| Aktuell im September 2009 |
Vor einigen Wochen war Rolf Lüke, Gründer von Blausand.de, zusammen mit dem Journalisten Wolfgang Rathgeber im Auftrag der Sendung "markt" - das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin an mehreren Stränden in der Türkei, an denen schon tödliche Badeunfälle passiert sind. Erklärte Absicht bei der Recherche war es, herauszufinden, ob sich an diesen Stränden etwas verbessert hat und ob hier derartige Unfälle wieder passieren könnten.Termin der Sendung ist Montag, 5. Oktober 2009, 21.00 Uhr - 21.45 Uhr im WDR-Fernsehen (Wiederholung am 6. 10., 12.00 Uhr). Zum Sendetermin gibt es auf Blausand.de einen Bericht über die Situation an türkischen Badestränden. Heute stellt die SLRG (Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft) die neueste Studie zur Ertrinkungssituation vor. Überraschungen gibt es dabei nicht: Von den bisher erfassten 30 Ertrinkungsopfern sind 80 Prozent männlich und Ertrinkungsorte sind auch hier naturgemäß fast immer die Binnengewässer. Zu den bisherigen Empfehlungen, nie mit leerem oder vollem Magen ins Wasser zu gehen, wollen die Schweizer in Zukunft mehr Wert auf die Veröffentlichung der Baderegel legen, nie alkoholisiert und unter Drogen zu baden und zu schwimmen. Die Badesaison ist zu Ende, es ist Zeit, Bilanz zu ziehen, meint die in Spanien für die Costa Brava erscheinende deutsche Tageszeitung www.arena-info.com. Was die Quallenplage anbelangt, vor der zu Jahresbeginn dringend gewarnt hatte, so blieb diese in vielen Küstengegenden aus. Es wurden insgesamt knapp 5.000 Menschen wegen Quallenbissen behandelt. Ausserdem rückten die Rot-Kreuz-Helfer an der Costa Brava über 300 Mal aus, um Menschen vor dem Ertrinken zu retten oder Boote in Seenot zu bergen. Wieviel Menschen in dieser Saison an der Costa Brava ertrunken sind, wurde bisher nicht bekannt. Ab sofort bietet Ihnen Blausand.de "Armbänder gegen das Ertrinken" in limitierter Auflage an, damit Sie sich mit dem Kauf und einer Spende für Aktionen gegen das Ertrinken im Jahr 2010 engagieren können. Die hochwertigen Silikon-Armbänder sind auch als sinnvolle Weihnachtsgeschenke für Ihre Familie und für Ihre Freunde hervorragend geeignet.Und ganz leicht zu bestellen: 1 Armband kostet 10 Euro Spende plus 2,50 Euro für Porto und Verpackung. Ab einem Bestellwert von 50 Euro für 5 Armbänder entfallen die Versandkosten. Ab einem Bestellwert von 100 Euro (z.B. als Sammelbestellung für Ihre Weihnachtsgeschenke) zahlen Sie ebenfalls keine Versandkosten und erhalten 11 statt 10 Armbänder. Sie konnen die Armbänder in der gewünschten Anzahl mit Angabe Ihrer Postadresse ab sofort unter bestellen. Die Armbänder gehen Ihnen ab Mitte November 2009 innerhalb einer Woche nach Bestelldatum per Post mit mit der Rechnung zu. Retter und Ambulanzfahrer haben festgestellt, dass bei Unfällen die meisten Verletzten ein Mobiltelefon mt sich führen. Bei dem Einsatz weiß man aber nicht, wer aus den langen Adresslisten zu kontaktieren ist. Ambulanzfahrer haben vorgeschlagen, dass man die im Notfall zu kontaktierende Person in sein Handy-Adressbuch unter einem identischen Suchbegriff eingibt. Der auch international empfohlene Name dafür ist: ICE ("in case of emergency"). Unter ICE sollte man die Rufnummer der Person eintragen, welche im Notfall durch Polizei, Feuerwehr oder Erste Hilfe angerufen werden soll. Sollen mehrere Personen kontaktiert werden, speichert man unter ICE1, ICE2, ICE3. Leichte Eingabe, kostet nichts, kann aber viel bewirken.Der als Absender dieser Meldung genannte ASB weist aber darauf hin, dass bei schweren Unfällen nicht über Handy informiert wird, sondern Kriseninterventionsteams zum Einsatz kommen. Drei Menschen sind nach Presseangaben am Samstag in Bayern bei Unfällen ertrunken. Ein 60-jähriger Mann starb in einem Wassergraben im niederbayerischen Sankt Englmar (Landkreis Straubing-Bogen).Wie die Polizei mitteilte, hatten Passanten den Toten bereits am Samstagmorgen an der Böschung eines Wassergrabens gefunden. Der Mann habe mit dem Gesicht nach unten im seichten Wasser gelegen. Vermutlich war er in der Nacht ausgerutscht und kopfüber in das etwa 15 Zentimeter tiefe Wasser gefallen. Im Badesee von Erlabrunn (Landkreis Würzburg) kam ein 67-jähriger Mann am Samstagnachmittag ums Leben. Er war er zusammen mit seiner Frau und Tochter an den See gefahren, wo er allein zum Schwimmen ging. Als die Ehefrau ihren Mann nirgends mehr sehen konnte, alarmierte sie Rettungskräfte. Taucher bargen den Körper schließlich aus dem Wasser und brachten ihn ans Ufer. Trotz sofortiger Wiederbelebungsversuche starb der 67- Jährige wenig später im Krankenhaus. Den Sturz in einen Bach in Motten (Landkreis Bad Kissingen) überlebte ein Fahrradfahrer am Samstagabend nicht. Der 43-Jährige kam laut Polizei Unterfranken in Würzburg von der Straße ab und stürzte kopfüber ins Wasser. Aufgrund der Spuren sei er wohl direkt auf die Döllau zu gefahren. Er stürzte in den Bach und blieb dort auf dem Bauch liegen. Ein Zeuge fand den Mann und zog ihn aus dem Wasser. Für ihn kam jedoch jede Hilfe zu spät. Unbekannt war zunächst, wie lange der 43-Jährige in dem Bach gelegen hatte. Gestern vor 10 Jahren, am 18.8.1999 kurz vor vier Uhr am Nachmittag, ertranken Beate Bernhardt und Corinna Wittig an der Platja Mitjorn auf Formentera (Spanien). Dieser Tag (die Geschichte der Tragödie können Sie hier nachlesen) markiert den Beginn von Blausand.de. Einige Impressionen zum gestrigen Tag: Edith von der Strandbar Piratabus auf Formentera hat für Blumen gesorgt, die an der "Sonne für Beate" an der Platja Migjorn liegen. Die Fotos der "Sonne für Beate" vom 18. September 2009 kommen vom Fotografen Ulli Muhl. Der Journalist Uwe Ziegler, der vor 10 Jahren auf Formentera war, hat auf der Formentera-Webseite www.fonda.de eine Würdigung geschrieben. Christine und Isolde, zwei Freundinnen von Beate, haben gestern die Plätze in Hamburg besucht, die Beate am meisten geliebt hat. Blausand.de zählte wegen zahlreicher Presseveröffentlichungen (spiegel.de, focus.de, stern.de, bild.de, viele Tageszeitungen) allein an den letzten drei Tagen 41.000 Besucher mit fast 90.000 Seitenzugriffen. In dieser Woche erschien im Webportal der Süddeutschen Zeitung ein Interview mit Rolf Lüke, Gründer von Blausand.de, das Sie hier nachlesen können. Eintragungen im Blausand.de-Gästebuch zum Thema 10 Jahre Blausand.de und zu aktuellen Geschehnissen finden Sie hier. Rip-Strömungen sind die Todesursache Nummer 1 an Europas Bade- und Urlaubsstränden. Die unsichtbaren und unberechenbaren Bewegungen unter Wasser fordern nach Einschätzung von Blausand.de jährlich zwischen 4000 und 6000 Menschenleben in Europa. Trotzdem gibt es hierzulande so gut wie keine Grundlagenforschung zu diesem riskanten Phänomen. Jetzt wurde Rolf Lüke, Gründer von Blausand.de, von der Florida International University und Stephen P. Leatherman ("Dr. Beach") zu einem Vortrag über das Thema "Rip-Strömungen in Europa" anlässlich des Rip Current Symposium im Februar 2010 nach Miami, Florida (USA) eingeladen. Nicht erst seit heute hat der Reiseveranstalter TUI erkannt: Informationen zur Badesicherheit sind eine wichtige touristische Serviceleistung und gute Reiseunternehmen sollten diesen Bereich nicht verharmlosen. Und: Die Reiseleiterinnen und Reiseleiter am Urlaubsort können Urlauber am wirkungsvollsten aufklären und vor Badegefahren im Urlaub warnen. Am vergangenen Freitag informierte Rolf Lüke, Blausand.de, im Grupotel Taurus Park an der Playa de Palma auf Mallorca 50 TUI-Reiseleiterinnen und Reiseleiter unter dem Motto "TUI-Gäste können gut schwimmen, aber weiß das Meer das auch?" im Rahmen eines Pilotprojekts über das Thema Badesicherheit im Urlaub. Rolf Lüke erklärte, wie sichere und riskante Badestrände zu identifizieren sind, wie man gefährliche Rip-Strömumgen erkennen kann und wie Urlauber sich bei Problemen im Wasser am besten verhalten sollten. TUI und Blausand.de kooperieren seit Jahren erfolgreich, engagieren sich gemeinsam für mehr Badesicherheit in Europa. Wie wichtig die Aufklärung der Urlauber über Gefahren im Badeurlaub ist, zeigte sich auf Mallorca in den letzten beiden Wochen: Insgesamt elf Menschen, darunter acht Deutsche und meist ältere Urlauber, ertranken auf der beliebtesten Ferieninsel der Deutschen. Die deutschsprachige Mallorca Magazin berichtet in seiner heutigen Ausgabe über die Arbeit von Blausand.de und über die zahlreichen Badeunfälle der letzten Tage auf der Baleareninsel. An den Stränden Mallorcas sind innerhalb von zwei Tagen vier deutsche Urlauber ums Leben gekommen. Zuletzt starben am Montag dieser Woche drei Urlauber. Bei den neuen Opfern handelt es sich um zwei Deutsche sowie einen Iren. Der Mann wurde an der Playa de Palma bewusstlos aus dem Wasser geborgen und konnte nicht mehr reanimiert werden. Ein 46-jähriger Deutscher starb am Nachmittag am Strand von Peguera in der Gemeinde Calvià. Auch er konnte nicht wiederbelebt werden, die genaue Todesursache wird noch untersucht. Ein 80-jähriger Deutscher kam schließlich an der Platja de Cala Galiota in der Gemeinde Ses Salines ums Leben. Bereits am letzten Sonntag waren zwei deutsche Badetote registriert worden. Am Morgen musste am Strand von Cala Millor ein 76-jähriger Mann bewusstlos aus dem Wasser gerettet werden. Die Wiederbelebungsversuche der Sanitäter blieben ohne Erfolg. Am Nachmittag starb ein 70-Jähriger an der Playa de Palma. Zwei weitere Deutsche starben am Sonntag zuvor, siehe weiter unten. Blausand.de sieht die Ursachen für die Häufung der Ertrinkungsunfälle im Urlaub in der fehlenden Information der Gäste und demzufolge im zu geringen Gefahrenbewusstsein über Rip-Strömungen im Meer. Nach aktuellen Blausand.de-Recherchen gibt es derzeit auch zu wenig Rettungsschwimmer auf Mallorca. Blausand.de warnt eindringlich vor Verletzung der Aufsichtspflicht bei Kleinkindern, die auch innerhalb einer Minute den Tod eines Kindes bedeuten kann. Gestern ist ein vierjähriger Junge ist in Werlte (Kreis Emsland, Niedersachsen) in einem Gartenteich ertrunken. Die Mutter hatte nach Polizeiangaben zusammen mit ihrem Kind eine Freundin besucht. Der Junge ging zum Spielen in den Garten. Einige Minuten später entdeckten die Frauen den Vierjährigen regungslos in dem Teich. Sie begannen sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen, die von Rettungskräften fortgesetzt wurden. Ein Hubschrauber brachte den Jungen in ein Krankenhaus, wo er starb. Die Zahl der Badeunfälle an den Stränden und Pools Mallorcas hat sich im Juni und Juli 2009 im Verhältnis zu den Vergleichsmonaten im Vorjahr deutlich erhöht. Das berichtet die deutschsprachige Wochenzeitung Mallorca Magazin in ihrer aktuellen Ausgabe. Gerieten 2008 noch elf Menschen am Strand und fünf im Schwimmbad in Lebensgefahr, waren es in diesem Jahr 28 und neun Opfer. Sieben von ihnen kamen dabei ums Leben, die restlichen konnten durch Wiederbelebungsmaßnahmen gerettet werden. Erst am vergangenen Montag waren 2 Deutsche auf Mallorca ertrunken, die Blausand.de-Meldung finden Sie hier.Diese aktuellen Zahlen, die das Innenministerium der Balearen-Regierung jetzt veröffentlichte, sehen - so das Magazin - Experten als Signal, dass die Bereiche Sicherheit und Prävention deutlich verbessert werden müssen. In der laufenden Sommersaison gab es insgesamt 45 schwere Unfälle im Meer, 13 Rettungs- und sieben Suchaktionen. Der Präsident des balearischen Verbands der Rettungsdienste, Carlos de España, wies darauf hin, dass diese Entwicklung angesichts der niedrigeren Touristenzahlen in dieser Saison besonders ernst zu nehmen sei. Er kritisierte die behördliche Regelung, dass Rettungskräfte in Hotels und an Stränden ihre Posten ab 18 Uhr verlassen können: "Dabei wissen wir, dass die Strände und Schwimmbäder gerade ab 18 Uhr voller Touristen sind", so de España. Sicherheitsexperten auf Mallorca weisen auf die Bedeutung einer "angemessenen Ausbildung aller Rettungskräfte" hin, da die medizinischen Sofortmaßnahmen im Notfall lebensrettend seien. In Wirklichkeit sei die Ausbildung der Rettungsschwimmer und Bademeister auf den Balearen aber häufig unzureichend: "Wie kann es sein", fragt das Mallorca Magazin, "dass jemand nach einem zehnstündigen Kurs einen Titel als Rettungsschwimmer für ein Schwimmbad erhält?" In den vergangenen Tagen gab es in Deutschland wieder schwere Badeunfälle, bei denen Kinder ums Leben kamen. Gerade für kleine Kinder bedeuten Gewässer jeder Art ein hohes Risiko, worauf Verbände wie die Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder" und Blausand.de immer wieder hinweisen. Kinder haben eine andere Verteilung des Körpergewichts als Erwachsene und können durch Zappeln nicht mehr an die Oberfläche kommen. Ihr Schwerpunkt liege nicht wie bei Erwachsenen auf Nabelhöhe, sondern wegen des großen Kopfes in Höhe der Brust. Ertrinken ist bei kleinen Kindern also keine Frage der Wassertiefe. Ein drei Jahre altes Mädchen ist am Dienstag in einem Pool auf einem Grundstück in Berlin ertrunken. Die genauen Umstände des Unglücks sind noch unklar. Der Vater hatte sein Kind leblos im Wasser treibend gefunden. Der Pool war nicht gefüllt worden, lediglich Regenwasser stand darin, allerdings 60 Zentimeter hoch. Die Einsatzkräfte versuchten das Kind zunächst wiederzubeleben. Ein Rettungshubschrauber wurde angefordert, der das Mädchen zum Weddinger Standort der Charité flog. Die im Virchow-Klinikum fortgesetzten Versuche, es zu reanimieren, blieben aber erfolglos. Am Montagabend kam es in einem Erlebnisbad in Naumburg (Burgenlandkreis, Sachsen) zu einem Badeunfall, bei dem ein 5-jähriges Mädchen ums Leben kam. Es war gegen 19:30 Uhr von anderen Badegästen in der Nähe einer Rutsche regungslos im Wasser liegend entdeckt worden. Zum diesem Zeitpunkt war die Rutsche bereits für Badegäste gesperrt. Wie von der Polizei mitgeteilt wurde, ist das Mädchen, nachdem sie reanimiert wurde, in ein Krankenhaus gebracht worden, wo das Mädchen kurze Zeit später verstarb. Das Kind war am Dienstag mit seinen Eltern im Schwimmbad. Die Ermittlungen zum Unfallhergang dauern noch an. Einen problemorientierten und lesenswerten Beitrag zum Thema finden Sie hier im Internetportal der Stuttgarter Zeitung. Blausand.de fordert angesichts der zahlreichen schweren Unfälle in bewachten Schwimm- und Freibädern seit langer Zeit, das oft überforderte Bewachungspersonal durch technische Anlagen unter Wasser mit Kamerasensorentechnik, die im Notfall eine sofortige automatische Alarmierung auslösen, zu unterstützen. Mindestens 50 Prozent der tödlichen Badeunfalle könnten so verhindert werden. Solange dies nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, werden - von lobenswerten Ausnahmen abgesehen - die Betreiber die Kosten mit allen Mitteln zu verhindern suchen. Der Spiegel berichtet in seiner aktuellen Ausgabe von unverstellbaren Vorgängen vor den Küsten von Malta und Italien. Nach Angaben afrikanischer Flüchtlinge trieben 78 Menschen drei Wochen lang in einem Schlauchboot vor den Küsten Maltas und Italiens. Ohne Treibstoff, ohne Nahrung, ohne Wasser. Viele Schiffe fuhren vorbei. Keiner wollte die Menschen aufnehmen oder an Land bringen, weil Rettern in Italien eine Anklage als Schleuser droht. Nur 2 Fischerboote reichten in dieser Zeit einige Wasserflaschen und ein paar Lebensmittel. Als sich die italienische Küstenwache endlich erbarmte, fand man noch fünf Überlebende. Die Mittelmeer-Anrainer fordern, die Flüchtlinge (76.000 im Jahr 2008) auf alle Länder zu verteilen. Die nördlichen EU-Staaten, allen voran Deutschland, Österreich und Großbritannien, lehnen dies ab. Es wäre wichtig, wenn man dies bei den zukünftigen frommen Sprüchen vor allem italienischer, deutscher und auch europäischer Politiker zum Thema im Hinterkopf behalten würde. |
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