Aktuell im Oktober 2007

Montag, 29. Oktober 2007
Tragödie in Portugal: Wie konnte das passieren?
ImageUngewöhnlich viele Reaktionen erhielt Blausand.de auf die Ertrinkungstragödie in Portugal vor einer Woche, als 4 Erwachsene, darunter ein Deutscher aus Niedersachsen, beim Rettungsversuch von 3 Kindern ums Leben kamen (Bericht weiter unten). Wie konnte das passieren? Wie hätte diese Tragödie verhindert werden können?

Nach unseren Recherchen und nach Medien- und Augenzeugenberichten gibt es - wie so oft -  offensichtlich mehrere Gründe für den Unfall. Das vorhandene Warnschild am Strand von Tonel mit Hinweisen auf den im Oktober nicht mehr bewachten Strand gibt es nur in portugiesischer Sprache. Allerdings hätten die Erwachsenen auch ohne Hinweise feststellen können, dass es keine Bewachung gab und hätten die Kinder wegen der sichtbaren Wellenbewegungen und der Windverhältnisse nicht im gefährlichen Bereich am Felsen spielen lassen dürfen. Die Erwachsenen hätten vielleicht auch die Surfer in der Nähe in die Rettungsbemühungen einbeziehen und deren Auftriebskörper (Bretter) nutzen sollen. Möglicherweise hätte auch ein Badeverbot bei unbewachten Strand das Unglück verhindern können, wie der folgende Leserbrief in der heutigen Hannoversche Allgemeinen Zeitung beschreibt, auf den uns Manfred Buttke hinweist:

"Vor über zwanzig Jahren habe ich an dem gleichen Strand bei Sagres Ähnliches erlebt. Während der Südstrand an der Algarveküste dort ruhiges, warmes Wasser hat, hat der Strand an der Atlantikseite meist starke Wellen, Strömungen und kaltes Wasser. In der Mitte des Strandes, aber völlig von Wasser umgeben, liegt ein riesiger Felsen in der Bucht. Nach einer hohen Flut in der Nacht gab es damals am Tag drauf eine extrem niedrige Ebbe. Dadurch und durch den nun näher an die Wasserlinie gerückten Felsen entstanden extreme Brandungsrückströme. An einer unter Wasser liegenden Kante oder Sandwelle war der Sog der zurücklaufenden Wellen so groß, dass man nur mit großer Kraftanstrengung an Land kam. Ein jung verheiratetes Paar, das sich wohl in der Nähe des Felsens aufgehalten hatte, kam nicht mehr an Land. Es kämpfte panisch gegen den Sog an, statt ruhig auf Hilfe zu warten oder es an einer anderen Stelle zu versuchen. Einem athletischen Mann gelang es, die Frau zu erwischen und an Land zu ziehen. Der Mann entglitt ihm, und dieser wurde dann auch noch völlig entkräftet an den Felsen geschleudert. Später wurde seine Leiche am Ende der Bucht angespült. Die Strandpolizei hatte in der Nacht davor die am Strand schlafenden Rucksacktouristen wegen der hohen Flut, die um Mitternacht den ganzen Strand unter Wasser setzte, vertrieben. Es gab aber am Tag drauf dort keine Rettungsschwimmer oder eine Warnung. Es dauerte auch sehr lange, bis der Rettungsdienst kam. Der Rettungswagen musste erst von Lagos kommen. Meiner Meinung nach sollte dieser Strand generell zumindest bei stärkerem Seegang gesperrt werden."


Sonnabend, 27. Oktober 2007
Reiserecht: Mehr Klagen, weniger Erfolge
ImageUnzufriedene Urlauber ziehen heute schneller vor den Kadi als früher. Es sei, so die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht, in der Gesellschaft der Trend erkennbar, gewisse Dinge nicht mehr einfach hinzunehmen. Auch die zunehmende Verbreitung von Rechtsschutzversicherungen treibe diese Entwicklung. Allerdings sollten sich Touristen klarmachen, dass viele Klagen scheitern. Zwei von drei Klagen, sagt die Gesellschaft, hätten inzwischen keine Aussicht auf Erfolg, weil entweder juristische Fehler gemacht würden oder die Forderungen überzogen seien.


Dienstag, 23. Oktober 2007
4 Urlauber ertrinken bei Rettungsversuch von Kindern in Portugal
ImageBei dem Versuch, drei in Not geratene Kinder zu retten, sind gestern an der portugiesischen Algarveküste vier Touristen aus Deutschland und Großbritannien ertrunken. Die Touristen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren wollten nach Angaben der portugiesischen Rettungskräfte am unbewachten Strand von Tonel in der Nähe von Sagres drei Kindern helfen, die von einer starken Strömung davongetragen zu werden drohten. Dabei ertranken die Erwachsenen, die Kinder dagegen konnten sich fast unverletzt ans Ufer retten.

Bei den Opfern handelte es sich nach portugiesischen Presseberichten vom heute um drei Briten und einen Deutschen. Die Kinder - ein britisches Geschwisterpaar und ein deutsches Mädchen - konnten gerettet werden. Das Unglück ereignete sich am Montag am unbewachten Strand von Tonel bei Sagres im äußersten Südwestzipfel des portugiesischen Festlands.

ImageDie Kinder waren bei starkem Seegang von der Strömung erfasst worden und drohten zu ertrinken. Sie konnten von ihren Eltern und anderen Badegästen gerettet werden. Die vier Retter - ein Ehepaar und eine Frau aus Großbritannien sowie ein Deutscher - starben nach diesen Angaben auf dem Strand an Erschöpfung und Herzversagen.

Die Kinder, die beim Spielen an der Algarve-Küste ins Meer gerissen worden waren, konnten gerettet werden. Dabei handelte es sich nach portugiesischen Presseberichten um ein britisches Geschwisterpaar und ein deutsches Mädchen, die Tochter des toten Deutschen.

Im Laufe des Tages wurden weitere Einzelheiten bekannt. Die Kinder im Alter zwischen acht und zehn Jahren hatten auf dem Strand an einem Felsen gespielt. Sie wurden von Wellen erfasst, ins Meer gezogen und von der Strömung mitgerissen. Die Hilferschreie der Kinder alarmierten die Eltern und andere Badegäste. Mehrere Erwachsene stürzten sich ins Meer, um Hilfe zu leisten. Die Kinder konnten wohlbehalten an Land geholt werden. Sie hatten nach Angaben der Polizei nur ein paar Kratzer erlitten. Doch vier der Retter - ein Ehepaar und eine Frau aus Grossbritannien sowie ein 55 Jahre alter Deutscher - bezahlten ihren Einsatz mit dem Leben. Der Strand von Tonel ist bei Einheimischen bekannt für seine Wellen und Strömungen. Er gilt als gefährlicher als die anderen Strände in der Umgebung. Wegen seiner Wellen ist er bei Surfern besonders beliebt. Warnschilder weisen (in portugiesischwer Sprache) darauf hin, dass der Strand weder von Strandwärtern noch von Rettungsteams bewacht wird, da die Badesaison seit Ende September beendet ist. Ein Augenzeugenbericht kann auf spiegel.de nachgelesen werden.



Donnerstag, 18. Oktober 2007
5-jähriger Junge ertrinkt beim Schwimmunterricht
ImageEin fünf Jahre alter Junge ist in Aschaffenburg beim Schwimmunterricht ertrunken. Ein örtlicher Sportverein hatte am Mittwochnachmittag im Schwimmbad einer Grund- und Hauptschule einen Anfängerkurs für Kinder angeboten. Die drei bis acht Jahre alten Kinder befanden sich unter Aufsicht einer Schwimmlehrerin im Becken. Plötzlich entdeckte eine Mutter, dass der Fünfjährige regungslos im Wasser trieb.

Die Frau verständigte die Schwimmaufsicht und holte den Jungen sofort aus dem Wasser. Doch das Kind starb wenige Stunden später in einem Krankenhaus. Die Polizei ermittelt nun, wie es zu dem tödlichen Unfall kommen konnte. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet und hat eine Obduktion angeordnet. Die Schwimmlehrerin konnte zunächst nicht vernommen werden, da sie unter Stock stand.

Dienstag, 16. Oktober 2007
Kontroverse Diskussion über ein spektakuläres Video
ImageKontrovers diskutiert wird derzeit ein Werbevideo,  der US-Organisation ISR , das eine ungewöhnliche Form, Kleinstkinder vor dem Ertrinken zu retten, propagiert. In dem Film, der auch im deutschen Fernsehen zu sehen war, wird das Kind ins Wasser geworfen. Danach lernt es, sich auf den Rücken zu legen und in dieser Position längere Zeit zu verweilen, um zu verhindern, dass der Kopf unter Wasser gerät. Diese Methode, die auch hierzulande, etwa in Hessen, angeboten wird, löst unter Eltern Interesse, aber auch Unverständnis und gelegentlich auch Entsetzen aus, wie etwa auf der Webseite www.rehakids nachgelesen werden kann ("Couch im späteren Leben vorprogrammiert").

Auch unter Experten ist die Methode umstritten. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt auf ihrer Webseite deutlich vor dem Training. Helmut Stöhr, Leiter Ausbildung im Präsidium der DLRG: „Babyschwimmkurse oder Kleinkindausbildung, in denen Kinder unter sogenannten realistischen Bedingungen in voller Bekleidung in das Schwimmbecken geworfen oder gestoßen werden, um zu lernen, sich auf den Rücken zu drehen, und damit dem Ertrinken vorzubeugen, lehnen wir ab." Der Übungsleiter einer Schwimmgruppe für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen der DLRG-Ortsgruppe Emstek: "Die im Video verwendete Methode scheint äußerst effektiv zu sein und ich begrüße diese Arbeit sehr."

Vielleicht bringt es ein Kinderphysiotherapeut auf der Rehakids-Webseite auf den Punkt, wenn er Friedrich von Schiller zitiert: "Alles unser Wissen ist ein Darlehen der Welt und der Vorwelt. Der tätige Mensch trägt es an die Mitwelt und Nachwelt ab; der untätige stirbt mit einer unbezahlten Schuld. Jeder, der etwas Gutes wirkt, hat für die Ewigkeit gearbeitet."


Montag, 15. Oktober 2007
"Immer muss erst etwas passieren, bevor..."
ImageIm Juli dieses Jahres ertrinkt der 53-jährige Liam Flanagan vor den Augen seiner Ehefrau und seines Schwagers in Oba (Alanya) an der türkischen Riviera. Seine Frau will den tragischen Tod nicht tatenlos hinnehmen und kämpft monatelang für mehr Sicherheit am Strand von Oba. Mit Erfolg. Drei Monate nach dem Unfall stehen in Oba mehrsprachige Warnschilder. Den Report lesen Sie hier.


Sonntag, 14. Oktober 2007
8 Ertrinkungstote in thailändischer Höhle
ImageBei einem Höhlenausflug sind in Thailand sechs Touristen und zwei Reiseleiter ertrunken. Unter den Toten ist  auch ein Kind aus Deutschland.

Die Touristen besuchten eine ca. 500 Meter lange Höhle im thailändischen Nationalpark Sok-Nationalpark in der Nähe der Ferieninsel Phuket. Offenbar wurden sie von einem heftigen Monsunregen überrascht. Die Betreiber des Nationalparks warnen Touristen immer wieder vor einem Besuch der Höhlen während der Regenzeit.


Sonnabend, 13. Oktober 2007
Ibiza: Kitesurfer gegen Hotelfassade geschleudert
ImageBei schweren Unwettern ist gestern auf Ibiza ein Kitesurfer ums Leben gekommen. Der 40 Jahre alte Spanier war von einer Sturmböe erfasst und gegen die Fassade eines rund 50 Meter vom Strand entfernten Hotels geschleudert worden. Der Mann sei trotz Badeverbots ins Wasser gegangen. Heftige Regenfälle verursachten auch Überschwemmungen in Valencia und in der Gegend um Alicante. Dort wurden zwei Menschen vermisst, die von den Wassermassen mitgerissen worden waren.

Freitag, 12 Oktober 2007
Blausand.de intern: Startseit wurde optimiert
ImageBlausand.de-Besucher, die Internet Explorer 5.5, 6.0 oder 7.0 nutzen, hatten es in letzter Zeit mit einem fehlerhaften Webdesign der Startseite von www.blausand.de zu tun. Diese Fehler sind erfreulicherweise seit heute für alle populären Browser behoben. Ebenfalls arbeiten wir jetzt mit externer Programmier-Hilfe an einer neuen Version von www.blausand.de mit Werkzeugen für neue Serviceleistungen. Wer mit seinem Browser ein Startseiten-Design sieht, was nicht stimmt: bitte Info unter

Mittwoch, 10. Oktober 2007
3...2...1...Ich schwimme!
ImageDie beste präventive Maßnahme gegen den Ertrinkungstod von Kleinkindern ist eindeutig. Schon im Babyalter von 3 Monaten ist das vorsichtige Heranführen an das Schwimmen möglich und sinnvoll.

Und welche Empfehlung kann man Eltern für Schwimmhilfen geben, die auch einen pädagogischen Aspekt haben und damit eine gute Möglichkeit zum Schwimmen lernen darstellen? Blausand.de empfielt die Schwimmscheiben von Delphin. Hier gibt es weitere Informationen.

Dienstag, 9. Oktober 2007
Billigflieger: Tipps zum Abheben
ImageDie aktuelle ADACmotorwelt (Ausgabe 10/2007) gibt interessante Tipps zu günstigen Flügen, Billigfliegern und Serviceleistungen. Nicht immer sind die so genannten Billigflieger auch günstiger. Man sollte auch Linien- und Charterflüge beachten (Lufthansa fliegt zum Beispiel auf ausgewählten Strecken für 99 Euro hin und zurück durch Europa). Besonders Steuern und Gebühren (etwa für Gepäck und Verpflegung) belasten den vermeintlichen Billigtarif zusätzlich. Bei vielen Fluggesellschaften, selten bei Billigfliegern, gilt das Flugticket auch als Zugkarte. Erfinderisch sind Billigflieger auch beim Wunsch nach guten Plätzen, etwa an Notausgängen. Wenn man zuerst einsteigen will, kostet das 3 bis 12 Euro pro Strecke. Über die Bordverpflegung (Billigflieger verzichten meist darauf) kann man sich unter www.bordverpflegung.de informieren. Bei Ryanair ist nur leichtes Handgepäck kostenlos. Übrigens kann man die Parkgebühren (nicht selten teurer als das Ticket) bei frühzeitiger Reservierung unter www.hotels-und-parken-am-flughafen.de um bis zu 53 Prozent reduzieren.


Montag, 8. Oktober 2007
Umfrage: Jeder siebte Deutsche hatte schon Angst, zu ertrinken
ImageNur die Hälfte aller Deutschen hat unter professioneller Anleitung schwimmen gelernt. So verwundert es nicht, dass laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Condor-Versicherungsgruppe fast jeder siebte Deutsche schon einmal Angst hatte, zu ertrinken.

Allerdings fühlen sich - im Umkehrschluß - 80 Prozent der Deutschen nach eigener Einschätzung beim Schwimmen insgesamt sicher. Gerade Kinder sollten unter professioneller Anleitung schwimmen lernen. Die Herbstferien sind dafür der ideale Zeitpunkt.


Mittwoch, 3. Oktober 2007
Gran Canaria: 2 Männer fast ertrunken
ImageAm Montag ging gegen 14:15 Uhr bei der Notrufzentrale in Gáldar die Meldung ein, daß sich unweit des Strandes von Agujero (Gran Canaria) zwei Männer im Wasser befinden und zu ertrinken drohen. Sofort machte sich ein Patroullienboot der Seerettung auf den Weg, den Männern zu helfen. Mit der Unterstützung eines Helikopters konnten die beiden völlig erschöpften Schwimmer einige Minuten nach dem Notruf sicher an Bord des Patroullienbootes gebracht werden. Doch der Gesundheitszustand der beiden Männer erwies sich als sehr schlecht. Einer der Geretteten befindet sich auch nach mehrstündiger Intensivbehandlung im Krankenhaus Doctor Negrín noch in einem kritischen Zustand.


Montag, 1. Oktober 2007
Blausand.de-Report über die "World Water Safety 2007"
ImageIn Portugal trafen sich am letzten Wochenende 300 Wissenschaftler, Wasserretter und Funktionäre aus 53 Ländern zur World Water Safety, dem weltweit wichtigsten Kongress für Sicherheit im Wasser. Welche neuen Informationen und Erkenntnisse es in Portugal gegeben hat und welche Länder und Themen vermisst wurden, erfahren Sie  im Blausand.de-Report.
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