| Aktuell im November 2009 |
Eine geradezu unglaubliche Geschichte lesen wir im Internetportal
münchen extra der Süddeutschen Zeitung. Ein Hund, Golden Retriever
Benni, droht am letzten Sonntag in der Isar zu ertrinken, seine
Besitzerin springt hinterher und wird ebenfalls in einer Strömung nach
unten gezogen. Dann springt ihr Ehemann hinterher und droht ebenfalls zu
ertrinken. Ein Radfahrer kommt vorbei, springt ebenfalls hinein, rettet
das Ehepaar, steigt wortlos auf sein Rad und verschwindet. Hund Benni
kann sich selbst retten.
Mit Hilfe von Zetteln am Ort des Geschehens sucht das Ehepaar jetzt seinen Lebensretter. Populismus oder sinnvolle Maßnahme? Nach einem Bericht der "Lübecker
Nachrichten" sagen Schleswig-Holsteins Innenminister Klaus Schlie und die
Rettungsdienste im Norden Gaffern den Kampf an. Und auch der
Landesfeuerwehrverband fordert harte Strafen für Schaulustige, die sich
Unfälle ansehen, ohne zu helfen. Schlie denkt sogar über eine
Schocktherapie für Gaffer nach: Sie sollen sich bei Feuerwehr und
Polizei Fotos von Unfällen und Opfern anschauen. "Vielleicht kapieren
sie dann, dass es kein Film, sondern die hässliche brutale Wahrheit ist,
bei der es häufig um das Leben von Menschen geht", so der Innenminister.
Auslöser war ein Unfall auf der A 1, bei dem der betrunkene Fahrer eines BMW frontal in den Ford Ka einer jungen Frau gerast war. Ein Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr Lübeck war auf dem Heimweg von einer Feier als erstes am Unfallort. "Wir sahen, dass die Frau eingeklemmt in ihrem Auto saß, in dem bereits die Flammen hochschlugen", so der 45-Jährige. Verzweifelt versuchte er zusammen mit einem Freund, die 22-Jährige zu befreien: "Wir riefen um Hilfe, baten andere Auto- und Lkw-Fahrer um ein Taschenmesser und einen Feuerlöscher". Doch keiner
half den Helfern: "Die Trucker, die einen Feuerlöscher an Bord haben
müssen, standen am Straßenrand und guckten".
Für diese Situationen - auch für Badeunfälle - gilt: Wer bei Notfällen keine Hilfe leistet, macht sich nach § 323 c des Strafgesetzbuchs wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar. Es gibt Ausnahmen, etwa bei erheblicher Eigengefährdung des Helfers. Diese ist beispielsweise gegeben, wenn jemand einen Schwimmer draussen im Wasser sieht, der in eine Unterströmung geraten ist. Strandbesucher müssen sich den selben Gefahren nicht aussetzen und machen sich nicht strafbar. Eine zumutbare Maßnahme ist aber, die Rettungskette in Gang zu setzen, einen Notruf abzusetzen und Hilfe herbeizuholen. Oder ein Taschenmesser oder einen Feuerlöscher herauszugeben. Das 2010 erscheinende Buch "Der Himmel stand still" von Rolf Lüke,
Gründer von Blausand.de, enthält auch eine Geschichte des Hamburger
Unternehmensberaters Jürgen Kosian, der mit seiner Frau und drei Kindern
den Tsunami im thailändischen Khao Lak überlebte. Zwei Drittel der etwa
8000 Tsunami-Opfer Thailands starben in Khao Lak. Im "Magic Lagoon", dem
Urlaubshotel der Familie, verloren die Hälfte der über 700 Gäste und Mitarbeiter ihr Leben. Jürgen Kosian engagiert sich mit seiner Familie
seit Jahren mit dem Verein Lichtblick für Hilfsprojekte in Khao Lak.
Fast fünf Jahre ist es her, als sich am 2. Weihnachtstag 2004 eine "Flutwelle biblischen Ausmaßes" (spiegel.tv) über Asien ergoss und vermutlich 230.000 Menschenleben vernichtete. Zahlreiche Amateuraufnahmen haben die Katastrophe dokumentiert. Bilder von Menschen, die inmitten der Fluten verzweifelt Halt suchten, gingen um die Welt. In einer vierstündigen Spiegel-TV-Dokumentation (Der Tsunami - als das Paradies verschwand) kommen neben Wissenschaftlern Überlebende zu Wort, Angehörige der Opfer, Menschen, die alles verloren und doch wieder ins Leben zurückgefunden haben. Sendetermin ist der kommende Samstag, 28. November, 20.15 - 0.15 auf VOX. Heute um 21 Uhr geht es in der ZDF-Sendung Frontal 21 um Defibrillatoren, um ungenutzte Lebensretter. Ein Defibrillator kann durch gezielte Stromstöße Kammerflimmern bei Herzstillstand beenden. Defibrillatoren gibt es auf Intensivstationen,
in Notarztwagen und Arztpraxen, seit einigen Jahren auch in vielen
öffentlich zugänglichen Gebäuden
und Orten für eine Anwendung durch medizinische Laien. Das
Zeitfenster für die Rettung ist bei einem Kammerflimmern äußerst
eng. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Jede untätige Minute
ohne Defibrillation vermindert die Überlebenschancen um 10%.
Nach 5 Minuten treten bereits die ersten irreparablen Hirnschäden
ein. In Deutschland dürfte es inzwischen 25.000 Defis an öffentlichen Plätzen geben. Es müssten, um dem Herztod wirksam zu begegnen, viel mehr sein. An Badestellen gibt es auf jeden Fall zu wenig Geräte, auch an den Stränden der europäischen Urlaubsländer gibt es eine eindeutige Unterversorgung der auch von Laien zu bedienenden Lebensretter. Ein Grund ist der Widerstand der ärztlichen Standesorganisationen. Weit mehr als 75% der Betroffenen, sagen US-Studien, könnten mit Hilfe des automatischen Notfall-Defibrillators schadensfrei gerettet werden. Dass die Fähren in Asien in einem oft
erbärmlichen Zustand und extremen Wetterverhältnissen nicht
gewachsen sind, zeigte sich am Sonntag vor Sumatra, wo sich ein schweres
Fährunglück ereignet hat. In dem riesigen Inselreich sind jeden Tag
hunderte Fähren unterwegs. Viele sind überladen und transportieren
wesentlich mehr Passagiere als erlaubt.
Eine Fähre, die 240 Menschen an Bord transportierte, ist vor der indonesischen Insel gesunken. Die Behörden gehen davon aus, dass die etwa 60 vermissten Personen ertrunken sind. Dennoch hoffen die an der Suche nach Überlebenden beteiligten Rettungskräfte, weiterhin Personen retten zu können. Insgesamt gelang es den Rettungsteams mit Unterstützung von Fischerbooten, 179 Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Die Zahl der Menschen an Bord der "Dumai Express 10" war noch unklar. Auf der Passagierliste standen nur 228 Namen. Zudem waren 14 Besatzungsmitglieder an Bord. Auch eine zweite Fähre mit mehreren dutzend Menschen an Bord soll von gewaltigen Wellen getroffen worden und daraufhin auf Grund gelaufen sein. Eine vorbildliche und empfehlenswerte Webseite ist www. taucher.net, vor allem deshalb, weil der Unfallvermeidung große Bedeutung zukommt. Aktuelle Unfälle im deutschsprachigen Raum gibt es auf einer
Unfall-Diskussionsseite. Tauchunfälle aus anderen Teilen dieser Erde
werden auf einer Internationalen Tauchunfallseite diskutiert. Hier können
Taucher Kommentare zu einem Unfall abgeben: Stimmt der Bericht? Wie
hätte der Unfall vermieden werden können? Was hätte man besser machen
können? Ergänzt werden Informationen zum Unfallhergang, Fragen, die
sich daraus ergeben sowie Lösungsansätze für das beschriebene Problem,
wobei ungesicherte Spekulationen über den Unfall ausdrücklich
unerwünscht sind.
Auch Tauchmedizin wird zum Thema gemacht.Auch Blausand.de veröffentlicht gelegentlich Berichte über Unfälle beim Tauchen. "Do you remember when diving was dangerous and sex was safe?" steht auf dem T-Shirt unserer thailändischen Tauchschule. Mit der Wirklichkeit hat der schöne Spruch allerdings nichts zu tun. Zu vielfältig sind die Risiken und auch hier sind (wie beim Schwimmen) fehlende Kondition, gesundheitliche Vorschädigungen, Leichtsinn und die Missachtung des Buddy-Prinzps "Never dive alone" die hauptsächlichen Unfallgründe. Die Lust am Urlaub lassen sich die Deutschen auch von der
Wirtschaftskrise nicht verderben: 57 Prozent der Bundesbürger haben in
diesem Jahr bereits eine Reise unternommen oder planen noch einen
(weiteren) Urlaub. Das ergab eine Studie von tns dimap im Auftrag der
Deutschen Post. Vor allem die Zielgruppe 60 bis 64 Jahre möchte am
Urlaub nicht sparen. 23 Prozent sind 2009 bereits verreist, mehr als die
Hälfte (54 Prozent) möchte noch verreisen beziehungsweise plant eine
weitere Urlaubsreise. Zum Vergleich: 2008 sind 55 Prozent der Zielgruppe
in die Ferien gefahren.
Wenn es darum geht, sich über mögliche Reiseziele zu informieren, haben traditionelle Informationsmedien nach der aktuellen Umfrage auch im Internetzeitalter ihre Bedeutung. Knapp die Hälfte (44 Prozent) der zwischen Juni und Juli 2009 befragten 1000 Bundesbürger blättern in Reisekatalogen, wenn es an die Urlaubsplanung geht. Kataloge sind dabei bei jüngeren und älteren Zielgruppen gleichermaßen beliebt. Auch Bücher und Reiseführer sind für 21 Prozent eine wichtige Informationsquelle. Der Weltkindertag findet jährlich am 20. November statt und wurde 1954 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, die die UN-Konvention über die Rechte des Kindes Ende November 1989 verabschiedeten. Die Artikel der Konvention verknüpfen erstmals politische Bürgerrechte, kulturelle, wirtschaftliche und soziale Rechte der Kinder und fordern eine neue Sicht auf Kinder als eigenständige Persönlichkeiten mit vier Prinzipien: Das Recht auf Gleichbehandlung, das Recht auf Leben und Entwicklung, die Achtung vor der Meinung des
Kindes sowie das Wohl des Kindes. Alle Staaten außer den USA und Somalia
haben die Konvention ratifiziert.
Blausand.de weist zum heutigen Weltkindertag darauf hin, dass das Ertrinken für Kleinkinder nach wie vor die unfallbedingte Todesursache Nummer 2 nach Verkehrsunfällen ist und in erster Linie Eltern für diese Katastrophen verantwortlich gemacht werden müssen. Liebe Eltern, Ertrinken passiert schnell und leise. Ihre beiden Augen gehören am und im Wasser immer Ihren Kindern, die Sie nie aus den Augen lassen dürfen und die immer in "Griffnähe" sein müssen. Dieser Grundsatz gilt immer, auch wenn wenig Wasser in der Nähe ist, nicht nur am Meer und am See, auch und besonders an Pfützen, am Gartenteich, an Plastikpools, an Regentonnen, in der Badewanne. Immer. Zwischen Strömungsgefahren und Gefahrenbewußtsein von Schwimmern, Urlaubern und Eltern gibt es eine kaum nachvollziehbare Diskrepanz. Denn: Rip Strömungen sind in Europa der Grund für 80 Prozent aller
Rettungseinsätze im Meer und die Hauptursache für Ertrinkungsunfälle,
werden jedoch bisher nur selten zum Thema gemacht und sind hierzulande
so gut wie kaum erforscht. Anders in Australien und den USA: Dort ist man viel weiter. Rolf Lüke, Gründer von Blausand.de, wird im Februar 2010 am Rip Current Symposium der Florida University in Miami teilnehmen und zum Thema "Rip-Strömungen in Europa" referieren. Eine Blausand.de-Dokumentation zum Thema können Sie hier nachlesen. Bewegte Bilder zum Thema gibt es bisher selten, aber CBS-News hat kürzlich einen Beitrag zum Thema ("Killer Rip Currents") gesendet, der hier abgerufen werden kann. Überfüllte Boote, kein Wasser, keine
Verpflegung, den Tod durch Ertrinken vor Augen: Vor 30 Jahren versuchten
zehntausende Vietnamesen, nach dem Vietnam-Krieg über das südchinesische
Meer aus dem Land zu fliehen. "Wenn man einmal die Winke und Rufe von
Halbverhungerten, von der Sonne Verbrannten, Ausgetrockneten gesehen hat
und nichts tut, wird man schuldig", sagt Rupert Neudeck.
Angesichts der großen Not der Flüchtlinge gründete der Journalist und Theologe 1979 zusammen mit seiner Frau Christel Neudeck und dem Schriftsteller Heinrich Böll das Komitee "Ein Schiff für Vietnam". Die Cap Anamur stach in See, um die "boat people" vor dem Ertrinken zu retten. Später wurde daraus die Hilfsorganisation Cap Anamur. 10.375 Menschen haben der Frachter "Cap Anamur" und seine Folgeschiffe seit 1979 aus dem Meer gerettet und mehr als 35.000 Menschen an Bord medizinisch versorgt. Doch es gab auch Rückschläge: Im Sommer 2004 retteten der damalige Vorsitzende Elias Bierdel und sein Team mit dem Kapitän Stefan Schmidt 37 schwarzafrikanische Schiffbrüchige aus dem Mittelmeer - italienische Behörden wollten aus humanitärer Hilfe ein Verbrechen machen. Erst im Oktober dieses Jahres erfolgte der Freispruch. Für seine "außerordentliche Zivilcourage" wird Stefan Schmidt, damaliger Kapitän der Cap Anamur, von der Internationalen Liga für Menschenrechte am 13. Dezember dieses Jahres im Berliner Haus der Kulturen der Welt mit der Carl-von-Ossietzky-Medaille 2009 ausgezeichnet. Rolf Lüke, Gründer von Blausand.de, wurde für den Bremer Bürgerpreis
2009 nominiert. Der Preis wird verliehen für "Menschen, die
uneigennützige und ehrenamtlich unverzichtbare Leistungen im Dienste der
Allgemeinheit erbracht haben" (Verleihungstext). Die Auszeichnung,
verliehen durch den Verein zur Förderung des Bürgerschaftlichen
Engagements in Bremen und Bremerhaven e.V., wird am Donnerstag dieser
Woche im Rahmen einer Festveranstaltung im Bremer Rathaus in Anwesenheit
der Unicef-Botschafterin und TV-Moderatorin Sabine Christiansen überreicht.
Vor wenigen Tagen wurde eine
Frau aus Emden zu einer Geldstrafe von
400 Euro wegen "unbewusster Fahrlässigkeit" für die Mitverantwortung am
Tod eines achtjährigen Jungen verurteilt, weil sie bei dessen plötzlichem Verschwinden knietief in der Nähe des Jungen im Wasser stand.
"Bei pflichtgemäßem Verhalten der Angeschuldigten wäre Marc nicht ertrunken" heißt es in der Anklageschrift nach einem tödlichen Badeunfall am 16. August 2008 an der Knock (Emden, Niedersachsen). Der Unfall passierte an einem Strand mit extremen Strömungen und hoher Unfallhäufigkeit, an dem Schiffe fahren, der trotzdem nicht bewacht war und an dem es kein Badeverbot gibt. Gefährlicher geht es kaum. Nach Blausand.de-Recherchen gab es bereits 2006 kritische Diskussionen, nachdem Urlauber in der Ems gefährliche Strömungen überlebt hatten. Die Entscheidung damals: kein Badeverbot, keine Bewachung. Warum werden die Stadt Emden und die Verantwortlichen eigentlich nicht zur Rechenschaft gezogen, weil sie bei den extremen Risiken kein Badeverbot ausgesprochen und ihre Verkehrssicherungspflichten verletzt haben? Warum hat man hier immer noch keine Auflagen erteilt: entweder wirksam sperren, Badeverbot aussprechen oder Bewachung stellen? Und: Warum erwirkt die DLRG als grösste Wasserrettungsorganisation der Welt keine Klage gegen die Stadt Emden, um damit endlich einen Präzidenzfall zu schaffen - besonders angesichts der hohen Ertrinkungszahlen von etwa 90 Prozent in deutschen Flüssen und Seen? Der Unfall gehört zu den Badeunfällen, die durch präventive Massnahmen hätten verhindert werden können. Der Ertrinkungstod des achtjährigen Jungen ist ein geradezu klassisches Lehrstück für Versäumnisse und für den verantwortungslosen Umgang mit Ertrinkungsgefahren. Auf drei wichtige Blausand.de-Termine wollen wir heute aufmerksam machen. Rolf Lüke, Gründer von Blausand.de, gibt 2010 ein Buch heraus, das in dokumentarischer Form Entstehungsgeschichten, Hintergründe, Ursachen und emotionale Folgen aus tödlichen und nicht tödlichen Ertrinkungsunnfällen beschreibt. Wenn Sie als Angehöriger, Zeuge, Betroffener, Urlauber oder Retter eine
Geschichte zum Thema Ertrinken erzählen möchten, kann diese noch bis zum
30. November 2009 für das 2010 erscheinende Buch "Der Himmel stand
still" Berücksichtigung finden. Ausführliche
Informationen rund um das Buchprojekt finden Sie hier.
Reiseveranstalter sind für Pauschalurlauber eine der wichtigsten Informationsquellen für einen sicheren Badeurlaub. Mitte Dezember wird Blausand.de deshalb die Ergebnisse einer Untersuchung zu diesem Thema veröffentlichen und darüber informieren, welche Maßnahmen Reiseveranstalter im kommenden Jahr für mehr Badesicherheit in Europa vorgesehen haben. Einige aufschlussreiche Antworten dazu liegen uns bereits vor. Blausand.de hat alle führenden Reiseveranstalter bis zum 30. November 2009 um Antwort auf die gestellten Fragen gebeten.
Die ersten "Armbänder gegen das Ertrinken" die Sie zum Preis von 10 Euro /Stück bei uns bestellen können, sind bereits auf dem Weg zu Ihnen. Sie fördern mit Ihrer Bestellung Blausand.de-Aktionen im Jahr 2010. Noch bis zum 18. Dezember 2009 können Sie diese unter bestellen, wenn Sie diese pünktlich zu Weihnachten erhalten oder weiterverschenken wollen. Alle Einzelheiten zu den "Armbändern gegen das Ertrinken" erhalten Sie hier. Rund zwei Jahre nach dem Badeunfall in der Toskana, als der 19-jährige Schüler Clemens Fuchs aus Bad Hersfeld ertrank, hat die Staatsanwaltschaft Fulda Anklage gegen drei Lehrer erhoben. Die Anklage
wegen fahrlässiger Tötung wurde vom zuständigen Amtsgericht zugelassen.
Prozessauftakt soll Februar 2010 sein.
Clemens Fuchs war im September 2007 zusammen mit seinen Mitschülern und den Lehrern auf einer Tutorenfahrt in Nord-Italien. Zusammen mit vier weiteren Mitschülern war er nach Berichten der italienischen Presse am Strand von Marina di Massa Cinquale ins Meer gegangen. Offenbar wurden sie durch die Strömung ins offene Meer getrieben. Ein zufällig an der Strandpromenade vorbeilaufender Bademeister sei daraufhin ins Meer gesprungen und habe versucht, Clemens Fuchs zu retten. Er konnte ihn jedoch nicht festhalten. Weitere Rettungskräfte kamen zu Hilfe. Während die vier Mitschüler gerettet wurden und in ein Krankenhaus gebracht wurden, kam für Clemens jede Hilfe zu spät. Diese Pressemeldung lesen wir gern, weil sie richtungsweisend sein könnte: Der Reiseveranstalter TUI nimmt den
Delphinpark "Dolphin Land" in Antalya aus dem Programm. Damit reagiert
TUI auf eine negative Bewertung eines Parks in der Türkei. Bereits im
Juli wurde der Park "Troy" in Belek aufgrund einer negativ ausgefallenen
Prüfung aus dem Programm genommen. TUI unterzog die Parks einer
Bewertung durch den Dolphin Fund Bei Delphinarien folgt TUI den
Richtlinien der Konzernmutter TUI Travel PLC in London, der Animal
Welfare Guidance sowie von Travelife.
Zu "Dolphin Land" konstatierte der Leiter des TUI-Qualitäts- und Umweltmanagement: "Ich konnte mir ein Bild von den mangelhaften Zuständen machen: Die Größe der Becken, die Lautstärke während der Shows, die Haltung und Hygiene der Tiere entsprachen zum Zeitpunkt der Prüfung nicht einmal unseren Mindestanforderungen". Weitere systematische und regelmäßige Überprüfungen von Tier- und Freizeitparks sind geplant. TUI führte bereits 1990 als erster Großveranstalter ein Umweltmanagement ein, beteiligt sich an verschiedenen Tierschutzprojekten. Dazu gehören unter anderem das "Year of the Dolphin 2007/2008" der UNEP, die Hilfe zum Schutz herrenloser Hunde und Katzen auf Sri Lanka, in Griechenland oder auf den Kanaren sowie die Unterstützung verschiedener Artenschutzprojekte. Der Anteil der Nichtschwimmerinnen unter den muslimischen Mädchen ist
deutlich höher als der durchschnittliche Nichtschwimmeranteil.
Hintergrund ist, dass sich in islamischen Auslegungen die Frau vor dem
Mann verhüllen muss, damit dieser nicht auf sündige Gedanken kommt. So
sollen muslimische Mädchen und Frauen nicht gemeinsam mit Jungen und
Männern ins Schwimmbad gehen und das Becken darf auch nicht von außen
einsehbar sein.
Modische Lösungen für diese Problematik in Form von
"Burkinis" (Kombination aus Burka und Bikini) gibt es schon länger. Die DLRG bietet jetzt sogar spezielle Schwimmausbildung für muslimische Mädchen an. Diese haben konsequenterweise das gesamte Hallenbad für sich, dessen Fenster auf Wunsch der Väter sogar zugehängt werden sollen. Trotz aller aufflammenden Diskussionen über angebliche Integrationsfeindlichkeit, drohende Islamisierung und Diskriminierung dieser Angebote: Es geht "nur" um eine ungewöhnliches und pragmatisches Angebot für mehr Schwimmfähigkeiten und gegen das Ertrinkungstod. Nicht mehr und nicht weniger. Für die kommende Badesaison 2010 sucht die DLRG allein in Niedersachsen 450 freiwillige Rettungsschwimmer, die an den Nordseestränden von Borkum, Wangerooge, Langeoog, Baltrum, Cuxhaven, Dangast, Norddeich, Burhave und
Wilhelmshaven zum Einsatz kommen sollen. Es wird von Saison zu Saison schwerer, Rettungsschwimmer zu finden. Die Ehrenamtlichen müssen dann arbeiten, wenn ihre
Mitschüler und Kommilitonen Urlaub machen können oder bezahlte Ferienjobs machen müssen. In den Badeorten am Meer und auf den Inseln bekommen die Retter von den Gemeinden wenigstens eine aus der Kurtaxe finanzierte kleine Entschädigung. Die
Bewacher an den öffentlichen Badestellen im Inland, an Seen und Flüssen, gehen fast
immer leer aus.
Gute Bewachungsdichte an Nord- und Ostsee sorgt für Sicherheit an den Badestellen, an denen die wenigsten Badeunfälle passieren. Und das ist auch gut so. Auch der Rückgang der Ertrinkungszahlen bei Kleinkindern ist eine optimistisch stimmende Entwickung. Andererseits wird die Sicherheit an Deutschlands tatsächlichen Risikobadestellen seitens der Wasserretter vernachlässigt, weil deren Antworten auf die Kernfragen der
Badesicherheit in Deutschland bisher ausbleiben.
Was tut die DLRG für mehr Bewachung, für die Veränderung der Bewachungssituation an Deutschlands Flüssen und Seen? Höchstens 2 Prozent sind überhaupt bewacht. Wie will die größte Wasserrettungsorganisation der Welt mit über einer Million Mitgliedern die desolate Bewachungssituation an diesen Risikobadestellen verändern? Hier und nicht im Meer ertrinken 90 Prozent aller Menschen in Deutschland. Wie kann man die DLRG-Organisationen im Inland bei der Suche nach Freiwilligen und in der notwendigen Überzeugungsarbeit gegenüber den Städten und Gemeinden besser unterstützen? Welche politische Arbeit wird bundesweit geleistet? Wie kann man besonders gegenüber Eltern, Kindern, Jugendlichen und Senioren die Risiken an den unfallträchtigen Badestellen vermitteln, sie für Gefahren sensibilisieren? Mit welchen Strategien und Maßnahmen will die DLRG die erklärte Absicht realisieren, die Zahl der Opfer bis zum Jahr 2020 zu realisieren? Immer wiederkehrende Kritik an den Schließungen von Schwimmbädern und an den Schwimmfähigkeiten der Deutschen sind nur Einzelaspekte und haben bisher keinen Erfolg bei der Reduzierung der Unfallzahlen gebracht. Fragen über Fragen. An diesem Wochenende treffen sich die Wasserretter zur DLRG-Bundestagung am Nürburgring. Man darf gespannt sein, ob es kritische Diskussionen, Impulse und Konzepte gibt. Bei einem Kanu-Unfall ist ein 21-jähriger
Student aus Augsburg im Naturschutzgebiet Eistobel im Landkreis Lindau
schwer verletzt worden. Er war am Dienstagnachmittag auf dem Fluss Argen unterwegs, wie die Polizei mitteilte.
Die Gruppe wollte einen Wasserfall am Engpass befahren. Dieser
Abschnitt besteht aus mehreren steilen und unmittelbar
aufeinanderfolgenden Stufen.
Das Kanu des Studenten wurde dabei in einen Trichter unter Wasser
gezogen. Der Mann geriet in eine drei Meter tiefe unterirdische
Katakombe. Erst nach mehreren Minuten konnten seine Begleiter ihn etwa
100 Meter flussabwärts bergen. Er wurde von einem Rettungshubschrauber
in ein Krankenhaus geflogen.
Vor gut zwei Jahren hatte es an derselben Stelle bereits schon einmal einen schweren Unfall gegeben. Ein Ehepaar war bei dem Versuch ertrunken, seinen ins Wasser gefallenen Hund zu retten. Ausdrücklich wird in diesem Bereich mit Hinweisschildern vor der Gefährlichkeit der Strecke gewarnt. Scheinbar harmlose technische Einrichtungen im Schwimmbecken, im aktuellen Fall ein Handlauf (Beckenumrandung zum Festhalten) können im Wasser lebensbedrohliche Situationen erzeugen. Die Freiwillige Feuerwehr hat am letzten Sonntag einen achtjährigen Jungen im Schwimmbad in Wedel (Kreis Pinneberg, Schleswig-Holstein) aus einer gefährlichen Lage befreit. Das Kind hatte sich mit einem Bein am Beckenrand im Handlauf eingeklemmt und konnte sich nicht selbst wieder befreien, teilte die Feuerwehr mit. Der Handlauf war an der Wasseroberfläche und es bestand die Gefahr, dass das Kind ertrinken könnte. Der Bademeister und Schwimmer hielten den Kopf des Kindes bis zum Eintreffen der Feuerwehr über Wasser. Mit einer hydraulischen Schere wurde der Junge aus seiner Zwangslage befreit. |
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