Aktuell im Dezember 2008
Dienstag, 30. Dezember 2008
Walking on thin ice:
Warum nur Warnungen statt Verbote?
ImageWarum wird eigentlich vor dem Betreten nicht freigegebener Eisflächen nur gewarnt, statt diese lebensbedrohlichen Aktionen überall zu verbieten, zumal durch Leichtsinnige auch die Retter gefährdet werden? Gelegentlich geschieht das: So gibt es in der Stadt Osnabrück (Niedersachsen) im Rahmen einer Gefahrenabwehrverordnung ein Bußgeld von 35 Euro, wenn jemand aufs nicht freigegebene Eis geht. Und nicht überall gibt es - wie auf dem Aasee in Münster (NRW) - Eisrettungsgeräte auf Kufen für den Ernstfall.

Im ostfriesischen Aurich ist am Wochenende ein Fünfjähriger auf einem zugefrorenen Feuerwehrteich eingebrochen und ertrunken. Das Löschwasserbecken, eigentlich zur Rettung von Menschenleben gedacht, brachte dem Kind bei eisigen Temperaturen den Tod.

Der Junge war gemeinsam mit zwei Freunden über einen Schulhof auf das Feuerwehrgelände gelangt, hatte sich mit den beiden Siebenjährigen auf den nur oberflächlich gefrorenen Tümpel gewagt. "Eis lockt immer", sagt einer der Polizeibeamten, der bei der Rettungsaktion dabei war. Leider trägt es aber nicht immer. Vor allem dann nicht, wenn die Temperaturen erst seit kurzer Zeit unter dem Gefrierpunkt liegen.

So schafften es die Jungen nur einige Meter auf die Eisdecke, bevor die gefrorene Schicht unter ihnen zusammenbrach. Einem Anwohner gelang es - selbst bis zum Hals im eiskalten Wasser stehend - einen der Älteren aus dem Tümpel zu ziehen. Nach einer Nacht im Krankenhaus beschrieben Ärzte seinen Zustand als stabil. Der andere Siebenjährige konnte sich selbst aus dem kalten Wasser retten, da er sich noch nicht weit auf das Eis vorgewagt hatte. Für den Fünfjährigen aber, den Taucher erst nach einer knappen halben Stunde aus dem See bergen konnten, kam jede Hilfe zu spät. Zwar konnte er am Unglücksort noch reanimiert werden, er starb aber wenig später im Krankenhaus. Wichtige Blausand.de-Informationen zu Ertrinkungsgefahren im Winter für Sie und vor allem für Ihre Kinder erhalten Sie hier.


Montag, 29. Dezember 2008
Costa Brava: Riesenwelle  bei Spaziergang
Durch heftige Stürme sind in Spanien mehrere Menschen ertrunken. Allein im Großraum Barcelona starben drei Menschen, wie die Rettungskräfte mitteilten. Am Hafen der nordostspanischen Stadt wurde ein Nachtwächter von einer riesigen Welle mitgerissen. Dasselbe Schicksal erlitt ein Mann am Hafen von Gandia, südlich von Valencia. Ein weiterer Mann starb in der Nähe von Barcelona, als sein Auto ins Wasser gespült Imagewurde. Auch ein Taucher kam ums Leben, der mit zwei Freunden unterwegs war. Am Hafen von Palamos nördlich von Barcelona riss sich eine Fähre mit 19 Besatzungsmitgliedern los und trieb auf das Meer. Sie wurde von einem Rettungsschiff in den Hafen zurückgeschleppt.

Während der Weihnachtsfeiertage ertranken an der spanischen Costa Brava zwei Deutsche. Wie die Rettungsdienste mitteilten, hatten die beiden Zwillingsschwestern im Alter von etwa 55 Jahren einen Spaziergang an der Felsküste von Calonge unternommen. Dabei seien sie von der großen Welle überrascht worden. Die Strömung habe die Frauen auf das offene Meer hinausgezogen. Die von anderen Spaziergängern herbeigerufenen Rettungskräfte setzten ein Bergungsschiff, einen Hubschrauber und Taucher ein. Sie konnten die Urlauberinnen aber nur noch tot bergen. Die Identität und die Herkunft der Deutschen wurde bisher nicht mitgeteilt.


Mittwoch, 26. Dezember 2008, 2.  Weihnachtstag
Gedenken an die Tsunami-Opfer vor vier Jahren
ImageHeute vor 4 Jahren tötete der Tsunami in Asien über 230.000 Menschen, machte über eine Million obdachlos und hinterließ Zerstörungen von unverstellbaren Ausmaßen.

Die thailändische Insel Phi Phi, auf der wir mehrere Tauchurlaube verbrachten, wurde auf besonders harte Weise getroffen: Wahrscheinlich kamen allein hier 1000 Menschen ums Leben, wahrscheinlich werden allein hier 1500 Inselbewohner für immer vermisst sein.

Wir gedenken heute der Tsunami-Opfer. Einige von ihnen haben wir gekannt. Interessierten empfehlen wir zwei beklemmende Bücher zum Thema, die uns beeindruckt haben: Phi Phi Island, ein Bericht von Josef Haslinger, erschienen im Fischer Taschenbuch Verlag, Tsunami, Geschichte eines Weltbebens von Cordt Schnibben, erschienen im Spiegel-Buchverlag.


Samstag, 20. Dezember 2008
Tödlicher Unfall: Schmerzensgeld statt Verurteilung
ImageDas Landgericht Köln hat gestern das Strafverfahren um einen tödlichen Unfall im Gummersbacher Freizeitbad "Gumbala" gegen Zahlung von Schmerzensgeld eingestellt. Die drei Angeklagten zahlen jeweils 10.000 Euro an die Familie des getöteten Mädchens.

Die Zehnjährige war am 19. Mai 2005 in dem Schwimmbad ertrunken, weil ihre langen Haare in einer Messwasserentnahmeöffnung unter der Wasseroberfläche eines Whirlpools angesaugt wurden. Die Haare hatten sich hinter der Öffnung verwirbelt, weshalb das Kind auch mit fremder Hilfe nicht rechtzeitig befreit werden konnte.

Das Amtsgericht Gummersbach hatte die drei Männer, die bei der Errichtung und Wartung des Schwimmbades für die Einhaltung von Sicherheitsstandards verantwortlich waren, wegen fahrlässiger Tötung zu Geldstrafen verurteilt. Dagegen hatten die Angeklagten Berufung eingelegt. Die Einstellung des Verfahrens erfolgte jetzt auf Anregung des Landgerichts und mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage, die zudem auf weitere zivilrechtliche Schritte verzichten. Die Angeklagten haben zudem die Kosten der Hauptverhandlung in erster Instanz sowie die Sachverständigengutachten und die Kosten der Nebenklägerin zu tragen.


Donnerstag, 18. Dezember 2008
Schwimmen muslimischer Mädchen:
Lösungsansätze in Sicht
ImageNach einer Studie der Universität Bielefeld kann jeder vierte muslimische Grundschüler (bei den deutschen jeder sechste) nicht schwimmen.

Hintergrund ist, dass sich in einigen islamischen Auslegungen die nackte Frau vor dem Mann verhüllen muss, damit dieser nicht auf sündige Gedanken kommt. So sollen muslimische Mädchen und Frauen nicht gemeinsam mit Jungen und Männern in die Badehalle gehen und das Becken darf auch nicht von außen einsehbar sein.

Nach einem Bericht der Frankfurter Rundschau gibt es inzwischen aber durchaus Lösungsansätze in Richtung Sicherheit. Christa Kleindienst-Cachay, Sportwissenschaftlerin an der Universität Bielefeld plädiert dafür, zunächst zu versuchen, die Eltern der muslimischen Mädchen von einer Teilnahme am Sportunterricht zu überzeugen. "Wenn ihnen das verboten wird, empfinden sie das häufig als Ausgrenzung", sagt Kleindienst-Cachay. Sie hat in Interviews mit Bielefelder Schülerinnen erfahren, dass in vielen Fällen schon ein geringes Entgegenkommen die skeptischen Familien überzeugen kann. "Wenn das Kind zum Beispiel einen langarmigen Schwimmanzug anziehen kann, erledigen sich viele Sorgen", so die Forscherin. Laut ihrer Studie nimmt die große Mehrzahl der türkischen Mädchen ohnehin am gemischten Schwimmunterricht teil, in Bielefelds Schulen waren nur acht von ihnen abwesend. "So groß wie das Problem häufig dargestellt wird, ist es nicht." Wenn aber die Gespräche zwischen Eltern und Lehrern nicht fruchten, sollte es auch ihrer Ansicht nach ein spezielles Angebot geben.


Montag, 15. Dezember 2008
Zahl der Verkehrstoten in Deutschland geht weiter nach unten
ImageWährend die Zahl der Ertrinkungstoten in Deutschland kontinuierlich schwankt und eine Tendenz nach unten nicht festzustellen ist, hat die Zahl der Verkehrstoten auf Deutschlands Strassen wieder einmal einen neuen Tiefstand erreicht.

Sieben Prozent weniger Verkehrstote als 2007 werden es insgesamt bis Ende des Jahres sein. 4.600 Menschen werden bis Ende 2008 im Strassenverkehr getötet worden sein. Das sind sieben Prozent weniger als im letzten Jahr, wie das Statistische Bundesamt berechnete. Die Statistiker gaben am Freitag in Wiesbaden bekannt: Dies wäre die niedrigste Zahl an Unfallopfern, die seit der Einführung der Statistik im Jahre 1953 gezählt wurde und nur noch etwas mehr als ein Fünftel (22 Prozent) der Todesopfer, die 1970 zu beklagen waren. Verletzt werden voraussichtlich im Strassenverkehr in Deutschland bis zum Ende des Jahres 407.000 Personen. Im Gegensatz zum Jahr 2007 wären das fast sechs Prozent weniger Verletzte als im Vorjahr.


Mittwoch, 10. Dezember 2008
Jedes Jahr ertrinken weltweit 175.000 Kinder
ImageWeltweit sterben jährlich rund 830.000 Kinder bei Unfällen. Wie eine jetzt veröffentlichte gemeinsame Studie des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ergab, kommen pro Jahr weltweit allein 260.000 Menschen bis 19 Jahren bei Verkehrsunfällen ums Leben. Rund 175.000 Kinder ertrinken. Entscheidend sei bei den Opfern vor allem der soziale Faktor, sagte eine WHO-Sprecherin. "Egal ob in Entwicklungs- oder Industrieländern, Kinder aus sozial benachteiligten Schichten haben das größte Risiko, Opfer von Unfällen zu werden."

Der UNO-Studie zufolge werden außerdem 96.000 Kinder Opfer von Verbrennungen. Rund 46.000 sterben bei Stürzen, 45.000 an Vergiftungen. Mit 20 von 1.000 Todesopfern hat Afrika die meisten Verkehrstoten. In Südostasien und der Region um den Westpazifik ertrinken die meisten Kinder. Die meisten Verbrennungsopfer, im Gegensatz zu anderen Unfällen vor allem Mädchen und Frauen, sind in Südostasien und im Nahen Osten zu beklagen.

Lange Zeit sei die Zahl getöteter Kinder durch Unfälle als ein Preis für Entwicklung betrachtet worden. "Diese Frage der öffentlichen Gesundheit ist nun neu, da bisher immer Themen wie Infektionskrankheiten und Unterernährung dominierten", sagte eine WHO-Sprecherin. Lösungsansätze müssten nun alle Beteiligten einbeziehen, sowohl die Gesundheitsministerien als auch andere Ministerien der einzelnen Länder
sowie die Kinder selbst, hieß es bei UNICEF. So helfe bereits ein in Rauchmelder investierter US-Dollar (0,779 Euro), 65 Dollar (50,6 Euro) der Folgekosten zu sparen. Für einen US-Dollar, der in Fahrradhelme für Kinder investiert werde, könnten 29 Dollar (22,6 Euro) gespart werden.


Mittwoch, 3. Dezember 2008
Autoren für Buch über das Ertrinken gesucht
ImageJeden Tag ertrinken in Europa einhundert Menschen. Ertrinken ist nach Verkehrsunfällen die zweithäufigste unfallbedingte Todesursache. Bei Erwachsenen über 50 Jahre steigt die Zahl der Opfer in den letzten Jahren kontinuierlich an. Die Zahl der nicht tödlichen Badeunfälle in Deutschland - oft mit lebenslangen gesundheitlichen Folgen - wird allein in Deutschland auf jährlich 8000 geschätzt. Achtzig Prozent aller Badeunfälle im Meer, in Badeseen, Flüssen, Schwimmbädern, Regentonnen und Pfützen könnten durch bessere präventive Maßnahmen verhindert werden. Ertrinkungsunfälle werden nur selten zum Thema gemacht. Über Ertrinkungsgründe, Ertrinkungszahlen, Risiken und Maßnahmen, sich und andere Menschen zu schützen und zu retten, gibt es nur sporadische Informationen.

In Vorbereitung ist ein Buch des Bremers Rolf Lüke, das in dokumentarischer Form Entstehungsgeschichten, Ursachen und Konsequenzen aus tödlichen und nicht tödlichen Ertrinkungsunfällen beschreibt. Vorgesehen ist ein ausführlicher Serviceteil zum Thema "sicherer Badeurlaub". Gesucht werden Urlauber, Eltern, fast Ertrunkene, Zeugen, Retter, Betroffene und Angehörige, die dem Autor Erfahrungsberichte, Unfallschilderungen und Beobachtungen am und im Wasser zur Verfügung stellen können.

Rolf Lüke ist Strandsicherheitsexperte, Gründer der Organisation Blausand.de, die mit 8 Millionen Besuchern und über 22 Millionen Seitenklicks in Europa populärste Webseite zum Thema Reisen, Freizeit, Schwimmen und Badesicherheit. Er hat mehr als 400 Strandabschnitte in Europa untersucht und bewertet und hält Vorträge zur Sicherheit im Badeurlaub und verfügt über eine 30jährige Berufserfahrung , unter anderem als Marketing- und Touristikexperte. Seine Schwester ertrank vor neun Jahren in Spanien. Blausand.de gibt monatlich den "Newsletter gegen das Ertrinken" heraus. Der Diplom-Kaufmann und Unternehmensberater für Non Profit - Organisationen hat in vielen Zeitungs-, Fernseh- und Radioberichten (Stern, Focus, taz, Die Zeit, Planetopia, Talkshow im NDR, Markus Lanz im ZDF) als kompetenter Gesprächspartner für Badesicherheit mitgewirkt und im Mai 2008 in Spanien eine spektakuläre Foto-Installation mit einhundert blau eingefärbten Urlaubern gegen das Ertrinken in Europa durchgeführt.

Ihre Texte werden bis Ende Dezember 2008 an   oder per Post an Rolf Lüke, Blausand.de, Werderstr. 39/41, D-28199 Bremen erbeten. Die Veröffentlichung ist für 2009 geplant. Für weitere Informationen steht Rolf Lüke auch gern telefonisch unter 0421/7949947 zur Verfügung. Falls Sie Menschen kennen, die Sie mit dem Thema Ertrinken in Verbindung bringen und die Interesse haben könnten, bitten wie Sie um Weiterleitung dieses Exposés oder um Übermittlung der Mailadresse an uns.


 
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