Pressespiegel

Sicherheit an Bremer Badeseen

Die Badeseen in Bremen sind nicht sicher. Zu diesem Ergebnis kommt die Organisation "Blausand" nach einem Test aller elf hiesigen Strände. Nur zwei wurden als zufriedenstellend eingestuft, acht dagegen als problematisch. Die Situation für Schwimmer am Uni-See bezeichnen die Tester sogar als gefährlich.Bei bestem Badewetter war Rolf Lüke am vergangenen Montagnachmittag losgezogen. "Entsprechend voll waren die Strände", berichtet der Bremer Blausand-Gründer. Doch nur am Mahndorfer See war die Station der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) besetzt, alle anderen fand Lüke verwaist vor. Bei einem Badeunfall hätte also kein einziger professioneller Helfer bereit gestanden. "Zuverlässig gibt es nur an den Wochenenden ständig besetzte Wachen", sagt Lüke.

Das bestätigt auch die DLRG: Am vergangenen Wochenende waren 16 Rettungsschwimmer insgesamt 140 Stunden im Einsatz. Alle ehrenamtlich. Deshalb richtet Lüke den Vorwurf auch nicht an die DLRG, die gleichwohl zunehmend Schwierigkeiten habe, Nachwuchs zu gewinnen. "Badegäste vertrauen darauf, dass schon Hilfe kommen wird." Doch das System sei längst nicht so gut, wie die meisten glaubten. "Das deutsche Rettungswesen ist hervorragend, aber gerade an den Seen funktioniert die Alarmkette oft nicht." Es fehlten nicht nur Rettungsschwimmer, sondern auch SOS-Säulen, Rettungsringe und andere Hilfsmittel. Dabei ist die Gefahr des Ertrinkens nicht zu unterschätzen.

606 Todesfälle gab es im vergangenen Jahr bundesweit, sieben davon in Bremen. "Vier von fünf Opfern sterben nicht etwa im Meer, sondern unterschätzen offenbar die Bedingungen in den vermeintlich harmloseren Seen oder Flüssen", sagt Lüke. Und bei Unfällen drängt die Zeit: Laut Lüke sinkt die Überlebenschance nach einem Unfall mit jeder Minute um zehn Prozent. Doch Sicherheitsvorkehrungen genügen oft nicht.

Erst zum Beginn dieser Saison hatten DLRG, Sportamt und Innenbehörde Piktogrammtafeln mit den wichtigsten Verhaltensregeln und Notrufnummern an allen Badestränden aufgestellt. "Ein richtiger Schritt", lobt Lüke, schiebt aber gleich seine Kritik hinterher. Zwar stehe auf den Schildern die Nummer der jeweiligen Rettungsstation. Allerdings würden Anrufe nicht automatisch weitergeleitet, wenn die Wache unbesetzt sei. Auch einen zentralen DLRG-Notruf gebe es nicht. Als jüngst am FKK-Strand des Uni-Sees ein 45-Jähriger einen Herzinfarkt erlitt, hätten andere Badegäste verzweifelt und erfolglos versucht, die verwaiste Station zu alarmieren. Ob diese überhaupt besetzt sei, könne niemand erkennen. "Sie steht genau am anderen Ufer." Einer der Gründe, warum der Uni-See das schlechteste Testurteil erhielt. Lükes Empfehlung: "Wer sicher aus dem Wasser kommen will, muss selbst auf sich und andere achten." Ein Appell, den auch die DLRG an alle Badegäste richtet.

(Weser Kurier / Bremer Nachrichten, 16.6.2007)



Bei Badeunfällen im Meer Rettungskette starten

Bremen - Bei einem Badeunfall am Meer sollten Laien sich nicht mit überstürzten Rettungsversuchen selbst in Gefahr bringen. «Die wichtigste Regel ist, nicht sofort seinen Gefühlen folgend ins Wasser zu springen und den Verunglückten retten zu wollen.»

Darauf weist Rolf Lüke von der Strandsicherheits-Organisation «blausand.de» in Bremen hin. Anders als an einem Badesee drohten im Meer gefährliche Unterströmungen, die auch den Retter in die Tiefe ziehen können. Stattdessen sollte gemeinsam mit anderen Badegästen eine so genannte Rettungskette in Gang gebracht werden: «Einer löst Alarm aus, einer schafft Auftriebskörper heran und dann kann man gemeinsam eine Rettungsaktion starten», erklärt Lüke.

Hauptursache für Badeunfälle am Mittelmeer und am Atlantik sind laut Lüke starke Strömungen. Diese könnten zu jeder Jahreszeit und auch bei bestem Wetter auftreten. «Die Einheimischen kennen sich mit den Strömungsverhältnissen meist aus. Für Urlauber gibt es dagegen so gut wie keine Möglichkeit, Strömungen zu erkennen - die Gefahr spielt sich unter Wasser ab.» Vorsicht sei auf jeden Fall angebracht, wenn das Wasser plötzlich eine andere Färbung hat als üblich. Gefahr drohe auch, wenn Verwirbelungen zu sehen sind.

(DPA, Mai 2007)



Kinder, die lautlos untergehen

ImageDas Phänomen des "stillen Ertrinkens" hat in dieser Badesaison wieder einige Leben gekostet. Badegäste verwechseln den Überlebenskampf eines Kindes mitunter mit Planschen. Rettungsexperten: Schwimmabzeichen "Seepferdchen" reicht nicht aus

Nur kurze Zeit lässt die Mutter die Siebenjährige an der Krummen Lanke in Berlin-Zehlendorf aus den Augen. Als sie ihre Tochter nicht mehr sehen kann, alarmiert sie sofort andere Badegäste, die das Mädchen im Wasser suchen. Doch später kann das Kind nur noch tot geborgen werden.

Das war in der vergangenen Woche - eine von vielen Ertrinkungstoten, die einem Phänomen zuzuschreiben sind, vor dem Rettungsexperten jetzt wieder warnen: dem so genannten stillen Ertrinken. Dabei stirbt ein Mensch, obwohl Wasser und Ufer voll sind mit anderen Leuten.

"Kinder, die in Not geraten, schlagen zwar mit den Armen um sich. Von anderen Erwachsenen aber wird das manchmal als Spiel interpretiert, weil die Kinder nicht mehr schreien können, wenn der Mund erst mal unter Wasser ist", schildert Rolf Lüke. Lüke ist Gründer der Bremer Organisation "blausand.de", die sich für die Prävention von Ertrinkungsunfällen einsetzt. Unter den "blausand"-Mitgliedern finden sich auch Eltern ertrunkener Kinder. Lüke selbst hat seine Schwester durch den Wassertod verloren.

Der von Lüke interviewte US-amerikanische Wasserrettungsexperte Frank Pia hat Videos erstellt, die dazu beitragen sollen, ein Kind in Lebensgefahr von einem nur harmlos planschenden Menschen zu unterscheiden. "Die übliche Vorstellung ist, dass ein Schwimmer in einer Notsituation dadurch auf sich aufmerksam macht, dass er um Hilfe ruft und Zeichen gibt. Ein Mensch, der ertrinkt, ist aber in der konkreten Gefahrensituation überhaupt nicht mehr fähig zu schwimmen und sich über Wasser zu halten", erklärt Pia.

Selbst wenn der Betroffene kurz wieder mit Mund oder Nase an die Oberfläche komme, müsse er Luft holen und könne daher nicht schreien. Dieser Kampf dauert laut Pia nur zwischen 30 und 60 Sekunden, dann versinkt der Mensch im Wasser.

Ist ein Kind erst mal untergegangen, blieben vielleicht noch "3 bis 4 Minuten", um es zu retten, so Lüke. Eine niedrige Wassertemperatur erhöht dabei die Überlebenschancen, denn damit wird der Sauerstoffbedarf von Herz und Gehirn gesenkt. Umgekehrt sind die derzeit herrschenden hohen Wassertemperaturen ungünstig, wenn ein Mensch keine Luft mehr bekommt. Werden Kinder nach längerer Zeit gerettet, bleiben oftmals irreparable Hirnschäden.

Kinder, die nicht schwimmen können, geraten also schon in Gefahr, wenn sie etwa in einem See nur wenige Zentimeter zu weit ins Tiefe gegangen und dabei mit dem Mund unter Wasser geraten sind.

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) weist aber auch darauf hin, dass Eltern oftmals die Schwimmfähigkeiten ihrer Kinder überschätzten. So bedeute etwa das Ablegen der Prüfung zum ersten Abzeichen, dem "Seepferdchen", noch lange nicht, dass ein Kind sicher in einem See schwimmen könne, erklärt DLRG-Sprecher Martin Janssen.

In der Grundschule gibt es beispielsweise in Berlin nur ein Jahr obligatorischen Schwimmunterricht, dann wird das "Seepferdchen" absolviert, das vorausetzt, dass ein Kind 25 Meter weit schwimmen kann. Danach werde "zu wenig geübt", rügt Janssen, "das Seepferdchen kann nur ein Einstieg sein". In vielen Städten fehlten inzwischen die öffentlichen Bäder für den Schwimmunterricht.

Bei einer Emnid-Umfrage im Jahre 2004 gab ein Viertel der Erwachsenen an, nicht schwimmen zu können. Im Jahr 2005 ertranken laut DLRG-Statistik in Deutschland 477 Menschen. Darunter starben 63 Sechs- bis Zwanzigjährige, eine Steigerung um die Hälfte in dieser Altersgruppe. In diesem Sommer starben in Seen und Flüssen schon mehrere dutzend Badegäste.
(taz, Juli 2006)


ImageBeim Baden im Meer müssen sich Urlauber vor „Rip-Strömungen“ in Acht nehmen. Sie sorgen immer wieder für tödliche Unfälle, indem sie Badende blitzschnell aufs Meer hinaus ziehen, sagt Rolf Lüke von Blausand.de, einer Aktion für mehr Strandsicherheit in Bremen, zum Beginn der Urlaubssaison. „Die Strömungen entstehen im Wesentlichen dadurch, dass unter Wasser „Ablenkungsmanöver“ des Wassers stattfinden – durch Sandbänke, Buhnen, Felsen oder Brücken.“

Die Strömungen können laut Rolf Lüke vor jedem Strand auftreten – meist in Strandnähe. Es gibt jedoch Orte oder Regionen, an denen sie besonders oft beobachtet werden. Daher sollten sich Urlauber vor dem ersten Bad bei Rettungsschwimmern oder Einheimischen erkundigen. Möglicherweise weiß auch der Reiseveranstalter oder -leiter Bescheid. Wer auf Nummer sicher gehen will, badet nur vor überwachten Stränden und nicht allein und hält sich von Sandbänken, Buhnen, Felsen oder Brücken fern.

Ein prüfender Blick aufs Meerwasser reicht als Vorsichtsmaßnahme dagegen nicht, wie Rolf Lüke erklärt: Zwar können ungewöhnliche Wasserbewegungen darauf hindeuten, dass Gefahr droht. „Aber in der Regel sind Rip-Strömungen über Wasser nicht erkennbar.“ Auch Warnhinweise in Form von Schildern sind selten. Gerät ein Badender in eine der tückischen Strömungen, muss er nach Rolf Lükes Worten versuchen, nach rechts oder links aus dieser heraus zu schwimmen. „Meist schwimmt man intuitiv gegen die Strömung an, und das ist falsch.“ Denn selbst einem geübten Schwimmer gehe dabei unter Umständen schnell die Kraft aus.
(dpa, Mai 2006)


ImageTrotz aller Schönheit und Ruhe, die Strände im Urlaub ausstrahlen: Wer unvorsichtig der Natur gegenübertritt, könnte dies mit seinem Leben bezahlen. Das gilt leider auch für die oft unterschätzten europäischen Strände. Blausand.de ist eine Organisation für mehr Badesicherheit in Europa und engagiert sich für mehr Respekt vor dem Wasser. Vier von fünf Ertrinkungsunfällen könnten durch bessere Aufklärung und mehr Sicherheit verhindert werden.

Interview mit Rolf Lüke, Gründer von www.blausand.de
Wie sicher sind die europäischen Strände?
Angesichts von weit mehr als 20.000 Ertrinkungstoten pro Jahr im Freizeitbereich stellen die meisten Badestrände in Europa ein Risiko dar. Allein in Spanien ertrinken in den Urlaubsmonaten 10 bis 15 Menschen am Tag. Solange die Europäische Union professionelle Strandbewachung an stark frequentierten und unfallträchtigen Strandabschnitten nicht zur Pflicht macht, wird sich die Zahl der Badetoten nicht reduzieren lassen.
Woran können Urlauber erkennen, daß sie in Gefahr sind?
Die größte Gefahr am Mittelmeer und Atlantik sind Strömungen, unsichtbare Bewegungen unter Wasser, die meist nur von Experten erkannt werden. Also sollte man Respekt vor diesen Naturgewalten haben und sich bei Einheimischen, beim Hotel- und vor allem beim Rettungspersonal nach speziellen Gefahren erkundigen.  Übrigens: Gute Reiseveranstalter thematisieren Strandsicherheit, anstatt das Thema und die Gefahren zu tabuisieren.
Welche Tipps sollten die Urlauber beherzigen?
Drei von vier Menschen ertrinken an nicht bewachten Wasserstellen - das gilt übrigens auch für deutsche Badeseen! An bewachten Stränden ist die Ertrinkungsgefahr auf ein Minimum rediziert. Darüber hinaus sollte man absolutes Badeverbot bei "Roter Flagge" unbedingt beachten, allgemein nicht allein schwimmen gehen und zuvor keinen Alkohol konsumieren. Generell kommt es darauf an, "Respekt" vor dem Wasser zu zeigen. "Das Meer weiß nicht, ob Sie gut schwimmen können".
(Clever reisen!, Mai 2006)


Image"Für alle, die sich für Gefahren am Strand und im Wasser allgemein interessieren: Einen guten Überblick bietet die Site Blausand.de, die sich als Netzbasis der "Aktion sicherer Strand" für mehr Badesicherheit an nationalen und internationalen Gewässern einsetzt".
(Brigitte.de, Juli 2005)

Image"Aber auch das Meer ist für viele Urlauber unberechenbar. Denn Strömungen können Badende schnell in Lebensgefahr bringen. Rolf Lüke von Blausand.de, einer Organisation, die für mehr Sicherheit an europäischen Stränden kämpft: „80 Prozent aller Badeunfälle am Mittelmeer und am Atlantik ereignen sich aufgrund von Unterströmungen. In der Hochsaison ertrinken in Spanien täglich 7 bis 15 Menschen".
(BILD.de, Juli 2005)


Image"Die rote Flagge weht am Traumstrand Es Trenc im Süden von Mallorca. Doch das Badeverbot scheint einige Urlauber nicht davon abzuhalten, sich im türkisblauen Wasser abzukühlen. Trotz Warnschildern wissen viele Feriengäste nicht, dass an diesem Strandabschnitt gefährliche Strömungen auftreten, die selbst gute Schwimmer in Lebensgefahr bringen. Unwissenheit, Leichtsinn sowie die Fehleinschätzung der eigenen körperlichen Kräfte gelten als Hauptursache vieler Badeunfälle. Hinzu kommen noch mangelnde Sicherheitsvorkehrungen in den jeweiligen Urlaubsländern: Viele Strände in Spanien, Portugal oder zum Beispiel in der Türkei werden nicht überwacht. Oft finden sich weder Warnhinweise noch Rettungsschwimmer und adäquate Rettungssysteme vor Ort. Bis Hilfe auftaucht, ist es meistens schon zu spät. Die größte Gefahr an vielen Stränden stellen Rip-Strömungen dar, die überall zu jeder Jahreszeit auftreten. Sie entstehen durch Winde, die vom Meer Richtung Land wehen. Wenn die rückläufigen Wassermassen durch Sandbänke, Felsen etc. abgelenkt werden, bilden sich Ströme, die Badende ins offene Meer hinaustragen. Dagegen anzuschwimmen ist aussichtslos, sagen Experten. Rip-Strömungen erreichen Geschwindigkeiten von über zehn Stundenkilometern. Anstatt sich treiben zu lassen und parallel zum Strand aus der Strömung herauszuschwimmen, geraten Badende in Panik und ertrinken bei dem verzweifelten Versuch, auf direktem Weg zurück zum Strand zu gelangen.

Eine Organisation die seit 1999 für bessere Aufklärung und mehr Sicherheit an europäischen Badestränden kämpft, ist Blausand.de. Gründer Rolf Lüke aus Bremen hat selbst seine Schwester bei einem Badeunfall auf der Balearen-Insel Formentera verloren. „Ohne eine bessere Sicherheitskultur werden sich die Ertrinkungszahlen in Europa nicht reduzieren lassen“, sagte er anlässlich des Beach Safety Days am 15. Juni. Dabei könnten nach Einschätzung von Experten 80 Prozent aller Unfälle durch präventative Maßnahmen verhindert werden".
(Focus.de, Juli 2005)


Image Rolf Lüke, 58, ist Gründer der Website Blausand.de. Das Online-Magazin wirbt für mehr Sicherheit an den Stränden Europas und will Badende vor dem Ertrinken schützen

Sie haben den »Beach Safety Day« ins Leben gerufen.
Was wollen Sie damit erreichen?

Wir wollen europaweit über die Gefahren aufklären, die vom Wasser ausgehen und für mehr Sicherheit an den Stränden werben. Dabei sprechen wir sowohl Urlauber an als auch Kommunen, Wasserrettungsorganisationen und Reiseveranstalter. Spätestens seit dem Tsunami spielt das Thema Wasser, Sicherheit, Frühwarnsysteme und rechtzeitige Information eine wesentlich größere Rolle als noch vor zwei, drei Jahren.

Warum haben Sie Blausand.de ins Leben gerufen?

Meine Schwester ist im Jahr 1999 vor der Baleareninsel Formentera ertrunken. Jedes Jahr starben allein dort 15 bis 20 Menschen bei Badeunfällen. Die Sicherheitslage an vielen europäischen Badestränden war desolat.

Haben Sie seit Beginn ihres Engagements schon Erfolge erzielt?
Wir haben in Zusammenarbeit mit dem Inselbürgermeister dafür gesorgt, dass schon 2001 auf Formentera ein Strandsicherheitssystem eingeführt und in ähnlicher Form von den anderen drei Baleareninseln Mallorca, Ibiza und Menorca übernommen wurde. Jetzt gibt es Flaggen, rot für Badeverbot, gelb für gefährlich und eine Rettungsausrüstung mit Ring und Leinen. Im vergangenen Jahr ist auf Formentera niemand ertrunken. Trotzdem bleibt noch viel zu tun. Auf Mallorca zum Beispiel, wo an einigen Stränden die Gefahr von Unterströmungen groß ist, müssten mehrsprachige Warntafeln aufgestellt werden wie es in Miami üblich ist.

Experten meinen, dass vier von fünf Todesfällen beim Baden verhindert werden könnten. Gibt es Statistiken über die Zahl der Opfer?
Wir schätzen, dass in Europa jährlich etwa 15 000 bis 20 000 Menschen im Meer, in Badeseen oder in Flüssen sterben. Allein in Spanien ertrinken pro Tag vier bis sechs Personen, macht auf das Jahr hochgerechnet also mindestens 1000. Die Statistiken sind aber fast immer geschönt. Keine Kommune, kein Fremdenverkehrsamt, kein Reiseveranstalter ist daran interessiert, dass die Zahl veröffentlicht wird. 70 bis 80 Prozent sterben an Herzversagen, das meist durch Panik, Sauerstoffmangel und Herzkammerflimmern verursacht wird, hervorgerufen durch einen Badeunfall. In Spanien oder der Türkei wird das aber nicht als Tod durch Ertrinken gezählt.

Wie sollte man sich verhalten, wenn man beobachtet, dass ein Schwimmer in Seenot gerät?

Das Allerwichtigste ist, nicht sofort ins Wasser zu springen und helfen zu wollen. Denn jeder zehnte Retter, so vermutet man, kommt dabei ums Leben. Wie auch meine Schwester. Vielmehr sollte man eine Rettungskette bilden: Erstens weitere Helfer suchen, zweitens sich nach einem Rettungsdienst umschauen und drittens mit Auftriebskörpern, zum Beispiel Schwimmringen, versuchen, den Ertrinkenden zu retten.

Wollen Sie den Leuten den Badeurlaub vermiesen?
Leichtsinn und Arglosigkeit sind die häufigsten Ursachen von Badeunfällen. Aber einige Reiseveranstalter tabuisieren auch dieses Thema, weil sie Angst haben, dass Strandsicherheit sich nicht gut verkauft und Urlauber verschreckt. Unser Ziel ist, dass alle Kataloge grundsätzliche Informationen über die Bedeutung der Warnflaggen und die wichtigsten Verhaltenstipps enthalten. Darüber verhandeln wir mit allen Reiseveranstaltern.

Haben denn schon Veranstalter Flagge gezeigt?

Die TUI informiert viel über das Thema und hat aufgrund unserer Initiative schon seit vier Jahren Warnhinweise für Formentera in die Kataloge geschrieben. Inzwischen haben auch andere Veranstalter nachgezogen. Aber das sind Ausnahmen, weil es bisher nur Formentera betrifft.

Man kann nicht nur im Mittelmeer, sondern auch im heimischen Baggersee ertrinken. Nach Zahlen der DLRG ertranken in Deutschland im vergangenen Jahr 470 Menschen, allein am Rhein 39. Drei von vier Opfern kamen in meist unbewachten Badeseen und Flüssen ums Leben. Wie ist diese hohe Zahl zu erklären?
Die Kommunen als Eigentümer entziehen sich ihrer Verantwortung, stellen Schilder auf wie »Baden verboten« und »Eltern haften für ihre Kinder«. Stattdessen müssten sie einen Rettungsdienst beauftragen oder die Badeseen wirkungsvoll absichern. Dafür muss es endlich gesetzliche Regelungen geben. Außerdem lernen immer weniger Kinder das Schwimmen, weil der Unterricht zurück geht und weil immer mehr öffentliche Schwimmhallen schließen oder in Spaßbäder umgewandelt werden.

Wie können die Badenden selbst vorbeugen?
Man sollte zuallererst die Rettungsschwimmer fragen, denn sie informieren viel lieber als zu retten. Daneben sollte man Alkohol vermeiden, nicht mit vollem Magen baden, nur zu zweit und nur an bewachten Stränden schwimmen.
(DIE ZEIT, Juni 2005)



Image"Beates Bruder Rolf Lüke kämpft gegen den Tod am Badestrand. Im Internet. Blausand.de heisst seine Initiative. Was einmal als Trauerbewältigung begann, ist mittlerweile eines der grössten Portale zum Thema Strandsicherheit. Unterstützt von freiwilligen Helfern in ganz Europa, bietet der 57-jährige Unternehmensberater aus Bremen Informationen zu Stränden von Portugal bis zur Türkei. Hunderte Bittbriefe hat er an die Verantwortlichen in den Badeorten geschrieben. Doch viele veröffentlichen nicht einmal die Zahl ihrer Unfälle - "aus Angst vor Prestigeverlust", vermutet Lüke. Er schätzt, dass in Europa jedes Jahr mindestens 15000 Menschen beim Baden und Wassersport ertrinken".
(Stern, März 2005)


"Dass sich die Situation in den letzten Jahren leicht gebessert hat, haben die Spanier einem Deutschen zu verdanken: Der Bremer Unternehmensberater Rolf Lüke setzte sich für ein funktionierendes Sicherheits- und Warnsytem auf allen Inseln ein. Anlass war der Ertrinkungstod seiner Schwester, einer Hamburgerin".
(Hamburger Abendblatt)


"Angesichts der gestiegenen Zahl von Ertrunkenen müssen die Kommunen nach Ansicht der Wassersicherheits-Initiative Blausand.de bei der Bewachung von Badegewässern stärker in die Pflicht genommen werden. "Denn sie sind dafür verantwortlich, dass ihre Flüsse und Seen entweder ausreichend bewacht oder wirksam abgesperrt werden", sagte Blausand-Gründer Rolf Lüke in Hannover. "Aber in 90 Prozent der Fälle in Deutschland ist das nicht gewährleistet".
(Die Welt)


Image "Ertrinken ist die zweithäufigste Todesursache bei Kleinkindern nach Verkehrsunfällen", sagt Rolf Lüke von Blausand.de. Er gründete die Aktionsgemeinschaft 1999, nachdem er selbst einen Menschen im Meer verloren hatte. Damals ertrank seine 47-jährige Schwester vor der Insel Formentera, als sie versuchte, eine Urlauberin zu retten. Blausand.de steht als Ratgeber zur Seite. Lüke setzt sich ein, dass Reiseveranstalter auf Gefahren hinweisen. Er selbst informiert auf seiner Website über Strömungen vor Formentera oder über Wasserwirbel in den Prilen der französischen Atlantikküste. Bei den Behörden von Formentera hat er bereits erwirkt, dass Rettungsschwimmer an den Stränden postiert werden. 80 Prozent aller Todesfälle weltweit hätten durch Aufklärung verhindert werden können, so Lüke. Während bei Erwachsenen das Überschätzen der eigenen Kräfte und Alkoholmissbrauch fatale Folgen haben können, sind es bei Kindern meist die Eltern, die ihre Aufsichtspflicht versäumen".
("mare", die Zeitschrift der Meere)



Image "An der französischen Atlantikküste entsteht durch Ebbe und Flut eine besonders heftige Brandung. Hier wird der Badende angehalten, auf die mit blauen Wimpeln ausgewiesenen und überwachten Strandzonen zu achten. Auch die Kanaren sind problematisch: Corralejo an der gefährlichen Nordküste von Fuerteventura, als sehr gefährlich gelten auf La Palma die Strände Playa de Nogales bei Puntallana und Playa de Zamora bei Fuencaliente. Das Baden auf La Gomera ist fast überall lebensgefährlich, urteilt blausand.de Ausführliche Infos über gefährliche Strandregionen und die Situation an deutschen Seen finden Sie unter www.blausand.de".
(Abenteuer und Reisen)



Image "Das beklagt auch Rolf Lüke, dessen Schwester Beate 1999 im Urlaub auf Formentera ertrunken ist, als sie versuchte, eine andere Frau zu retten. Daraufhin hat der Unternehmensberater aus Bremen "Blausand.de" gegründet. Mit Hilfe von gleich Gesinnten sammelt er Informationen über die Sicherheit beliebter europäischer Strände und stellt sie ins Internet. Besonders schlecht schneiden dabei seit Jahren die Balearen ab, allen voran Mallorca. Zwar gab es dort im Vergleich zu den 90er-Jahren erste positive Entwicklungen. So sind inzwischen ein Drittel aller Strände bewacht - zumindest offiziell. "Doch selbst an diesen sind Rettungsstationen teilweise schlecht ausgestattet und nicht besetzt", sagt Lüke, der im Juli drei mallorquinische Strände überprüfte. Bei zweien war die Sicherheitslage desolat: In der Badebucht von Sa Coma in der Nähe von Porto Christo fehlte es an Rettungsmaterial, von sechs Rettungsschwimmern war gerade mal einer anzutreffen. In Es Trenc im Süden, wo zuletzt im Juli ein Deutscher ertrank, traf er eine komplett verwaiste Rettungsstation an. Lüke schätzt, dass jedes Jahr 50 bis 70 Urlauber allein auf Mallorca ertrinken, offiziellen Statistiken, die meist bei 20 bis 30 Toten liegen, misstraut er: "Wer im Wasser an Herzversagen stirbt, wird nicht mitgerechnet, dabei sind Herz-Kreislauf-Probleme häufigste Ursache bei Ertrinken."
(Welt am Sonntag)

"Die meisten europäischen Badestrände in Europa sind nicht bewacht. Besonders in Osteuropa mangelt es bisher an Wasserrettungssystemen. Mit schneller und professioneller Hilfe kann nicht immer gerechnet werden. Aber auch an spanischen, italienischen oder französischen Küsten sind Rettungsschwimmer häufig nur in Urlaubszentren und an stark besuchten Strandabschnitten vorzufinden. Unterströmungen an den Stränden von Mittelmeer und Atlantik entstehen meist bei auflandigen Winden. Abfließendes und auflaufendes Wasser bilden dann häufig die gefährlichen Verwirbelungen, die einen großen Nachteil haben: Sie sind nicht sichtbar. Auch gute Schwimmer sind den Kräften des Wassers in diesen Situationen oft nicht gewachsen. Deshalb sollte man sich diesen Gefahren möglichst nicht aussetzen und die Warnsignale (grüne Flagge: Baden erlaubt, gelbe Flagge: Warnung vor Wassergefahren, rote Flagge: Badeverbot) strikt beachten. An den Stränden in Europa gibt es aber auch noch andere Warnsysteme, Urlauber sollten deshalb auf Ausnahmen achten, sich bei ihrem Reiseveranstalter vor Ort erkundigen und die Warntafeln am Strand beachten. Blausand.de empfiehlt, nach Möglichkeit nur an bewachten Stränden und nicht allein zu baden oder zu schwimmen, das macht mehr Spaß und ist vor allem sicherer. Besonders auf Kinder übt Wasser eine große Faszination aus. Deshalb sind sie besonders gefährdet und sollten nie aus den Augen gelassen werden. Bei Kleinkindern, für die bereits geringe Wassertiefen (auch Planschbecken und Teiche) gefährlich werden können, ist Ertrinken die zweithäufigste Todesursache nach Verkehrsunfällen. Durch die fortschreitende Schließung öffentlicher Bäder und durch den verstärkten Trend, die Ferien dieses Jahr im eigenen Land zu verbringen, werden Naturbadestellen, die oft nicht bewacht sind, immer attraktiver. Blausand.de rät in diesem Zusammenhang zur besonderen Vorsicht vor allem an unbewachten Badeseen und Badestränden."
(Tagesspiegel, Berlin)


Image "Zwei Urlauber schwimmen bei starker Brandung in der Nähe der portugiesischen Insel Tavira. Als der eine um sein Leben kämpft, will der andere ihm helfen - und ertrinkt. Mindestens jeder Zehnte aller in der Freizeit Ertrunkenen verliert sein Leben, weil er einem anderen helfen will. Deshalb: Helfen Sie nur dann, wenn die Risiken überschaubar sind. In allen anderen Fällen bilden Sie eine "Rettungskette". Rolf Lüke, Initiator der Website www.blausand.de, die sich seit Jahren mit dem Thema befasst: "Rufen Sie andere Strandbesucher zusammen und verteilen Sie Aufgaben. Einer setzt einen Notruf ab, ein anderer organisiert einen Auftriebskörper, zum Beispiel einen Rettungsring, damit der Ertrinkende nicht den Retter mit in die Tiefe zieht. Gehen Sie selbst nur dann ins Wasser, wenn Sie es sich körperlich zutrauen!"
(Geo Saison)


 
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