohnehin geschundene Inselvolk von diesem neu erbauten  Paradies überhaupt partizipiert?

Die Hotelanlagen am Wasser, die in den letzten drei Jahren munter weiter gebaut werden konnten, verfügen über Hinweise zu Fluchtwegen und Sammelpunkten, ein thailändisches Frühwarnsystem ist aber frühestens 2008 in Sicht.


Montag, 24. Dezember 2007, Heiligabend
Frankfurt (Oder): Zu dünnes Eis - Zwei Brüder in Dorfteich eingebrochen
ImageZwei Brüder sind zwei Tage vor Heiligabend auf dem dünnen Eis des Dorfteichs von Biegen (Oder-Spree) eingebrochen. Zuerst war der Sechsjährige in das eisige Wasser gefallen, berichtete die Polizei am Sonntag. Sein neun Jahre alter Bruder versuchte verzweifelt, ihn zu retten und brach dabei selber durch das nur zwei Zentimeter dünne Eis. Dann kletterte er ans Ufer und holte seinen Vater zu Hilfe. Der konnte zwar den kleinen Sohn bergen, doch wenige Stunden später starb er im Klinikum Markendorf im nahen Frankfurt (Oder).

„Eigentlich wollten die Jungs zum neuen Spielplatz“, sagte ein Polizeisprecher. Aber plötzlich sei der jüngere der Brüder auf das Eis des Dorfteiches gegangen. Das Gewässer habe einen kleinen Zulauf, wo es noch keine Eisdecke gebe. „Vier bis fünf Meter weit ist er gekommen“, sagte der Sprecher. Das sei an den Spuren zu erkennen. „Dann brach er in der Nähe dieses Zulaufs ein.“


Donnerstag, 20. Dezember 2007
UN-Flüchtlingshilfswerk: 200 Bootsflüchtlinge in einer Woche ertrunken
ImageDas Jahr 2007 geht zuende mit grausamen Ertrinkungszahlen bei so genannten Bootsflüchtlingen. Allein in der zweiten Dezemberwoche sollen mehr als 200 Menschen vor den Küsten der Türkei, der Kanarischen Inseln und des Jemen ertrunken sein. Das schätzt das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Im Jemen, wo in diesem Jahr 27.000 illegale Afrikaner in Cayucos ankamen, sollen zu dieser Zeit 31 Somalis und Äthiopier vermisst werden, so ein Sprecher des Flüchltingshilfswerkes. Am Wochenende seien bis zu 90 Flüchtlinge verschwunden, nachdem ihre Boote aus dem Senegal und der Westsahara mit Kurs auf die Kanarischen Inseln in Seenot geraten sind. Weitere 51 Menschen ertranken offenbar vor der türkischen Küste, gerade mal 50 Kilometer von Izmir entfernt. Sie wollten offensichtlich nach Griechenland. Weitere 35 gelten als vermisst.

Dass Todeszahlen jetzt auch verstärkt für die Region zwischen Türkei und Griechenland gemeldet werden, bestätigt erneut, wie menschenverachtend und ignorant die reichen Industriestaaten mit dem “Problem” umgehen. Und die Verzweiflung der Menschen in Somalia und die Brutalität der Menschenschmuggler fordern immer mehr Todesopfer.

Dienstag, 18. Dezember 2007
Köln: Eltern spenden Organe von ertrunkenem vierjährigem Sohn
Der vierjährige Salar ertrank in einem Spaßbad in Köln. Niemand hatte dies zunächst bemerkt. In ihren schwersten Stunden trafen Salars Eltern eine Entscheidung für das Leben. Sie spendeten seine Organe, retteten damit ein anderes Kind.

Der 18. November 2007 war der traurigste Tag im Leben von Masud Sadeghi (51) und seiner Frau Leyla (36). Sie gingen mit ihren Söhnen Salar und Saman (3) ins Kölner Aqualand. Das Ehepaar setzte sich in Imageden Restaurantbereich, beobachtete seine Söhne, die im Baby-Becken spielten. "Sie kamen zu uns, assen Pommes und spielten dann wieder. Wir hatten sie ständig im Auge", sagt Vater Masud unter Tränen. "Plötzlich verschwand Salar hinter einer dicken Säule. Wir glaubten, er spielt dort im flachen Wasser. Doch dann sah ich ihn nicht mehr."

Die Mutter stand auf, suchte nach dem Jungen. Plötzlich bildete sich eine Menschentraube. "Ich sah plötzlich einen Besucher, der mein Kind reanimierte." Fünf Minuten war Salar unter Wasser. Der leblose Junge wurde in ein Krankenhaus gebracht und dort acht Tage später für tot erklärt. Die Eltern entschieden sich fürs Leben, gaben Salars Organe frei. "Wir beschlossen, seine Organe zu spenden. Jetzt schlägt das Herz unseres Sohnes in der Brust eines gleichaltrigen Kindes in Gießen."

Montag, 10. Dezember 2007
Deutsche Urlauber bleiben am liebsten unter sich
ImageDeutsche Urlauber bleiben auch im Ausland am liebsten unter sich. Den Kontakt mit Einheimischen sucht nur eine Minderheit. Das hat eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK in Nürnberg ergeben. Dabei sagten 37 Prozent der Befragten, sie bevorzugten Begegnungen mit anderen Touristen aus Deutschland. Weitere 25,1 Prozent beschränken sich sogar am liebsten auf die Kontakte mit ihren direkten Mitreisenden. Nur 20,4 Prozent sind dagegen auf Bekanntschaften mit Einheimischen aus, und 11,3 Prozent suchen den Kontakt zu Reisenden aus anderen Ländern.

ImageBesonders groß sei das fehlende Interesse an internationalen Begegnungen unter den Ostdeutschen, teilt die Online-Reise-Community Tripadvisor in München mit, die die Umfrage in Auftrag gegeben hatte. Laut der Studie ist mit 48,5 Prozent fast die Hälfte der Ostdeutschen bevorzugt an Kontakten mit anderen deutschen Urlaubern interessiert, 31,2 Prozent wollen mit ihrer Reisegruppe unter sich bleiben.

Als besonders störend an anderen Touristen empfinden viele Reisende vor allem schlechtes Benehmen nach Alkoholgenuss: 62,2 Prozent der Deutschen sind darüber verärgert. Bei der Frage, welche Nationen in der Regel die "nervigsten" Mitreisenden stellen, lagen die Ergebnisse dicht beieinander: 20 Prozent nannten England, 18,5 Prozent Russland und 15 Prozent andere deutsche Touristen. Befragt wurden insgesamt gut 1000 Deutsche, darunter 500 Auslandsreisende.

Mittwoch, 5. Dezember 2007
Das Eisvergnügen
ImageEisige Temperaturen können jetzt jederzeit für besondere Gefahren sorgen. Manche Seen sind eigentlich Fließgewässer, so dass das Wasser ständig in Bewegung und damit nie wirklich dick genug ist.

Das ist auch der Grund, warum das Betreten und Eislaufen hier grundsätzlich untersagt ist. Schilder mit dem Text "Lebensgefahr bei Betreten der Eisfläche. Für Unfälle wird nicht gehaftet" sollen Unvernünftige fern halten. Aber: Die Verlockung ist auch im Winter einfach zu groß.

Der neuralgische Punkt in Gewässern ist häufig seine bewegte Mitte: Durch viele Seen fliesst das Wasser trotz eisiger Temperaturen und verhindert - oft nicht sichtbar - ein ausreichendes Durchfrieren der Wasseroberfläche. Die Eisfläche gewinnt nur schwer an Masse. Wichtig: erst ab 15 Zentimetern ist es wirklich sicher. Sollte es trotz Verbotes zu einem Unfall kommen, haftet der Geschädigte selbst. Am besten also gar nicht mehr aufs Eis? Zumindest sollte man sich im Klaren darüber sein, dass eine erhebliche Gefahr besteht. Sollte etwa auf der Eisfläche bereits das Wasser stehen, ist es wirklich besser, sich fern zu halten. Eine klare Ansage für die Kids ist unumgänglich.


Montag, 3. Dezember 2007
"Die Story" im WDR-Fernsehen: Ertrunken vor meinen Augen
ImageAm heutigen Montag zeigt "Die Story" im WDR-Fernsehen um 22 Uhr (Wiederholung am 4.12., 14.15 Uhr) einen beeindruckenden Film. "Ich möchte die jungen Menschen bitten, ihr Leben nicht in die Hände von Menschenhändlern zu legen. Ich habe es getan und teuer dafür bezahlt, und wenn ich es euch erzähle, erlebe ich alles wieder und es tut mir sehr weh", sagt der junge Mann. Er stammt aus Somalia, heißt Ualid Nasur und wollte Fußballspieler werden. Um seinen Traum zu verwirklichen, hat er sich, wie viele andere, auf die Odyssee über die Türkei nach Europa gemacht. In Griechenland endet die mehrjährige Reise in der Schiffsschraube eines Bootes der Küstenwache, die Ualids Körper zerfetzt.

Damals hörten die Gläubigen im Dorf Kücükbahce beim Gebet in der Moschee plötzlich laute Schreie. Vom Strand aus sahen sie Menschen im Wasser, die um ihr Leben kämpften. 31 Menschen konnten sie aus dem Meer ziehen. Sechs Menschen ertranken. Die Überlebenden beschuldigten die griechische Küstenwache, sie ins Wasser geworfen zu haben. Die griechische Seite dementierte. Auch auf das Boot in dem Ualid saß, sagt er, wurde von der griechischen Küstenwache geschossen. Voller Panik versuchten einige, ins Wasser zu springen, dabei kenterte das Boot. Eine Frau verhedderte sich in einem Seil und wird in die Tiefe gezogen. Beim Versuch, sie zu retten, geriet Ualid in die Schiffsschraube. Sie zerfetzte seine Beine. Er erinnert sich erst wieder an ein Krankenhaus in Chios, wo man ihn zusammenflickt, bevor man ihn nach Athen bringt. Fußballspielen wird er nie wieder. Ein Soldat der griechischen Küstenwache hatte ihn schwerverletzt aus dem Meer gezogen. "Wir versuchen alles, um Menschenleben zu retten, aber es ist auch unser Auftrag, die europäische Küste zu schützen", sagt der Soldat.

Und so zieht die Küstenwache auch Flüchtlingsboote von der griechischen Küste in offene Gewässer zurück. "Sichere Rückführung" nennen sie das. Damit ist der Auftrag zur Grenzsicherung erfüllt. Doch nicht alle erreichen das Ufer wieder. Offizielle Zahlen gibt es nicht, aber allein dieses Jahr sollen es mehr als fünfhundert Ertrunkene sein, die an die Urlaubstrände gespült wurden.
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