Aktuell im Juli 2009
Freitag, 31. Juli 2009
Ostseebad Nienhagen: Geschichte einer Rettung
ImageHeute gibt es, zum Ende des Urlaubsmonats Juli, eine positive Meldunge auf Blausand.de: Benjamin Schöne und Christoph Jung, Rettungsschwimmer der DRK-Wasserwacht, haben am letzten Wochenende im Ostseebad Nienhagen ein Kind vor dem Ertrinken gerettet, wie die Ostsee-Zeitung (Quelle: Ostsee-Zeitung, Klaus Walter) berichtet: "Es ist Sonntag 12.20 Uhr. Rettungsschwimmer Benjamin Schöne (18) aus Bad Doberan hat Dienst. Es ist windig, die Brandung geht hoch, aber noch ist die Situation übersichtlich. Dann bemerkt er das Kind an den Buhnen. Es taucht unter und wieder auf, wieder unter und wieder auf? Ein Spiel? Das kann kein Spiel sein, denkt Benjamin, als er im selben Augenblick den zarten Hilferuf vernimmt. Sekunden später ist er im Wasser, stürmt durch die Wellen.

Christoph Jung (19), der zweite Mann auf dem Turm, handelt ebenso schnell: Zentrale benachrichtigen, Bergung vorbereiten, den Mann im Wasser sichern -- bereithalten, um notfalls einzugreifen. Oft haben die jungen Männer diesen Ernstfall geprobt. Benjamin kann längst nicht mehr stehen. Er spürt die Strömung an den Buhnen, mit wenigen Schwimmzügen erreicht er das Mädchen, reicht ihm den Arm. "Die Kleine hat sich sofort festgeklammert", erzählt Benjamin am Tag danach. "Ich selbst hatte dann einige Mühe, bei der Brandung von den Buhnen wegzukommen. Für das Mädchen allein wäre es unmöglich gewesen." Er nimmt das Kind Huckepack, kämpft sich aus der Gefahrenzone.

Am Strand nimmt Christoph die beiden in Empfang, wickelt das Mädchen in Handtücher, ruppelt es ab. "Dem Mädchen ging es schon wieder ganz gut", erzählt Christoph. "Aber außer Gefahr war sie noch nicht." Als der zuständige Wachleiter Olaf Mesing von der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) von den näheren Umständen erfährt, reagiert er mit Kopfschütteln. "Das Kind war allein im Wasser, die Mutter war am Kiosk oben auf der Promenade, Essen holen. Der kleine Bruder hielt sich ebenfalls ohne Aufsicht in der Strandmuschel auf", sagt Mesing. "Das ist verantwortungslos."

Am Ende ging alles doch ganz gut aus. "Schnell war die Mutter am Rettungsturm", fährt Benjamin Schöne fort. Weil die Mutter sofort ins Krankenhaus Bad Doberan fahren wollte, habe man auch keinen Rettungswagen alarmieren müssen. "Wer Wasser in die Lunge bekommen hat, ist weiter in Gefahr", sagt Benjamin. Lungen-Ödeme können sich bilden, das "trockene Ertrinken" droht. Deshalb sollte man unbedingt zum Arzt. Am Abend meldete sich die Mutter bei den Lebensrettern. Ihre Tochter hatte alles gut überstanden. Benjamin ist seit acht Jahren Rettungschwimmer, hat die Schule abgeschlossen und nimmt im September die Ausbildung zum Krankenpfleger auf. "Lange Zeit zum Nachdenken hatte ich nicht", sagt er gestern, als er an den Einsatz vom Sonntag denkt. "Gut, dass alles geklappt hat. Acht Jahre Training waren nicht umsonst."


Donnerstag, 30. Juli 2009
Bisher mehr Kinder als im gesamten Jahr 2008 ertrunken
TÜV Rheinland: Miserable Qualität von Badeartikeln im Mittelmeerraum
In Deutschland sind zur Jahreshälfte bereits mehr Vorschulkinder ertrunken als im gesamten Jahr 2008. Insgesamt starben in diesem Jahr bereits 16 Kinder durch Ertrinken, wie die DLRG mitteilt. Allein in sechs Fällen seien der heimische Gartenteich, der Swimmingpool und ein aufgestautes Gewässer auf dem Imageelterlichen Grundstück zur tödlichen Falle geworden. Im gesamten Jahr 2008 waren 13 Kinder ertrunken, so wenig wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2000.

Dazu passt nahtlos eine andere Meldung: Der TÜV Rheinland warnt vor dem Kauf aufblasbarer Badeartikel im Mittelmeerraum. Bei einem Test hätten 17 von 25 vor Ort am Strand gekauften Produkten so schlecht abgeschnitten, dass sie innerhalb der EU eigentlich gar nicht verkauft werden dürften, teilte der TÜV gestern in Nürnberg mit. Dort wurden die Produkte im Juli von der Landesgewerbeanstalt (LGA) getestet. "Wer in Urlaubslaune am Strand aufblasbare Badeartikel oder Schwimmtiere kauft, geht ein doppeltes Risiko ein", warnte TÜV-Rheinland-Geschäftsleiter Wilhelm Schubert. "Einerseits ist die Qualität minderwertig. Das zeigt sich an schlechten Materialien und schlechter Verarbeitung. Andererseits sind Gefahren für die Gesundheit im Kauf gleich eingeschlossen, besonders für Kinder." Auch für die Badesicherheit ist miserable Qualität ein zusätzliches Risiko: Die Luft in den aufblasbaren Kammern kann durch schlechte Verarbeitung der Nähte und der Ventilverschlüsse plötzlich weichen.


Dienstag, 28. Juli 2009
Urlauberin verstirbt nach Bad in der Ostsee:
Warum gab es am Unfalltag kein Badeverbot?
ImageBeim Baden in der Ostsee ist am vergangenen Sonntag eine 66-jährige Frau aus Hamburg ertrunken. Sie war nach Medienberichten trotz hoher Wellen in Wustrow auf dem Fischland-Darß (Mecklenburg-Vorpommern) mit ihrem Mann ins Wasser gegangen, wo sie wegen der starken Strömung schnell die Kräfte verließen. Der 70-Jährige Ehemann geriet ebenfalls in Lebensgefahr, nachdem er gegen eine Buhnenreihe gedrückt wurde und sich dabei Verletzungen zuzog. Spaziergänger alarmierten die Rettungsschwimmer, die beide Schwimmer aus dem Wasser barg. Bei der Frau blieben Wiederbelebungsversuche ohne Erfolg, der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Trotz starken Wellengangs  und einer Windstärke von drei bis vier hing am Wachturm die gelbe Warnflagge. Wieso bei den gefährlichen Strömungsbedingungen keine rote Badeverbotsflagge gehisst wurde, ist nicht bekannt.


Sonntag, 26. Juli 2009
Wales: 40 Menschen vor dem Ertrinken gerettet
ImageIn einer dramatischen Aktion haben drei Rettungsschwimmer am Samstag in Tenby in Wales 36 Kinder und vier Erwachsene vor dem Ertrinken in den kalten Fluten des Meeres bewahrt. Die Urlaubergruppe war auf einer schmalen Sandbank von der Flut des Atlantiks überrascht worden, wie die Agentur PA am frühen Sonntagmorgen berichtete. Das Wasser unterspülte die Sandbank, die Kinder und ihre Begleiter stürzten ins Meer und drohten, auf die offene See hinausgezogen zu werden. Die drei Rettungsschwimmer schafften es, die Kinder rechtzeitig zu erreichen und mit Hilfe von Rettunsgringen und -Bojen an das rettende Ufer zu ziehen. Noch am Ufer wurde einige der Kinder wiederbelebt.

"Ohne das Eingreifen der Rettungsschwimmer wären mindestens sechs Menschen gestorben", sagte ein Sprecher der Küstenwache.


Sonnabend, 25. Juli 2009
DLRG sucht noch immer Freiwillige
Priorität Bewachung am Meer
ImageDie Schulferien in einigen Bundesländern gehen dem Ende zu, während die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG auf ihrer Webseite in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen noch immer Rettungsschwimmer für die Bewachung von Nord- und Ostsee sucht.

Dieser Personalmangel dürfte auch der Grund für die jetzt erklärte Absicht sein, die Rekrutierung von ehrenamtlichen Bewachern für die Küste unter der etwas sperrigen Bezeichung "Zweckbetrieb ZWRD-K" von 2010 an zentral zu organisieren.

Von den deutschen Risikobadestellen Flüsse und Seen, in denen neun von zehn Opfern ertrinken, ist in der Meldung nicht die Rede. Hier besteht aber der eigentliche Handlungsbedarf an Organisation und vor allem an Motivation. Höchstens 1 bis 2 Prozent aller Binnengewässer. in denen gebadet wird, sind bewacht und nicht nur in Bremen waren die DLRG-Stationen in der vorletzten Woche mitten in den Sommerferien bei idealem Badewetter verwaist (Bericht weiter unten auf dieser Seite).


Freitag, 24. Juli 2009
Schwimmflügel & Co.: (lebens-)wichtige Empfehlungen
ImageAufblasbare Schwimmsitze, etwa in Form von Tieren, stellen ein hohes Risiko für Kinder dar, wenn sie über Öffnungen für die Beine verfügen. Denn kippen die Schwimmsitze, können sich Kinder eventuell nicht mehr befreien. Eltern sollten lieber auf sichere Alternativen setzen. "Die spielzeugähnliche Aufmachung macht Produkte attraktiv, die eine vermeintliche Stabilität vermitteln, wodurch die Aufsichtspersonen zur Unaufmerksamkeit verleitet werden könnten", kritisiert das österreichische Konsumentenschutzministerium die aufblasbaren Schwimmsitze und fordert deren Vertrieb zu untersagen.

ImageDoch auch bei nach Norm geprüften Schwimmhilfen, die neutral gestaltet sind und bei denen Kinder nach einem Kentern nicht im Sitz hängen bleiben, sollten nur unter Aufsicht verwendet werden. Der Klassiker unter den TÜV-geprüften Schwimmhilfen sind die Schwimmflügel. Sie sind nicht nur praktisch, weil sie in jeden Koffer passen, sondern auch kostengünstig. Schwimmflügel gibt es je nach Alter und Gewicht des Kindes in verschiedenen Größen. Modelle mit Klettverschlüssen scheinen auf den ersten Blick zwar praktisch, weil sich die richtige Größe einstellen lässt und sie mit dem Kind mitwachsen können, jedoch können sich die Klettverschlüsse im Wasser öffnen. Beim Kauf von aufblasbaren Schwimmhilfen sollten Eltern grundsätzlich darauf achten, dass sie über zwei oder mehr Luftkammern verfügen und die Ventile dicht sind.

Schwimmen lernen mit abnehmbaren Schwimmscheiben: Eine gute Alternative zu Schwimmflügeln sind Schwimmscheiben aus Schaumstoff, die ebenfalls an den Oberarmen getragen werden. Die Anzahl der ImageScheiben wird durch das Gewicht des Kindes bestimmt. Lernt das Kind Schwimmen, können die Scheiben nach und nach reduziert werden, um das Kind langsam an das Schwimmen ohne Hilfe zu gewöhnen. Abnehmbare Schwimmelemente können auch an einem Bauchgürtel getragen werden. Allerdings rutscht der Bauchgürtel schnell unter die Achseln und schränkt Kinder eventuell in ihrer Bewegungsfreiheit ein.

Schwimmbretter und -schlangen sind eher zum Schwimmtraining im Hallen- oder Freibad geeignet. Mit ihrer Hilfe können die Kinder Schwimmbewegungen zwar ungehindert erlernen, können jedoch auch schnell abrutschen und die Schwimmhilfe im Wasser verlieren. Schwimmwesten sind nicht nur sicher, sie können auch beim Spielen am Ufer getragen werden. Zwar können Kinder nicht völlig unbehindert herum tollen, aber die Westen lassen ihnen mehr Bewegungsfreiheit als zum Beispiel Schwimmflügel.


Donnerstag, 23. Juli 2009
Warnbotschaften am Beispiel Verkehrsunfälle:
Weniger ist viel mehr...
ImageBlausand.de plädiert seit vielen Jahren dafür, auf umfangreiche (manchmal bis zu 15 verschiedene) Baderegeln zu verzichten und statt dessen die wichtigsten Regeln zu veröffentlichen:
1. Schwimmen lernen !
2. Nicht allein schwimmen !
3. Nur an bewachten Stränden schwimmen !

Ein Beispiel dafür, wie wirksam die Reduzierung auf das Wesentliche sein kann, ist die erfolgreiche Verkehrssicherheitskampagne Runter vom Gas gegen den Unfalltod. Überhöhte Geschwindigkeit ist der „Killer Nummer 1“ auf deutschen Straßen. Fazit: 2008 zählte das Statistische Bundesamt Wiesbaden 4467 Opfer - wieder ein historisches Unfalltief tödlicher Verkehrsunfälle. Wann endlich macht dieses gute Beispiel Schule und wann lernen die Verantwortlichen für Badesicherheit endlich ihre Lektion?


Mittwoch, 22. Juli 2009
Grotesk: Wachverbot für die DLRG
ImageGrotesker geht es kaum: Weil das Baden in der Ruhr (Nordrhein-Westfalen) verboten ist, darf die DLRG keine Badeaufsicht durchführen, obwohl sich die meisten von dem Verbot nicht abschrecken lassen. Dass das Baden gefährlich ist, sei aber nicht in erster Linie der Grund, warum man in der Ruhr nicht schwimmen darf, erläutert Werner Sander von der DLRG Dellwig. "Die Stadt Dortmund zieht ihr Trinkwasser aus der Ruhr. Die Wasserschutzrechte sind rigoros." Deshalb dürfe die DLRG an der Ruhr auch keine Badeaufsicht führen.

Dass sie sich einem verbotenen Vergnügen hingeben, wissen die wenigsten, die in heißen Tagen in der Ruhr abtauchen. Werner Sander kann bestätigen, dass nahezu unsichtbare Gefahren unter Wasser lauern: "Die neue Kuhbrücke in Dellwig steht auf dem alten Brückenfundament. Wenn man springt, kann man auf einem Pfeiler landen." Auch am Kraftwerk in Langschede sei das eine oder andere Betonstück im Wasser verborgen. Außerdem zögen Landwirte ihre Zäune teilweise bis ins Wasser. Nicht nur diese Fallen machen die Ruhr zu einer Gefahrenquelle. "Sie ist, was die Strömungen angeht, ein gefährliches Gewässer", sagt Sander.



Dienstag, 21. Juli 2009
Unfallberichte 2009 auf www.blausand.de
ImageBlausand.de erhält in den letzten Tagen viele Berichte von Ertrinkungsunfällen in europäischen Urlaubsländern. Das Leid, das hinter diesen Berichten steckt, ist unvorstellbar: bittere Tränen, zurück bleibende Kinder, Frauen, Männer und Familien sowie belastete Retter, Polizisten und Seelsorger. Weil wir glauben, dass Unfallberichte eine wichtige präventive Maßnahme gegen den Ertrinkungstod sein können, veröffentlichen wir diese im Blausand.de-Gästebuch 2009 (wobei wir auf grausame Details verzichten).

Wenn Sie Zeuge eines Badeunfalls werden, berichten Sie uns bitte unter Exemplarische Berichte zu Unfällen in Deutschlands Flüssen und Seen können Sie in der Dokumentation zur Blausand.de SOS-Kampagne hier nachlesen.


Montag, 20. Juli 2009
Thema im Bremer „Weser Kurier“: unbewachter Unisee
ImageWas sind gut ausgestattete, aber bei idealem Badewetter unbewachte Rettungsstationen an Deutschlands Badeseen wert? Nichts. Im Gegenteil, sie suggerieren Sicherheit, weil Besucher in den Sommerferien mit der Anwesenheit der Badeaufsicht rechnen.

Der Bremer „Weser Kurier“ macht dieses Problem gestern am Beispiel des beliebten Bremer Unisee (weitere Informationen unten auf dieser Seite) zum Thema. In der gesamten vergangenen Woche lang gab es hier keine Bewachung, und das in den Schulferien bei gut gefüllten Badestränden. Zuständig für Badesicherheit in Bremen ist das Sportamt, dessen Leiter bedauert, dass er mit den Wasserrettern keine Bewachungszeiten vereinbaren kann, weil dies eine freiwillige Leistung sei. Und die DLRG begründet ihre Abwesenheit mit fehlendem Personal. Einmal wie üblich: Verantwortlichkeiten werden delegiert - zu Lasten der Badesicherheit. Den Artikel können Sie hier nachlesen.


Sonntag, 19. Juli 2009
Frankreich: 3 Frauen und 1 Junge ertrinken bei Badeunfall
Image Bei einem Badeunfall an der Küste Nordfrankreichs sind an diesem Wochenende drei Frauen und ein Jugendlicher ertrunken. Wie die Präfektur des Départements Calvados mitteilte, zählten die Opfer zu einer Gruppe von rund 50 Menschen mit haitianischem Hintergrund, die aus der Pariser Region gemeinsam ans Meer gefahren war. Bei den Toten handelte es sich um Frauen im Alter von 40, 22 und 16 Jahren sowie einen 15-jährigen Jungen. Sie wurden auf einer Sandbank von der Flut überrascht.

Unterdessen berichtet der Sender France Info, dass am Wochenende mindestens fünf Menschen in Frankreich ertrunken sind und drei weitere vermisst werden.


Sonntag, 19. Juli 2009
Spiekeroog: Warnschilder in Strandkörben
ImageGute Idee der Nordseeinsel Spiekeroog: In allen Strandkörben gibt es Hinweise auf Badegefahren und die Bedeutung der Warnflaggen. Hintergrund ist die (richtige) Erkenntnis, dass die allgemeinen Hinweise am Strand keine oder so gut wie keine Aufmerksamkeit finden.

Im Strandkorb ist es schwer,  die Hinweise zu ignorieren. Es wäre schön, wenn das Beispiel Spiekeroog auch in anderen Strandkörben an der Nord- und Ostsee (und nicht nur hier) Schule machen würde. Manfred Buttke aus Hannover hat Blausand.de auf diese Neuerung hingewiesen und uns auch das Bild geschickt.



Sonnabend, 18. Juli 2009
Holland: aktuelle Warnung vor Rip-Strömungen
ImageDie niederländischen Küsten- und Rettungsbrigaden haben für Teile der Nordseeküste eine Schwimm-Warnung wegen gefährlicher Strömungsverhältnisse abgegeben. Sie betrifft vor allem die Strände in der südniederländischen Provinz Zeeland, aber auch im Bereich Scheveningen bei Den Haag. Kinder und nicht erfahrene Schwimmer sollten die Wellen der Nordsee derzeit unbedingt meiden, heißt es in der Mitteilung der Rettungsbrigaden. Die Strömungsverhältnisse seien derzeit tückisch und wegen des anhaltenden Westwindes sehr gefährlich.

„Der zieht Badende ins offene Meer hinaus“, sagt ein Sprecher der Haager Rettungsbrigade HVRB. „Gegen die tückischen Strömungen, die derzeit auftreten, so lange der Westwind anhält, und die vor allem neben den steinernen Wellenbrechern am häufigsten zu finden sind, haben auch erfahrene Schwimmer kaum eine Chance.“

In den vergangenen warmen Sommertagen mussten die niederländischen Rettungsbrigaden zigmal ausrücken, um schwimmende Badegäste aus der Nordsee zu retten. In 34 Fällen verliefen die Rettungsaktionen erfolgreich. In einem Fall kamen sie leider zu spät. Der ereignete sich im seeländischen Badeort Vrouwenpolder. Für ein zwölfjähriges aus Deutschland stammendes Mädchen kam dort jede Hilfe zu spät.

Das Mädchen spielte mit ihrem jüngeren Bruder am Stand mit einem aufblasbaren Plastik-Delphin. Als der durch den Wind in die Nordsee getrieben wurde, gingen die Geschwister ins Wasser, um den Spiel-Delphin zurückzuholen. Durch die tückischen Strömungen wurden sie aber immer weiter in die offene See hinaus gezogen. Dem Vater der beiden gelang es noch, seinen Sohn zu retten und ihn sicher an Land zu bringen. Aber auch er kam bei der Rettungsaktion in große Probleme und wäre fast ertrunken. Er konnte zusammen mit seinem Sohn nur von Rettungsschwimmern an Land gebracht werden. Als diese dann das zwölfjährige Mädchen endlich aus der Nordsee holen konnten, kam für sie jede Hilfe und die Reanimation am Strand zu spät. Das Mädchen war tot.


Freitag, 17. Juli
Senioren - die schnell wachsende Risikogruppe
ImageMit höherem Lebensalter und zunehmender Mobilität älterer Menschen steigen auch die Ertrinkungsgefahren, wenn etwa - wie Blausand.de für einen Report über die Kanarischen Inseln recherchierte - am Strandabschnitt Maspalomas (Playa del Ingles) für die zumeist älteren der bis zu 100.000 Urlauber nicht ein einziger Defibrillator zur lebensrettenden Schockbehandlung existiert.

Die Gründe liegen neben der seit Jahren ansteigenden Mobilität auch in der oft eingeschränkten körperlichen Konstitution älterer Menschen, im fehlenden Gefahrenbewußtsein von Senioren. Aufklärung, Bewusstsein für die Gefahren, Schwimmunterricht und der Umgang mit dem Element Wasser liegen eben oft weit zurück. Seniorinnen und Senioren tuen besonders gut daran, ihre körperliche Einschränkungen zu respektieren, wenn sie sich im Element Wasser befinden. Auch in Bayern, das die Ertrinkungsstatistik seit Jahren anführt, steigt die Anzahl von Opfern in den höheren Altersgruppen deutlich an. Dieter Hoffmann, Präsident der DLRG in Bayern zum Thema: "Besonders markant ist, dass nahezu 50 Prozent der Opfer über 65 Jahre und älter sind". Diese vergessene Generation, wie wir sie nennen, hat meist nur im Familienverbund schwimmen gelernt. Der Bäder-Boom und damit die Möglichkeit, unter Aufsicht und professioneller Anleitung schwimmen zu lernen, kam erst in den 50-er Jahren."

Den Ertrinkungsstatistiken ist abzulesen, dass die Zahl der Ertrinkungsopfer in den europäischen Urlaubsländern in der Altersgruppe zwischen 50 und 70 Jahren signifikant ansteigt. Bundesweit gehört inzwischen jeder zweite tödlich verunglückte Schwimmer der Generation "50plus" an.


Donnerstag, 16. Juli 2009
Abi-Reisen an die Costa Brava, Kampfsaufen:
"Lloret geht nie ins Bett"
ImageDer Spiegel schreibt in dieser Woche von Abi-Reisen in Richtung spanischer, italienischer, bulgarischer und ungarischer Billig-Destinationen und vermittelt damit einen ungeschminkten Eindruck von den Ertrinkungsgefahren junger Erwachsener unter Alkoholeinfluss. Und siehe da: Plötzlich tauchen auch wieder die sangriagefüllten schweinegrippefördernden Spüleimer mit Saufhalmen aus Plastik auf, die zumindest am "Ballermann 6" zum Schutz des Mallorca-Image (und weniger der Urlauber) vor einigen Jahren verboten wurden.

Gesicherte Erkenntnis ist jedenfalls, dass in Australien Alkohol ursächlich für jeden zweiten Badeunfall ist. In Deutschland und Europa gibt es Vermutungen, dass mindestens jeder vierte tödliche Badeunfall eine alkoholbedingte Ursache hat. In Spanien ertrinken jedes Jahr nach offiziellen Angaben 2000 Menschen, nach Blausand.de-Informationen sind es jährlich vermutlich 3000 Ertrinkungsopfer.

Den skurrilen Gegenentwurf zu diversen Partyberichten der Abiturienten startete RTL, Punkt 12, vor einigen Tagen, als prollige Grundschüler auf Mallorca Abi-Partys "vortäuschten". Letztlich gab es aber keinen Unterschied. Die Eskalationen an den Ballermännern auf Mallorca oder in Lloret de Mar ("Lloret geht nie ins Bett") sind eher bildungsunabhängig.


Mittwoch, 15. Juli 2009
Brückensprünge ins Nirwana
Image Am Montag dieser Woche wurde die Wasserschutzpolizei Münster (Nordrhein-Westfalen) auf einen 17-Jährigen aufmerksam, der von einem älteren Paar erstversorgt und betreut wurde. Die Befragung der Freunde des 17-Jährigen ergaben, dass er im Bereich der dortigen Spundwand kopfüber ins Wasser gesprungen war. Dabei schlug er mit dem Kopf auf eine unter Wasser befindliche Steinstufe auf und zog sich stark blutende Verletzungen zu. Die ebenfalls benachrichtige Mutter erschien an der Unfallstelle und begleitete ihren Sohn im Notarztwagen ins Krankenhaus.

Die Wasserschutzpolizei warnt unermüdlich davor, in ein Wasser zu springen, in dem man nicht erkennen kann, wie tief es ist und welche Gegenstände sich unter der Oberfläche befinden. 


Dienstag, 14. Juli 2009
Blausand.de verlost 4 Tickets für DEICHBRAND-Rockfestival am Meer
ImageRockfans aufgepasst: Blausand.de verlost 2 x 2 Tickets für das Rockfestival DEICHBRAND in Cuxhaven (Nordsee) am nächsten Wochenende (17.-19. Juli). Euch erwarten 40 Top-Acts in 3 Tagen. Jetzt ist Schnelligkeit angesagt: Die Absender der ersten beiden Mails, die bis Donnerstag dieser Woche, 12 Uhr mittags, bei uns eingehen, erhalten jeweils 2 Karten per Post im Wert von zusammen 220 Euro. Schnelle Mails mit Postadresse bitte an , der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!!!


Montag, 13. Juli 2009
Bremen: N24-Interview, voller Unisee, verwaiste DLRG-Station
ImageMontag, 13. Juli, 16 Uhr: Im Bundesland Bremen sind Schulferien und seit heute gibt es auch endlich wieder erwartetes sommerliches Badewetter. Bremens beliebtester Badesee, der Unisee (Stadtwaldsee), ist gut besucht. Und eigentlich auch bewacht.

Eigentlich. Nicht nur der Bewachungsturm am beliebten FKK-Strand, auch die DLRG-Station auf der anderen Seite ist verwaist. Informationen über die Bewachungszeiten gibt es nicht. Und ein Testanruf unter der DLRG-Notrufnummer 0421/216262 führt dann auch noch ins Nirwana eines permanenten Freizeichens. Keine Anrufweiterleitung, nicht einmal ein Anrufbeantworter.

Was ist denn mit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft in Bremen los? Sind die ehrenamtlichen Helfer im Urlaub? Schlimm genug, dass nur ein bis zwei Prozent aller deutschen Badeseen überhaupt bewacht sind, und dann auch noch sporadisch? Badeseen und Flüsse sind mit 400 Todesopfern im letzten Jahr die mit Abstand gefährlichsten Gewässer Deutschlands. Wie und ob ein Mensch bei Ertrinkungsunfällen überlebt, entscheidet sich in den ersten 3 bis 5 Minuten. Vor zwei Jahren hatte Blausand.de die Bremer Badeseen in einem Sicherheitstest bewertet und den Unisee als gefährlich eingestuft. Blausand.de hat dem zuständigen Leiter vom Sportamt Bremen, Ulrich Mix, und der Bremer DLRG-Stadt einen Hinweis auf diese Meldung mit Bitte um Kenntnisnahme und Stellungnahme zugeleitet.

Es bewahrheitet sich wieder einmal das, was Rolf Lüke, Gründer von Blausand.de, in einem Interview mit dem Nachrichtensender N24 sagt: "Deutschland ist, was Badesicherheit betrifft, ein Entwicklungsland". Welche Erfahrungen machen Sie und Ihre Kinder zur Zeit an Deutschlands Badeseen? Wir freuen uns über Ihr bebildertes Mail an .


Sonntag, 12. Juli 2009
Lebensretter: Ehrung wegen "krimineller Karriere" verweigert
Image Die "Märkische Allgemeine" aus Brandenburg berichtet über einen seltsamen Fall, wonach ein junger Mann eine Potsdamerin vor dem Ertrinken gerettet hatte, aber nicht - wie bei anderen Lebensrettungen üblich - dafür geehrt wurde. Begründung des Innenministeriums: die kriminelle Karriere des Mannes.

Er passt nicht ins Bild eines Helden, wie man ihn bei solchen Ehrungen gern präsentiert, schreibt die Zeitung, und: "Diese Sicht ist falsch, denn auch ein krimineller Retter taugt als Vorbild. Er beweist, dass selbst ein Mensch, dessen Leben auf die schiefe Bahn gerät, zu mitmenschlichen Leistungen fähig ist – in diesem Fall sogar unter Einsatz des eigenen Lebens. Dafür sollte er belohnt werden - unabhängig von seinen Vorstrafen. Wer seine Strafe verbüßt, trägt seine Schuld vor dem Staat und den Opfern ab. Anschließend soll ihm die Möglichkeit zur Resozialisierung gegeben werden. Das schließt die Notwendigkeit ein, Gutes zu belohnen. Mit der Nichtehrung hat das Innenministerium stattdessen noch einmal bestraft. Aber seien wir ehrlich: Wer ertrinkt, wird nicht lange fragen, ob sein Retter kriminell ist. Er wird ihm bis ans Lebensende für diese zweite Geburt dankbar sein – für seinen Mut und seine Opferbereitschaft in diesem Moment. Der Retter hat eine Auszeichnung verdient. Das zitierte Medaillen-Gesetz muss geändert werden."



Donnerstag, 9. Juli 2009
Franzi, Kinderertrinken und Schwimmkurse
ImageHauptgrund für das Ertrinken von Kindern, sagte Franziska van Almsick gestern in der ZDF-Talkshow Markus Lanz, seien fehlende Schwimmfähigkeiten. Obwohl das so nicht stimmt - Hauptgründe für das Kinderertrinken sind fehlendes Gefahrenbewußtsein und die Vernachlässigung der Aufsichtspflicht von Eltern und Aufsichtspersonen - ist das frühzeitige Schwimmen lernen eine wichtige präventive Maßnahme für mehr Badesicherheit.

Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion im Land Mecklenburg-Vorpommern, Marc Reinhardt, hat jetzt an die Eltern im Land appelliert, die in der kommenden Woche beginnenden Sommerferien zu nutzen, um ihren Kindern das Schwimmen beizubringen. „Jedes Jahr ertrinken Kinder und Erwachsene, weil sie gar nicht oder nicht richtig schwimmen können. Die Gefahr von Badeunfällen nimmt bundesweit zu. Die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken steigt. In Mecklenburg-Vorpommern war die Zahl der tödlich verlaufenden Badeunfälle in den letzten zwei Jahren konstant. Bundesweit stieg die Zahl der tödlichen Badeunfälle dagegen im Jahr 2008 um 12,3 Prozent auf 475 an. Eine Ursache ist, dass die Zahl der Nichtschwimmer steigt. Auch bei uns im Land können immer Imagemehr Kinder nicht schwimmen. Trotzdem zieht es die Nichtschwimmer im Sommer an die tausenden Badestellen im Land.

Kinder sollten, um die Gefahr von Badeunfällen zu minimieren, auf jeden Fall sehr frühzeitig schwimmen lernen. Optimal ist es, wenn dies bereits im Jahr vor dem Beginn des Schulebesuches erfolgt. Aber auch später kann man noch zum sicheren Schwimmer werden. Die Sommerferien bieten ausreichend Zeit, um jetzt einen Schwimmkurs zu machen“, machte Marc Reinhardt deutlich. „In fast allen Badeorten in Mecklenburg-Vorpommern gibt es erfahrene Schwimmlehrer, die Kindern und Erwachsenen schon in 12 bis 20 Stunden das Schwimmen beibringen. Für Kinder kann es zu einem echten Erfolgserlebnis werden, wenn sie schon nach wenigen Unterrichtsstunden Eltern und Großeltern ihre Schwimmkünste präsentieren können.“



Mittwoch, 8. Juli 2009
TV-Serie: Wepper-Double ertrunken
ImageEin Produktions- und der Aufnahmeleiter sowie ein Pilot müssen sich wegen fahrlässiger Tötung beim Dreh einer TV-Serie verantworten. Beim Filmen einer Szene waren im Herbst 2007 drei Männer aus einem Kanu ins eiskalte Wasser des Tegernsees gestürzt. Ein 67-Jähriger, der in der Szene den Schauspieler Elmar Wepper doubelte, ertrank. Zwei Komparsen im Alter von 62 und 60 Jahren wurden gerettet. Die drei Angeklagten hatten Strafbefehle mit Geldbußen nicht akzeptiert, so dass es nun zu der Hauptverhandlung am Amtsgericht kam.

Das Filmteam drehte am 11. Oktober 2007 im Tegernsee eine Szene für die inzwischen ausgestrahlte Folge der ZDF-Reihe "Zwei Ärzte sind einer zuviel". Elmar Wepper und Christiane Hörbiger spielen darin zwei konkurrierende Mediziner. In der Szene stand ein Helikopter über dem Kanu. Die Rotorblätter wirbelten das Wasser im See vermutlich derart stark auf, dass das Boot kenterte. Alle drei Komparsen fielen ins Wasser. In dem schweren Indianergewand ging das Wepper-Double im eiskalten Wasser des Tegernsees sofort unter und ertrank. Die Leiche des 67-Jährigen wurde erst Tage später von Tauchern geborgen. Wepper und Hörbiger bekamen von dem Unfall nichts mit. Sie waren an dem Tag bei den Dreharbeiten nicht anwesend. 

In einem Diskussionsforum zum Thema werden die durchaus berechtigten Fragen gestellt, warum bei Filmszenen kein Wasserrettungsdienst gestellt wird und warum Menschen wegen derartiger Filmchen ertrinken müssen.


Dienstag, 7 Juli 2009
Aulendorf, Wuppertal, Celle:
Unfallserie in bewachten Schwimmbädern geht weiter
ImageDie Serie der Badeunfälle in deutschen (bewachten) Schwimmbädern geht weiter. Immer wieder fordert Blausand.de eine gesetzlich festgeschriebene elektronische Unterwasser-Überwachung in öffentlichen Schwimmbädern, die es aber bisher nur in Ausnahmefällen gibt. Gleich drei Unfälle - zwei davon tödlich - passierten in den vergangenen Tagen.

Ein Fünfjähriger ist am Wochenende in einem Thermalbad in Aulendorf (Baden-Württemberg) ertrunken. Wie die Polizei mitteilte, hatte sich der Vater mit dem Jungen und dessen einjähriger Schwester am Sandkasten des Schwimmbades im Freigelände aufgehalten. Als der 43-Jährige für kurze Zeit mit der Tochter wegging, muss der Junge über einen mit Büschen bewachsenen Hügel zu einem Außenbecken gelangt sein. Der Vater alarmierte bei seiner Rückkehr sofort den Bademeister, als er seinen Sohn nicht vorfand. Schließlich Imagewurde der Fünfjährige leblos in dem Außenbecken gefunden. Trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsmaßnahmen starb das Kind wenige Stunden später in einem Krankenhaus.
Bei einem Badeunfall ist gestern ein sieben Jahre alter Junge aus Velbert im Nichtschwimmerbecken des Freibades Neuenhof in Wuppertal-Cronenberg (Nordrhein-Westfalen) gestorben. Trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsmaßnahmen konnte im Krankenhaus nur noch der Tod des Jungen festgestellt werden. Der Siebenjährige war mit elf weiteren Kindern und zwei Betreuern einer Ferienfreizeit in das Bad gefahren. Notfallseelsorger kümmerten sich um die Angehörigen und die Kinder sowie die Betreuer. Die Ermittlungen zum Unfallhergang dauern an.

Bei einem Badeunfall im Celler Badeland (Niedersachsen) ist am letzten Sonntag ein dreijähriger Junge verunglückt. Ein Badegast hatte den Jungen unter der Wasseroberfläche treibend entdeckt und ihn nach der Bergung wiederbelebt. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Celler Polizei besuchte ein 38-jähriger Celler mit seinem Sohn das Schwimmbad in der 77er Straße. Als er für einen kurzen Augenblick den Liegeplatz verließ, bat er einen Verwandten auf seinen Sohn zu achten. In einem unbeobachteten Augenblick entfernte sich der dreijährige vom Platz und ging zum großen Schwimmbecken. Hier ist er dann auf unbekannte Art und Weise in die Mitte des großen Becken gelangt und konnte sich als Nichtschwimmer nicht über der Wasseroberfläche halten. Ein 45jähriger Mann aus Garbsen entdeckte dann den unter Wasser treibenden Körper, zog ihn aus dem Wasser und begann umgehend mit den Wiederbelebungsversuchen. Er sorgte mit seinem beherztem Eingreifen dafür, dass das Kind nach kurzer Zeit wieder selbständig anfing zu atmen. Trotzdem besteht weiter Lebensgefahr für den Jungen, der in einem Krankenhaus in Hannover behandelt wird.


Sonntag, 5 Juli 2009
Spanien: Mindestens 2000 Badetote pro Jahr
Behörden kündigen "saftige Bußgelder" an
ImageSpanien, sonst eher zugeknöpft bei Informationen zu Ertrinkungszahlen, überrascht mit Informationen zu Badeunfällen und kündigt Konsequenzen daraus an. Jedes Jahr sterben Behördenangaben des Gesundheitsministeriums zufolge auf der iberischen Halbinsel mindestens 2000 Menschen bei Badeunfällen, berichtet Comprendes, das Spanienmagazin in seiner online-Ausgabe. Die Zahl der Beinah-Ertrinkungsunfälle mit Verletzungen und zum Teil lebenslangen Folgeschäden ist um ein ImageVielfaches höher. Die Zahl, so das Ministerium, sei nicht akzeptabel: Jetzt wollen die Behörden offensiv dagegen vorgehen. Für Badegäste, die sich nicht an die Regeln halten, sollen saftige Bußgelder verhängt werden.

Jetzt wollen die Behörden diesen Missstand offensiv angehen. Man setzt auf Aufklärung, Prävention und für nicht belehrbare auch auf drastische Strafen. Allein in diesem Monat sind in Spanien schon wieder 14 Menschen beim Baden ums Leben gekommen. Das sei nicht länger hinnehmbar, meint Rosa Ramirez, stellvertretender Direktor für Gesundheitsförderung und Epidemiologie im Ministerium für Gesundheit. Die Behörde hat nach diesen Berichten einen Leitfaden zum Schutz der Kinder und Jugendlichen im Wassersport herausgegeben. Doch das größere Problem seien die Erwachsenen. Häufig geht der Strandbesuch mit Alkoholkonsum einher. Außerdem wird es einen Bußgeldkatalog für die Unbelehrbaren geben. Wer sich in Gefahr begibt und den Aufforderungen der Rettungskräfte nicht Folge leistet, muss bezahlen. Das trifft insbesondere auch für das Badeverbote bei Sturm und Unterströmungen zu. 

Blausand.de vermutet in Spanien fast 3000 Opfer pro Jahr, wobei Costa Blanca und Costa Brava sowie die Kanarischen Inseln besonders kritisch sind. Die Balearen haben ihre Badesicherheit vor allen Dingen durch eine Risikoanalyse und ein differenziertes Sicherheits- und Bewachungskonzept deutlich verbessert. Im Jahr 2008 lagen die Ertrinkungszahlen auf einem historischen Tief. Blausand.de unterstützt das Verhängen von Bußgeldern als sinnvolle präventive Maßnahme, wobei darüber flächendeckend informiert werden sollte und vor allen Dingen ein Badeverbot an den jeweiligen Stränden eindeutig und gut erkennbar sein müsste.


Sonnabend, 4. Juli 2009
Interview mit Rolf Lüke, Gründer von Blausand.de
im ReiseJournal der WAZ-Gruppe
ImageEndlich Sommerferien, auch im bevölkerungsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Da kommen Infos zum Thema Badesicherheit genau richtig. Heute bringt das ReiseJournal der WAZ-Verlagsgruppe (Auflage etwa eine Million) ein Interview mit Rolf Lüke, Gründer von Blausand.de (rechts im Bild, zusammen mit Jaume Ferrer,  Bürgermeister der Baleareninsel Formentera). Titel: "Nicht alleine ins Wasser. Sommerzeit ist Unfallzeit: Was Urlauber vor dem Strung ins kühle Nass wissen müssen". Das Interview konnen Sie auch hier im Internetportal der WAZ nachlesen.

Wir wünschen allen Blausand.de-Lesern einen sonnigen, erholsamen und sicheren Badeurlaub !


Mittwoch, 1. Juli 2009
Kritik am Badeunfall in Bad Laer:
"Behörden schauen tatenlos zu
Nach dem erneuten Badeunfall im Bad Laerer Heideseegebiet (Nähe Osnabrück, Niedersachsen), bei dem am letzten Sonntag ein 33-jähriger Mann ertrunken war hat der ehemalige Vorsitzende des örtlichen Präventionsrates, Peter Frömberg, heftige Kritik an der Gemeinde Bad Laer und am Landkreis geübt. Das berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung in ihrem Internetportal.

ImageWenngleich die Badegäste, die sich zumeist illegal an den Teichen aufhielten, Eigenverantwortung für ihr Handeln tragen müssten, sei es nicht hinnehmbar, dass die Behörden vor Ort tatenlos zuschauen und diese traurige Entwicklung hinnehmen, ohne einzuschreiten. Nach Ansicht von Frömberg, der in seiner Eigenschaft als Polizist schon mehrfach bei der Bergung von Verunglückten dabei war und anschließend die Angehörigen informieren musste, seien Gemeinde und Landkreis viel mehr gefordert, auf die Gefahren hinzuweisen: „Warnschilder allein reichen bei Weitem nicht aus“, betonte Frömberg. Vielmehr müssten die Behörden auch in der weiteren Umgebung wie in den Bereichen Bielefeld und Herford auf die Gefahren aufmerksam machen.

„Wie viele Menschen müssen denn noch ertrinken, ehe Gemeinde und Landkreis die Initiative ergreifen?“ fragt Frömberg. Seiner Auffassung nach sollten an den Heideseen großflächige Plakate oder Gedenktafeln mit den Namen bzw. den Initialen der dort Verunglückten aufgestellt werden, etwa mit der Aufschrift: „Ich habe durch eigenen Leichtsinn mein Leben verloren.“ Eine derartige plakative Werbung würde der Abschreckung dienen.

Frömberg erinnerte in diesem Zusammenhang an die Zeit, als er noch Vorsitzender des Präventionsrates war und er gemeinsam mit weiteren Mitgliedern dieses Gremiums durch das Heideseegebiet gegangen sei und die Leute auf die Gefahren aufmerksam gemacht habe: „Etwa 80 Prozent waren einsichtig und haben das Gelände verlassen, andere wurden frech, aber immerhin haben wir seinerzeit probiert, etwas gegen den Leitsinn zu tun.“

Zufall oder eine Folge der aktiven Präventionsarbeit zu Zeiten Frömbergs? In vier Jahren ist seinerzeit niemand ertrunken. Mittlerweile seien jedoch sowohl die Gemeinde wie auch der Landkreis untätig: „Dabei geht es hier um das Leben junger Leute“, empört sich der Polizist. Er wirft den Verantwortlichen vor, „die Probleme einfach nur auszusitzen“. Es könne nicht angehen, dass zu diesem Thema geschwiegen werde, vielmehr sei es endlich an der Zeit, verstärkt gegen den Leitsinn zu agieren, „damit nicht noch mehr passiert“, fordert Frömberg. Seine Intention: wachrütteln.

 
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