Ko Phi Phi, Thailand, 26. Dezember 2004



ImageDer Tsunami  tötete am 2. Weihnachtstag des Jahres 2004 fast 300.000 Menschen und sorgte später dafür, dass die zurück Gebliebenen weiter leben können, wenn sie sauberes Wasser erhalten.

Wasser ist der Stoff, aus dem das Leben ist - aber nur dann, wenn der Mensch Respekt zeigt und vor allem endlich lernfähiger wird.

Wenn es wirklich gelingen sollte, dass Deutschland und Indonesien ein vom deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam entwickeltes Tsunami-Frühwarnsystem zügig realisieren, ist dies ein viel versprechender Anfang.

Blausand.de wird in unregelmässigen Abständen darüber berichten, ob die Bemühungen, ein weltweites Frühwarnsystem zu schaffen, weiter nach vorn getrieben werden oder mit der Zeit in Vergessenheit geraten.

Auf der Taucherinsel Ko Phi Phi, 2 Bootsstunden entfernt von Phuket, Thailand, haben wir mehrmals unseren Dezember-Urlaub genossen. Auf Phi Phi Island starben am 26. Dezember 2004 über 1000 Menschen. Auch Menschen, die wir gekannt haben.

Unsere persönliche Betroffenheit haben wir Ende 2004 mit diesem Beitrag beschrieben:

"Phi Phi Island, Thailand, Dezember 2000. Wir haben viel von dieser Insel gehört. Was wir erwarten, ist eine tolle Insel. Was wir erleben, ist ein Traum, ein Paradies.

Eine einfache Hütte am Berg ist unser Zuhause, für 2 unbeschreiblich schöne Wochen unseres Lebens. Am zweiten Tag kommt ein menschenscheuer Hund auf unsere Terrasse, völlig verwanzt, namenlos. Kotah, so nennen wir sie, ist unsere tägliche Begleiterin, wartet auf uns, wenn wir vom Tauchen, vom Essen, von den Felsen kommen.

Nach 14 Tagen müssen wir unser friedliches Paradies mit den warmherzigen Menschen verlassen. Die Natur, das Meer, die Insulaner haben es gut mit uns gemeint. Aber uns ist schwer ums Herz. Bangkok - noch am selben Abend - lenkt uns ab.

Image Phi Phi Island, Dezember 2001, fast auf den Tag genau ein Jahr später. In einer der Hütten ist noch Platz für uns. Auf der brüchigen Terrasse - dem Meer wenige Meter näher als im Jahr zuvor - geniessen wir die Stille, als ein Hund näher kommt. Kotah. Sie hat überlebt und läuft auf uns zu. Wir begreifen es erst Stunden später.

Es ist einer der glücklichsten Tage unseres Lebens. Jede Nacht steht Kotah unten am Berg und freut sich mit uns über ihr Leben. 14 Tage arbeitet der Gedanke in unseren Köpfen und in unserem Herzen, sie mit nach Hause zu nehmen. Wir werden sie wohl nicht wiedersehen, aber lassen sie in ihrem friedlichen Lebensraum, sorgen für ihre Betreuung.

Später, zurück in Deutschland, schicken wir Pakete als Dank, auch, um unser schlechtes Gewissen zu beruhigen. Eine Antwort darauf werden wir nie erhalten.

Am letzten Abend, wenige Tage vor dem Heiligen Abend 2001, verabschieden wir uns von der geliebten Gecko-Bar, von Kotah, von den Tauchlehrern, von den Felsen und vom Meer, vom Paradies. "Take ist easy" kommt versöhnlich aus den Boxen am Strand.

Klar, wir werden euch alle wiedersehen."

ImageErst später erfahren wir. dass Heinz Oswald, Inhaber unserer Tauchschule Mosquito Diving, zusammen mit seinen beiden kleinen Kindern Tina und Anna ertrunken ist. Seine Ehefrau Noi hat mit dem Baby überlebt. Auch unser holländischer Tauchlehrer Dray van Beeck vom Barakuda Diving Center auf Phi Phi Island hat den Tsunami überlebt. Dray arbeitet heute in Ägypten.

Buchtipp: Ein bewegendes Buch, in dem wir auch Berichte über unsere Freunde auf Phi Phi wiederfinden, hat der Spiegel-Journalist Cordt Schnibben herausgegeben. "Tsunami - Geschichte eines Weltbebens" ist 2005 im Spiegel-Buchverlag / DVA erschienen (336 Seiten, 19,90 Euro).

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